Neue Konzepte zur Demokratieförderung

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Projekte von Initiativen im Landkreis Neunkirchen!


neue konzepte 01Foto 1: Städte, Gemeinden und Landkreise in ganz Deutschland werden im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ dabei unterstützt, Strategien zur Förderung von Demokratie und Vielfalt vor Ort zu entwickeln und umzusetzenProjekte von Initiativen im Landkreis Neunkirchen werden für das erste Halbjahr 2018 mit über 21.000 Euro gefördert – gegen Gewalt und Menschenfeindlichkeit – für ein friedliches, solidarisches und gerechtes Miteinander. Städte, Gemeinden und Landkreise in ganz Deutschland werden im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ dabei unterstützt, Strategien zur Förderung von Demokratie und Vielfalt vor Ort zu entwickeln und umzusetzen.


Diese lokalen „Partnerschaften für Demokratie“ leisten einen wertwollen Beitrag für eine Kultur des respektvollen Miteinanders und zur Prävention rechtsextremer und menschenfeindlicher Einstellungen. Partnerschaften für Demokratie sind konkrete, vor Ort ausgearbeitete Konzepte zur Demokratieförderung, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell unterstützt werden.

Für das erste Halbjahr 2018 hat der Begleitausschuss für den Landkreis Neunkirchen wieder Anträge von lokalen Akteuren der Zivilgesellschaft (Vereine, Verbände, Kirchen und engagierte Bürgerinnen und Bürger) in Höhe von 21.655 Euro bewilligt. Darunter ein „Fair-Streit-Training“ für die Bachschule, die für ihre Schüler aus 40 Nationen eine Basis schaffen will zur kulturübergreifenden, fairen Konfliktlösung. Damit soll ein anständiger Umgang untereinander vermittelt werden, wobei die Kinder lernen, Blickkontakt zu halten, sich die Hand zu geben, sich gegebenenfalls zu entschuldigen und sie werden sensibilisiert für Grenzen – ihre eigenen und die der anderen. Es ist ein Leitfaden für Auseinandersetzungen ohne verbale und körperliche Gewalt, der als demokratisches Element gerade in Gemeinschaften mit unterschiedlichen Kulturen enorme Wichtigkeit besitzt.
Auch die Gemeinschaftsschule Spiesen-Elversberg hat ein kulturübergreifendes Unternehmen geplant. Ein integratives Theaterprojekt sensibilisiert dafür, dass Verschiedenartigkeit von Kulturen nicht negativ besetzt sein muss und gegenseitige Akzeptanz den Umgang miteinander erleichtert. Die teilnehmenden Schüler können dabei mit Hilfe von szenischem Spiel und Tanztheater ihre eigenen Erfahrungen sowie Einstellungen ausdrücken und sich sowohl kennenlernen als auch näher kommen. Zusammen mit einem deutschem und einem syrischen Regisseur soll ein eigenes Theaterstück entstehen. Zusätzlich ist eine Ausstellung geplant mit den Schauspielern, mit ihren Gesichtern und Geschichten.
Mit einem Kunstprojekt will die Ganztagsgemeinschaftsschule Neunkirchen ihre ideellen Werte darstellen. Im Foyer sollen Grundsteinkisten, bestehend aus jeweils drei individuell gestalteten Ziegelsteinen, eine „sichtbare Wand“ als Zeichen der Vielfalt bilden. Als Schule ohne Rassismus mit 35 Nationen soll aus der gemeinsamen Gestaltung von Schülern und Künstlern ein Gesamtkunstwerk entstehen, welches zeigt, wie die individuelle Identität der Einzelnen in die Gemeinschaft der Gesellschaft einfließt. Der Vielfalt wird dabei mit Vielfalt begegnet um eine höhere Toleranz und Akzeptanz untereinander zu fördern.
Leben und Demokratie sind die Grundbausteine für zwei weitere Projekte, die zum einen in Spiesen-Elversberg über eine Fotoausstellung transportiert werden. Kinder und Jugendliche sollen sich mit ihrer konkreten Lebensumwelt auseinandersetzen, Lieblingsplätze oder angsteinflößende Bereiche dokumentieren und somit die Möglichkeit erhalten, ihre Nöte, Wünsche und Visionen öffentlich bekannt zu machen und über das Projekt „Meine neue Heimat“ Mitgestalter einer freundlicheren Infrastruktur in ihrem Heimatort zu werden. Zum anderen soll in Neunkirchen mit Hilfe eines Mediengestalters ein Film von und mit Jugendlichen entstehen, der sich mit den Themen Demokratieverständnis und Zusammenleben an verschiedenen Orten auseinander setzt. Dabei steht in dem Videoprojekt die Frage im Raum, wie die vorhandenen Angebote in Neunkirchen von unterschiedlichen Gruppen wahrgenommen werden.
Da Mädchen heute vielfach widersprüchlichen und teils verwirrenden Rollenanforderungen ausgesetzt sind und sie in den Jugendzentren oftmals unterrepräsentiert sind, richten sich zwei weitere Projekte gezielt an weibliche Kinder und Jugendliche. Einerseits wird vom gesellschaftspolitischen „Mainstream“ die Entwicklung von emanzipierten, selbstbewussten Mädchen forciert, andererseits wird die Lebensrealität oftmals von tradierten Rollenbildern beeinflusst. Milieuspezifische Hintergründe, wie Bildung, Kultur und Religion bestimmen dabei mit, wie groß die Anstrengungen für Mädchen sind, diesen Spagat bewältigen zu können. Hilfestellungen dazu geben die Projekte „Mädchen-Werkstatt“ von der Neunkircher Familien- und Nachbarschaftshilfe sowie der „Mädchen-Mittwoch“ von Juz United mit speziellen Angeboten. Die Mädchen sollen eigene Ressourcen erkennen und einbringen und damit ihr Selbstwertgefühl stärken.

Unsere Demokratie durchlebt eine schwierige Zeit, der Umgangston ist rauer geworden, in unserem Land gibt es - wie in ganz Europa - Polarisierungstendenzen, Menschenfeindlichkeit und Radikalisierung. Und leider ist Demokratie keine Selbstverständlichkeit. Deshalb brauchen wir Engagement und Zusammenhalt durch Bündnisse gegen menschen- und demokratiefeindliche Tendenzen, die Bedarfe und Problemsituationen in der eigenen Region identifizieren und Strategien zur Bekämpfung und Prävention von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtsextremismus entwickeln. Durch die neuen Projekte für das Jahr 2018 werden Toleranz, Vielfalt und demokratisches Handeln gefördert für ein friedliches Miteinander im Landkreis Neunkirchen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.landkreis-neunkirchen.de
Text und Bild: Katja Janoschek

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