Remis in Friedrichsthal

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Borussia tritt auf der Stelle!
180409 remisWenn er trifft, verliert Borussia nicht – „Momo“ Diallo sicherte mit seinem Tor kurz vor Schluss Borussia einen Punkt Foto: Jan Sebastian Bach1:1 in Friedrichsthal. Drei Spiele, drei Unentschieden, drei Punkte. Borussia tritt zur Zeit auf der Stelle. „Wir kommen nicht vom Fleck“, sagt Björn Klos, der das Resultat im Stadion Am Franzschacht insgesamt als „in Ordnung“ bezeichnet. Dabei hatten sich die Verhältnisse im Vergleich zum letzten Heimspiel gegen den VfL Primstal umgekehrt. Vor Wochenfrist im Ellenfeld durch das Primstaler Ausgleichstor Sekunden vor dem Abpfiff benachteiligt, war Borussia in Friedrichtshal Nutznießer eines späten Tores durch Mouhamad Diallo, der kurz vor Schluss zum 1:1 traf. 
Sascha Fess hatte Friedrichtshal unmittelbar nach der Pause (47.) mit seinem 9. Saisontor in Führung gebracht. Notiz am Rande: Wenn „Momo“ Diallo trifft, verliert Borussia nicht! Mit seinen bislang sieben Saisontoren hat der Stürmer (bei vier Siegen und drei Unentschieden) Anteil an 15 Punkten. Die im Vorfeld der Partie geäußerte Erwartung, dass der SC Friedrichsthal trotz des freiwilligen Rückzugs in die Bezirksliga im Sommer, nichts zu verschenken hat, bestätigte sich schon zu Beginn. Noch den einen oder anderen Gegner ärgern – das hatte der Sportclub als Ziel ausgegeben. Ganz in diesem Sinne verlangte das Team von Trainer Andreas Fellhauer der Borussia alles ab, stand dabei meist sehr tief und lauerte auf Fehler des Tabellenführers, um dann blitzschnell zu kontern. Borussia tat sich schwer, Druck aufzubauen und Chancen zu kreieren. Beide Teams hatten in den ersten 45 Minuten abwechselnd ihre Möglichkeiten: Eine Direktabnahme von Daniel Reinhardt zischte an Jonas Merhejs Gehäuse vorbei (28.), ehe Mouhamad Diallo aus der Drehung den Torwinkel nur knapp verfehlte (31.). Sascha Fess zielte über das Borussen-Tor (36.), Marcel Jung verzog aus guter Position (37.) und Nino Kannengießer vergab knapp – allerdings aus abseitsverdächtiger Stellung (40.). So war das 1:1 zur Halbzeit in einem Spiel, dem die zündenden Ideen fehlten, durchaus leistungsgerecht. Wie zuletzt in Steinbach und gegen Primstal geriet Borussia zunächst in Rückstand. Friedrichsthal kam hellwach aus der Kabine und Sascha Fess netzte ein, sehr zum Ärger von Björn Klos: „Da waren wir im Strafraum nicht präsent, die Gegner jedesmal einen Tick schneller am Ball. Unter dem Strich ein absolut vermeidbares Tor“, analysierte Borussias Coach, der in der Folgezeit zwei Pfostenschüsse seines nun wesentlich engagierteren Teams mit anschauen musste: Erst visierte Patrick Seidel Aluminium an (55.), vier Minuten später hatten Borussias Fans den Torschrei schon auf den Lippen, als sich das Leder nach einem Schuss von Marcel Jung in letzter Sekunde doch noch dazu entschied, vom Innenpfosten nicht ins Tor, sondern wieder hinaus zu fliegen. „Da hat uns dann das Quäntchen Glück gefehlt“, so Björn Klos. Als auch Kamil Czeremurzynskis Kopfball nach 74 Minuten nicht ins, sondern übers Tor ging, drohte Borussia die zweite Niederlage nach der Winterpause, die „Momo“ Diallo kurz vor Schluss mit seinem Tor abwenden konnte. „Borussias Aufbäumen kommt spät, aber nicht zu spät“, bilanzierte der Liveticker auf fupa.net. Björn Klos bemängelte „bei gefühlten 75 Prozent Ballbesitz“ insgesamt ein Defizit an Kreativität, mochte dies aber nicht am Fehlen von Jens Kirchen festmachen. Borussias Spielmacher, sicher ein Ausnahmespieler, der in der Saarland-Liga den Unterschied ausmachen kann, hatte sich zuletzt gegen den VfL Primstal mit Muskelbeschwerden regelrecht „durchgeschleppt“ und konnte die ganze Woche über nicht trainieren. „Sobald er in die Bewegung geht, hat er das Gefühl: Es ist kurz vor dem Knallen“, berichtet Borussias Trainer, der eine Rückkehr des Mittelfeldstrategen im kommenden Heimspiel gegen Mettlach einerseits „für eher unwahrscheinlich“ hält, andererseits seine Mannschaft aber nicht auf einen einzigen Spieler reduzieren möchte. „Es ist schon komisch. Seit wir Tabellenführer sind, kriegen wir keine Konstanz mehr rein. Dabei müsste es uns doch beflügeln, wenn man sieht, mit welchem Kraftakt wir uns aus den unteren Tabellenregionen bis ganz nach oben hinauf gearbeitet haben. Ich weiß aus vielen Gesprächen, dass die Jungs das auch so sehen, aber irgendwie bekommen sie es im Moment nicht auf den Platz. Das ist reine Kopfsache“, macht sich Borussias Trainer, der in seinem Heimat- und Wohnort Friedrichsthal natürlich gerne drei Punkte mitgenommen hätte, so seine Gedanken. Dass es den anderen Spitzenteams zurzeit ganz ähnlich geht und keiner konstant punktet, interessiert Björn Klos dabei nicht die Bohne: „Wir sollten nur auf uns schauen, da haben wir genug zu tun.“ Auch wenn Borussias Coach durchaus auch Positives gesehen hat („Wir lassen uns nicht hängen, sondern sind in den letzten Spielen nach Rückständen immer zurückgekommen!“), so trauert er doch der Chance nach, ein kleines Punktepolster anzulegen. „Das haben wir verpasst.“ Ein wenig mehr Hilfe wünscht sich die Mannschaft derzeit von außen: „Gerade in Phasen, in denen es nicht so läuft, brauchen wir die lautstarke Unterstützung der Fans, die ja gegen Auersmacher so großartig gezeigt haben, wie das geht. Das kann in der Mannschaft die letzten Reserven mobilisieren und gehört als wichtiger Baustein zum Gesamterfolg dazu. Die Jungs haben sich das nach der Aufholjagd der letzten Monate wirklich verdient“, appelliert Björn Klos an Borussias Anhang. Getreu dem Motto des früheren Schalke-Betreuers Charly Neumann. „Ihr müsst Schalker sein, wenn es nicht rund läuft. Im Erfolg will jeder ein Schalker sein!“ Nächste Gelegenheit, wieder zum 12. Mann zu werden, besteht am kommenden Samstag (Anstoß: 15.30 Uhr). Dann kommt der SV Mettlach ins Ellenfeld.                        Jo Frisch