Wie aus einem Blinddate das strahlende Prinzenpaar wurde

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Marc II. und Ivonne I. repräsentieren in der Session 2017/18 den „So war noch nix 1847“
 

171114 prinzenpaarDas strahlende (Ehe-)Prinzenpaar Marc II. und Ivonne I. Foto: Bonenberger/VereinDer älteste Karnevalsverein an der Saar hat ein echtes Paar als Tollitäten. Denn mit Marc und Ivonne Ritterböck führen auch zwei im zivilen Leben angetraute Menschen die Ottweiler Fastnachter durch die verrückte Zeit. Am 11. November 2017 lüftete der „So war noch nix 1847“ während der städtischen Sessionseröffnung das Geheimnis.


Im Schlosstheater fragte Löffelgardist Ritterböck seine Frau auf der Bühne, ob sie Prinzessin auf Zeit an seiner Seite sein möchte. Auslöser dafür: Karnevalspräsident Thomas Jahn hatte kurz zuvor die närrische Republik ausgerufen, da kurz zuvor das avisierte Paar einen Rückzieher gemacht habe. Marc Ritterböck zeigte sich darauf empört. Denn er, bis dahin Mitglied der Schutztruppe des Prinzen Karneval, sah seine Aufgabe dahinschwinden. So weit dürfe es nicht kommen.
Das spontane Angebot des 38 Jahre alten Schmelzers an Ivonne, die sofort einwilligte – alles ein abgekartetes Spiel, von langer Hand eingefädelt. Denn der gebürtige Ottweiler wusste um Ivonnes lang gehegten Wunsch, einmal Karnevalsprinzessin zu werden. Die 41-Jährige stammt übrigens aus Aschaffenburg. Zur feierlichen Inthronisierung waren denn auch viele Verwandte aus Bayern angereist.
Am 27. November sind Ivonne und Marc 18 Jahre ein Ehepaar. Und wie es sich für eingefleischte Narren zu gehören scheint, lernten sich die Beiden recht unkonventionell kennen. Der gelernte Bäcker Marc berichtet: „Ich war als Detektiv in Aschaffenburg unterwegs und habe Ivonne Schwester Cindy dabei kennen gelernt.“ Diese habe wegen Ivonne ein Treffen mit Marc abgesagt. Worauf der jetzige Karnevalsprinz in einem unbeobachteten Moment Cindys Mobiltelefon schnappte und Rufnummer der ihm bis dahin völlig unbekannten Ivonne erspähte.
Es begann ein reger Austausch via schriftlicher Kurznachrichten, an dessen Ende ein erstes Rendezvous stand. Dann ging alles rasant - Ivonne: „Das Blinddate war eine Woche danach auf einem Rastplatz. 14 Tage später ging’s ins Saarland. Nach vier Monaten haben wir geheiratet.“ Damit zog die Einzelhandelskauffrau zu ihrem Mann in dessen Heimatstadt.
Damit war neben dem handfesten, kurzzeitig gemeinsamen Hobby Karate der Start für eine gemeinsame karnevalistische Laufbahn gelegt. Mitte der 80er begann Marc beim jungen Ottweiler Karnevalsverein „Bürgergarde“. Beim „So war noch nix“ war er später unter anderem im Vorstand aktiv und hatte mit dem Männerballett „Die Lumumbas“ einen Aufritt. Weiterhin engagiert er sich bei der Löffelgarde, der Vereinsvokalgruppe Plaschderschisser-Sinfoniker und der Playbackshow.
Bei Letzterem mischt Ivonne ebenfalls mit sowie bei der Schautanzgruppe. Sie erinnert sich an eine ihrer ersten Rollen: „Damals war ich ein Schaf.“ Der Bühneneinstand beim eher groß gebauten Prinzen war damals eine Paraderolle: „Ich sollte einen Zwerg darstellen.“ Gesagt, getan.
Während ihrer Zeit in Aschaffenburg habe Ivonne sehr wohl Karneval gefeiert, jedoch nie in einer Truppe organisiert. Indes bestätigt sie ihren sehnlichen Wunsch: „Ich wollte immer mal Prinzessin sein.“ Dieser erfüllt sich nun.
Die über Monate geplante Geheimaktion Prinzenpaar war ihren beiden Kindern Celine (13) und Leon (17), die genau wie ihre Eltern im Verein mitmischen, seit Anfang an bekannt. Aber auch sie hielten dicht. Niemand außer einem kleinen Vorbereitungsteam sollte vor dem Start am 11.11. auch nur einen Funken Vorahnung haben.                                               (hgn)

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