Neuer Qualifizierungskurs in Neunkirchen

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Als Tagesmutter oder Tagesvater eine Villa Kunterbunt eröffnen!


neuer qualifiszierungs 01Dozentin Esther Kuhn arbeitete fünf Jahre als Tagesmutter. Jetzt gibt sie ihr Wissen und ihre Erfahrung im Kurs weiter. Foto: privatFreie Betreuungsplätze für Kleinkinder sind rar. Daher werden Tagesmütter und Tagesväter dringend gebraucht. Am 20. Februar 2018 startet eine Qualifizierungsmaßnahme für Kindertagespflegepersonen. Im Interview erzählt Dozentin Esther Kuhn, warum die Tätigkeit als Tagesmutter oder Tagesvater oft unterschätzt wird, was sie so besonders macht und wer dafür geeignet ist.


Warum brauchen Tagesmütter und Tagesväter eine Qualifizierung? Reicht es nicht aus, Eltern zu sein oder Erfahrung mit Kindern zu haben?
Esther Kuhn: Leider klingt Tagesmutter oder Tagesvater in den Ohren vieler Menschen immer noch nach einem Nebenjob, den jeder sofort ausfüllen kann. Allerdings hat sich der Anspruch an diese Tätigkeit in den vergangenen Jahren immens gesteigert. Das politische Ziel „Bildung für die Kleinsten“ bedeutet eben auch, dass Tageseltern heutzutage in ihrer pädagogischen Arbeit Erziehern in nichts mehr nachstehen sollten. Die neuen Richtlinien für die Qualifizierung zielen darauf ab, in Zukunft aus der Kindertagespflege einen anerkannten Beruf zu machen.


Wo liegt denn dann noch der Unterschied zwischen einer Betreuung in der Krippe oder bei einer Tagesmutter?
Esther Kuhn: Tageseltern bieten eine familiennahe Betreuungsform und ein Umfeld, das übersichtlicher und persönlicher ist. Das schätzen viele Eltern, die sich ja oft bewusst für eine Tagesmutter oder einen Tagesvater entscheiden.


Sie haben selbst fünf Jahre lang als Tagesmutter in einer Großpflegestelle Kinder bis zum Alter von drei Jahren betreut. Was ist das Schöne an der Arbeit mit Kleinstkindern?
Esther Kuhn: In den ersten drei Lebensjahren passiert so viel an Entwicklung. Als Tagesmutter erlebt man bewusst, wie sie als Babys kommen und dich als stolze Kindergartenkinder verlassen. Dazwischen liegen so wundervolle Momente wie der erste Schritt, das erste Wort und das erste Mal Schnee sehen. Für mich war es eine ganz tolle Erfahrung, mit den Kindern zu wachsen und die kleinen Wunder der Welt durch ihre Augen selbst noch einmal neu sehen zu können.

Es ist ja bestimmt nicht immer alles eitel Sonnenschein. Wo liegen die Herausforderungen?
Esther Kuhn: Natürlich liegen in diesem Job auch überall Stolpersteine, und man muss erst Erfahrung sammeln, um mit allen Herausforderungen souverän umgehen zu können. Schließlich hat man eine große Verantwortung für fremde Kinder. Wenn sie sich verletzen zum Beispiel, ist das Stress pur. Auch mal nicht mit den Eltern einer Meinung zu sein, gehört dazu. Der Alltag ist auch oft chaotisch, laut und wild. Aber die vielen schönen Momente machen den größten Stress wieder wett.


Sie werden als eine der Dozentinnen einen Teil des Kurses halten. Was vermitteln Sie den Teilnehmern?
Esther Kuhn: Tagesmütter und -väter sind ja auch Unternehmer. Das wird oft nicht wahrgenommen. Neben der organisatorischen und pädagogischen Arbeit müssen sie ein kleines Dienstleistungsunternehmen leiten. Sie sind selbstständig, müssen Werbung machen und Kunden gewinnen, ihre Finanzen selbst regeln. Deshalb ist es meine Aufgabe im Kurs, die Teilnehmer auf ihrem Weg zur ihrer eigenen „Villa Kunterbunt“ zu coachen. Außerdem werden sie von mir viel über die Praxis lernen: von der Einrichtung eines Spielzimmers, über das passende Spielmaterial bis hin zur Organisation des Alltags.

Wie kann man sich für einen Kurs anmelden?
Esther Kuhn: Die Anmeldung erfolgt über das Kreisjugendamt. Dort werden die Bewerber vorab auf ihre Eignung geprüft. Das heißt, dass es im Vorfeld Gespräche gibt, um die Personen besser kennenzulernen. Ein makelloses erweitertes polizeiliches Führungszeugnis und ein ärztliches Attest sind ebenfalls Voraussetzung. Schließlich geht es ja um eine optimale Betreuung der Kleinsten. Nach erfolgreich bestandenem Kurs können die Teilnehmer dann eine Pflegeerlaubnis beantragen, die sie brauchen, um als Tagesmutter oder Tagesvater arbeiten zu dürfen.

Welche Voraussetzungen sollten die Teilnehmer mitbringen?
Esther Kuhn: Natürlich ist Erfahrung mit Kindern hilfreich, aber in erster Linie sollten die Teilnehmenden Lust am Lernen und Neugierde auf Neues mitbringen. Wir werden gemeinsam ihre Stärken herausarbeiten und an dem arbeiten, was sie noch nicht so gut können. Am Ende wird jede eine ganz individuelle, tolle Tagesmutter oder ein wunderbarer Tagesvater werden. Als ich den Kurs damals besucht habe, kam ich aus der Business-Welt. Marketing war kein Problem, aber Kochen und Singen musste ich erst mühsam lernen. Heute püriere ich wie ein Weltmeister und die Kids lieben meinen Singkreis.


Infos zum Kurs:
Die Qualifizierung umfasst 160 Unterrichtsstunden und ein Praktikum von 40 Stunden in einer Tagespflegestelle. Die Qualifizierung findet jeweils an zwei Vormittagen pro Woche statt. Kursort ist Neunkirchen. Der Kurs schließt mit einer Prüfung und dem Erwerb des bundesweit anerkannten Zertifikats vom Bundesverband für Kindertagespflege. Kursstart am 20. Februar 2018.

Informationen zu den Teilnahmevoraussetzungen: Kreisjugendamt Neunkirchen, Renate Brill (06824) 9067281 und Margret Christmann-Schäfer (06824) 9067220; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 
 

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