0:3 gegen Saar 05

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Kleiner Dämpfer für personell gebeutelte Borussia!


180213 borussiaMarc Jung (Saar, links) und Neunkirchens „Pino“ Vituzzi auf „Kuschelkurs“? Die Szene täuscht, die beiden Kontrahenten schenkten sich nichts im Vorbereitungsspiel. (Foto: -jf-)Die überraschende Nachricht machte schon vor dem Anpfiff die Runde: Saar 05, Borussias Gegner im Vorbereitungsspiel, zieht in der kommenden Runde seine Mannschaft aus der Oberliga zurück! Nicht zurück zogen dagegen beide Mannschaften, als bei Temperaturen um den Gefrierpunkt 90 Minuten lang auf dem Kunstrasen hinter der Haupttribüne des Ellenfelds um jeden Ball gefightet wurde. Am Ende behielten die „Söhne Saarbrückens“ mit 3:0 die Oberhand gegen eine Borussia, die trotz der Niederlage nicht enttäuscht hatte.


„Das Ergebnis ist nach den vorangegangenen Siegen gegen die Oberligisten aus Jägersburg und Eppelborn ein kleiner Dämpfer, aber angesichts der dünnen Personaldecke erwartbar. Doch wir waren spielerisch durchaus gleichwertig und haben erneut einige im Training erarbeitete Dinge umsetzen können“, konnte Trainer Björn Klos der Partie durchaus auch positive Aspekte abgewinnen.

In der Tat pfiff Borussia an diesem frostigen Februar-Samstag personell so ziemlich aus dem letzten Loch. Nach den Ausfällen von Momo Diallo (Bänderriss) und Lionel Schmidt (OP nach Riss des Syndesmosebandes) musste Björn Klos auf den erkrankten Jodi Daoud verzichten, zudem blieben Jens Kirchen, Marco Dahler sowie die leicht angeschlagenen Marvin Gabriel und Daniel Ruschmann (vorsichtshalber) außen vor, was nicht nur zu einigen Umstellungen im Team, sondern auch zu bangen Blicke auf der Borussen-Bank führte, als Kamil Czeremurzynski und Nicolas Gil Rodriguez nach hartem Einsteigen des Gegners behandelt werden mussten. Während Czeremurzynski auf die Zähne biss und die 90 Minuten durchstand, ging es für Rodriguez nicht mehr weiter: Mit schmerzverzerrtem Gesicht humpelte Borussias Mittelfeldspieler, der bis dahin ein ansehnliches Spiel geliefert hatte, in die Kabine. „Es ist wieder der schon mal verletzte rechte Fuß betroffen. Wir hoffen natürlich, dass es nichts Schlimmeres ist“, so Björn Klos nach der Partie, die für seine Schützlinge denkbar ungünstig begonnen hatte: Denn nach gerade einmal drei Minuten versenkte Nikola Petrov reichlich freistehend im Borussen-Strafraum einen Freistoß aus nächster Nähe unhaltbar für Jonas Merhej per Kopf im Netz. Die frühe Führung gab dem Oberligisten Sicherheit. Saar 05 legte große taktische Disziplin an den Tag legte, verschob gut und machte Borussia das Aufbauspiel schwer. Eine weitere Standardsituation führte nach gut einer halben Stunde zum 0:2: Nach weitem Einwurf und Kopfballverlängerung fiel das Leder Fatih Günez vor die Füße, der nicht lange fackelte und mit einem trockenen Schuss Jonas Merhej überwand. „Da waren wir im Defensivverhalten nicht gut aufgestellt“, monierte Björn Klos.
Borussia versuchte, gegen die gut gestaffelten Gäste lange Bälle zu vermeiden, ließ nach guten Kombinationen im Mittelfeld in Strafraumnähe allerdings die Durchschlagskraft vermissen. „Zudem haben wir einige Male in viel versprechender Situation den richtigen Zeitpunkt zum Abspiel verpasst und uns dadurch in die Abseitsposition manövriert“, analysierte Björn Klos, der auch in der zweiten Halbzeit eine spielerisch und kämpferisch gut dagegen haltende Borussen-Elf sah. Nur noch einmal musste Jonas Merhej hinter sich greifen: Leon Heine verwandelte einen vom Borussen-Keeper (an Lars Anton) verursachten Strafstoß sicher zum 0:3. Borussia tat sich nach wie vor schwer in der Kreation von Torchancen – die einzig nennenswerte in den zweiten 45 Minuten bot sich dem erneut sehr agilen Marcel Jung, der mit seinem strammen Schuss allerdings in Saar-Keeper Marc Birkenbach seinen Meister fand. So war der Sieg der Gäste, die nach einigen Auswechslungen in der Schlussphase – ein Vorbote der Neuausrichtung im kommenden Sommer! – eine ganz junge Truppe auf dem Rasen hatten, durchaus verdient. Für Borussia gab es gleich zwei Premieren: Erstmals blieben die Klos-Männer in den Winter-Tests ohne eigenes Tor, erstmals gab es eine Niederlage. Aber eine, die laut Björn Klos „kein Beinbruch ist und mit der wir umgehen können.“ Für den Trainer, der während des Spiels entgegen seinen sonstigen Gepflogenheiten außergewöhnlich ruhig an der Seitenlinie coachte, ist das Ergebnis zweitrangig: „Wichtig ist die Art und Weise unseres Auftritts. Und da dürfen wir mit dem vorgelegten Tempo, mit der bewiesenen guten Physis und den spielerischen Akzenten gegen einen Oberligisten durchaus zufrieden sein. Wir sind derzeit absolut im Soll“, so das Fazit des Borussen-Trainers.                                        (-jf-)

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