Die Lakaienschäferei in Neunkirchen Teil 3

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Ortsbezeichnung geht auf die Fürstenzeit zurück     letzter Teil
 
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Aushub für das Schwimmbecken
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Schwimmbadbetrieb in der Lakai
Foto: AS 19-8a
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Zufahrt zum Campingplatz
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Vereinsheim des Hockeyclubs
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Das Nerother-Vereinsheim
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Dressurplatz mit Vereinsheim
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Situation vor dem Baubeginn 2008
des neuen Kombibads
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Das neue Kombibad ist fertig, Sommer 2010
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Im neuen Hallenbad
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Das Regenrückhaltebecken
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Vorne das Sammelbecken,
hinten die Autobahn
Quellenverzeichnis:
    24) Dazu schrieb die Saar- und Blieszeitung am 03.03.1939: Das Schwimmen, das auch für das Leistungs Abzeichen erforderlich ist, wird in Saarbrücken absolviert. Mittags geht es mit der Bahn dorthin, der Rückweg wird aber zu Fuß zurück gelegt, weil der Gepäckmarsch gleich damit verbunden wird. Mit Gesang rückt die Abteilung dann wieder in die Schule ein und nimmt die Ziegelsteine aus den Tornistern.

    25) Horst Wilhelm: Die Region Neunkirchen im Luftkrieg 1939 – 1945, Teil I, Merchweiler 1998

    26) Horst Wilhelm: Luftkrieg über der Saar 1939 – 1945, Merchweiler 2013

    27) Stadtarchiv Neunkirchen: Broschüre „Sportstadt Neunkirchen (Saar) und ihre Jubiläumsvereine 1970“

    28) VfB Borussia Neunkirchen: Mythos Ellenfeld – 100 Jahre Borussia Neunkirchen, S.21, NK 2005

    29) Stadtarchiv Neunkirchen: Sportstadt Neunkirchen (Saar) und ihre Jubiläumsvereine 1970

    30) Stadtarchiv Neunkirchen: Sportstadt Neunkirchen (Saar) und ihre Jubiläumsvereine 1970
       
      Prießnitz-Bad und Volkssonnengarten
      Anfang des 20. Jh. bildeten sich im ganzen Land Gemeinschaften, die, in denen der Ruf nach Selbstbesinnung und gesunder Lebensweise Widerhall fand. Daraus erwuchs die Naturheilbewegung, die auch in Neunkirchen Anhänger fand. Am 21. 10. 1926 trafen sich ein paar Interessierte im Burgkeller in Neunkirchen und gründeten den „Verein für Gesundheitspflege, Natur-, Heil- und Felke-Verein“. 
      Emanuel Felke (1856 – 1926), evang. Pfarrer, war ein Verfechter der Naturheilkunde. Er hatte die nach ihm benannte Felkekur, zu der Einreibungen mit Lehm und Lehmschlammbäder gehörten, und die Irisdiagnostik entwickelt. Er propagierte gesundheitliche Ernährung und Bewegung im Freien. Badeanwendungen sowie Sport und Gymnastik wurden unbekleidet nach Geschlechtern getrennt in abgeschirmten Bereichen betrieben. Felkes letzte Wirkungsstätte war Sobernheim.
      1928 wurde der Verein in „Prießnitz-Verein für naturgemäße Lebens- und Heilweise“ umbenannt. Auch Vincenz Prießnitz (1799 – 1851) war ein autodidaktischer Naturheiler, der aus Schlesien stammte. Er gilt als Erneuerer der Kaltwasserkur. Er entwickelte keine neue medizinische Theorie, machte aber mit seinen Wasserkuren und Luftbädern die Hydrotherapie populär.
      In Neunkirchen begann die Vereinstätigkeit mit oft gut besuchten Vorträgen und Unterweisungen. Im Sommer wurde gewandert und Bewegungssport betrieben.
      In der Generalversammlung an 26. 06. 1927 wurde beschlossen, die Stadt um Überlassung eines Geländes zur Errichtung eines Licht-, Luft- und Sonnenbades zu bitten. Nachdem der Vorsitzende im Februar 1931 beim städtischen Vermessungsamt einen Plan über das „Gelände an der Schäferei“ eingeholt hatte und die Möglichkeit einer Bohrung nach Wasser geprüft worden war, sprach sich die Baukommission der Stadt am 13. 07. 1931 für die Verpachtung des Geländes an den Verein aus. Das 4,2 Hektar große Gelände erhielt nun die offizielle Bezeichnung „Volkssonnengarten“.
      In Eigenleistung der Mitglieder wurde das Gelände, das zunächst auf 25 Jahre angepachtet war, mit Draht und Stacheldraht eingezäunt und es wurde mit dem Bau einer Blockhütte begonnen. Mehrere Wünschelrutengänger bemühten sich, bis eine ertragreiche Wasserader aufgespürt werden konnte. Die Bohrung erbrachte einen Brunnen, der Brausen und ein Planschbecken mit Wasser versorgte.
      Nach einem einstimmigen Beschluss ging es 1933 an den Bau eines Schwimmbeckens, das im Wesentlichen auch in Eigenleistung erstellt wurde. Nach einer Zwangsunterbrechung 1934 wegen fehlender Materialien wurden die Arbeiten nach Materialspenden durch das Neunkircher Eisenwerk und Röchling Völklingen fortgesetzt, so dass das Licht-, Luft- und Sonnenbad 1935 eröffnet werden konnte. Das Becken hatte die Ausmaße 32 X 12 m und eine Tiefe von 1,80 m. Das Bad stand nicht nur Vereinsmitgliedern, sondern auch der Bevölkerung zur Verfügung. 
      1936 wurde dem Verein auf dessen Antrag gestattet, ein Wirtschaftsgebäude mit Umkleidehalle und Vereinszimmer zu errichten. 1938 wurde dieses Gebäude aufgestockt, um eine Wohnung für einen Hausmeister zu schaffen, „wegen ständiger Sachbeschädigungen und sonstiger Straftaten auf dem Vereinsgelände“.
      Während des 2. Weltkrieges ruhte der Vereinsbetrieb, das Bad wurde von der Stadt betrieben. 1948 wurde die Vereinstätigkeit wieder aufgenommen.
      Obwohl die gesundheitliche Bedeutung des Saunabades noch umstritten war, wagte man sich 1957 an die Errichtung einer Sauna im Unteren Friedhofsweg, die aber seit dem 01. 05. 2013 geschlossen ist.
      Schließlich fand die Camping-Idee im Verein immer mehr Anhänger, was 1968 zur Eröffnung eines kleinen Campingplatzes in unmittelbarer Nachbarschaft zum Prießnitzbad führte. Der Platz hat heute 77 Stellplätze, davon sind 60 von dauercampenden Vereinsmitgliedern belegt, die mit ihren Familien oft den ganzen Sommer hier verbringen. Viele Familien haben hier im Laufe der Zeit herrliche Sommer verbracht.
      1976 schloss sich der Verein dem Kneipp-Bund an und führt seither den Namen „Prießnitz-Kneipp-Verein Neunkirchen“. Das Vereinsleben orientiert sich an einer gesunden Lebensführung im Sinne von Vincenz Prießnitz und Sebastian Kneipp, die als Väter der modernen Naturheilkunde gelten.
      Wegen der zunehmenden hygienischen Anforderungen an ein öffentliches Bad kam der Verein in den letzten Jahren mehr und mehr in finanzielle Bedrängnis. Deshalb musste der Bäderbetrieb Ende 2011 eingestellt werden. Campingplatz, Kneippanlage und Grillhütte an der Lakaienschäferei stehen der Öffentlichkeit weiterhin zur Verfügung.
      Seit einigen Jahren öffnet sich der Verein auch dem Gesundheitsport wie Yoga, Wirbelsäulengymnastik und Seniorengymnastik.

      Hockey-Club
      Der Verein wurde 1913 als Hockey-Abteilung des VfB Borussia Neunkirchen gegründet 28.  Erste Spielstätte war der Nebenplatz des Ellenfeld-Stadions, der damals noch einen schwarzen Braschenbelag hatte. Nach einer Unterbrechung durch den 1. Weltkrieg kam es am 17. 11. 1920 zum ersten Wettkampf und zwar gegen den Kreuznacher HC, der mit einer Niederlage endete. Auch danach kamen die Gegner überwiegend aus dem südwestdeutschen Raum29.
      Mit dem Beginn des 2. Weltkrieges 1939 wurde der Spielbetrieb erneut eingestellt. 1946 wurde mit den ersten Kriegsheimkehrern der Spielbetrieb wieder aufgenommen und am 5. 9. 1946 der erste Sieg gegen Saar 05 Saarbrücken erzielt. Wegen der politischen Verhältnisse konnte zunächst nur gegen saarländische und französische Vereine gespielt werden.
      Die Borussia hatte vor dem Krieg eine Tennisabteilung, die Spielplätze am Kohlwaldaufstieg hatte. Da diese Abteilung den Spielbetrieb nicht mehr aufnahm, bemühte man sich um diesen Platz. Die Hockey-Abteilung erweiterte diesen Platz mit eigenen Mitteln zu einem Hockey-Platz. Der Platz lag allerdings auf NE-Gelände. Schnell hatte die Abteilung wieder 150 – 200 Mitglieder.
      Nach wenigen Jahren, Anfang der 50er Jahre, kündigte das Eisenwerk den Pachtvertrag wegen Eigenbedarf. Auf der Suche nach einer Spielstätte kam man auf einen kleinen Sportplatz hinter dem Bergmannsheim in der Geßbachstraße.
      Da aber auch dort keine längerfristig zufriedenstellende Situation gegeben war, war der Vorstand auf der Suche nach einer Örtlichkeit, wo man einen eigenen Hockey-Platz anlegen konnte. Schließlich erwarb man von der Stadt in den 1950 Jahren das Gelände an der Lakaienschäferei. Im Vertrag mit der Stadt war ausdrücklich festgelegt worden, dass der Platz nur zu Hockey-Zwecken genutzt werden soll.
      Überwiegend mit Eigenleistung wurde zunächst ein Hockey-Platz angelegt, was wegen des tiefgründigen, um nicht zu sagen sumpfigen Bodens, außerordentlich schwierig war. Der Platz wurde am 06. 06. 1959 eingeweiht.
      Die Spieler zogen sich zunächst noch im Wald um. 1963 wurde ein Vereinsheim gebaut. Außer zu Umkleidezwecken wurde dieses Heim als Jugendräumlichkeit genutzt. Darüber hinaus standen zwei Räume für Wohnzwecke zur Verfügung, wo auch zunächst immer jemand wohnte.
      Ende der 70er Jahre wurde eine Tennis-Sparte gegründet und 1979/80 ein 2. Hockey-Platz und mehrere Tennisplätze angelegt. Zug um Zug wurden das Vereinsheim und auch der Hauptplatz mit Zuschauerrängen weiter ausgebaut. Schließlich erhielten die Plätze einen Kunstrasen, da das überregional und erst recht international Standart geworden war.
      Als der Hauptverein, die Borussia, 2002 in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, interessierte sich der Insolvenzverwalter natürlich auch für das Hockey-Gelände und die noch nicht verbrauchten Zuschüsse (Sportplanungskommission, Stadt). Nur mit Mühe gelang es, eine rechtliche Trennung vom Hauptverein zu erreichen und die Werte der Hockey-Abteilung aus der Insolvenzmasse heraus zu halten.
      Seit 2003 ist der Hockey- und Tennisclub Neunkirchen e.V. rechtlich selbständig, mit eigenem Hockey-Leistungszentrum und Tennisanlage. Wegen seiner Verdienste um den Verein wurde das Vereinsgelände in Dr.-Otto-Jung-Hockeypark umbenannt.
      Der Verein hat z. Zt. ca. 150 – 200 Mitglieder, überwiegend Jugendliche. Dabei profitiert der Verein vor allem von einer sportlich-pädagogischen Kooperation mit Schulen (Maximilian-Kolbe-Schule).
      Während des Winters wird in einer Halle trainiert. Der Verein hat z. Zt. eine 1. und eine 2. Herrenmannschaft, eine Damenmannschaft, sowie mehrere Knaben- und Mädchenmannschaften, die in Klassen im Südwesten spielen.
      Jährlich wird ein großes Jugendturnier mit ca. 20 Mannschaften zum Teil auch aus dem Ausland vom Verein ausgerichtet.

      Nerother Wandervögel
      Ca. 100 Meter hinter dem IPA-Heim steht unter hohen Tannen versteckt ein kleines Häuschen. Am Giebel ist das Wappen der Nerother-Wandelvögel angebracht.
      Ein Vereinsmitglied teilte mir mit, es beständen noch zwei Gruppen, die sich je einmal im Monat treffen. Wie in vielen anderen Vereinen herrsche jedoch auch bei den Nerothern Nachwuchsmangel.
      Das Vereinsheim wurde in den Jahren 1953/54 in Eigenleistung erstellt. Das Gelände sei von der Stadt angemietet. An dieser Stelle sei eine Betonplatte vorhanden gewesen, die von einer Stallung der Reiter-HJ übrig geblieben sei. Auf diese Platte sei das Heim gebaut worden und zwar aus Bruchsteinen, die die Stadt zur Verfügung gestellt habe. Es seien Steine der alten Pauluskirche gewesen, die beim Fuhrpark gelegen hätten.
      Als sie das Häuschen gebaut hätten, habe auf der Wiese hinter dem IPA-Heim noch das Bauernhaus gestanden. Außerdem habe dort noch ein Blockhaus gestanden, das bis in die 60er Jahre bewohnt gewesen sei.

      Hundesportverein SV OG NK-Furpach
      Nach Auskunft des Vereinsvorsitzenden ging der heutige Verein aus einem 1910 im Gasthaus Reisdorf in der Langenstrichstraße gegründeten Polizeihundesportverein hervor. Unter den Gründungsmitgliedern waren auch mehrere Kriminal- und Polizeibeamte30.
      1912 wurden die ersten Prüfungen durchgeführt. Damals waren neben Deutschen Schäferhunden auch Dobermänner, Rottweiler, Boxer und Riesenschnauzer hervorragende Polizeihunde.
      Von Anfang an war die Übungsplatzfrage das Sorgenkind des Vereins. Der erste Platz war am früheren Schützenhaus am Steinwald, dann am Wasserturm an der heutigen Fernstraße, dann hinter dem Ellenfeldstadion und schließlich die Bergehalde an der Betzenhölle. Schließlich wurde das jetzige Vereinsgelände 1949 von der Stadt auf unbestimmte Zeit gepachtet. Es besteht heute aus zwei Übungsplätzen, einem 1977  erbaut Vereinsheim und verschiedenen Nebengebäuden. Der Platz wurde von den Mitgliedern in Eigenleistung planiert und hergerichtet. Das Vereinsheim wurde für 3000 DM von einem Unternehmer gebaut.
      Während des 1. und während des 2. Weltkrieges ruhte das Vereinsleben. Nach beiden Kriegen dauerte es Jahre bis der Verein wieder auflebte. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Verein 1949 unter dem Namen „Verein der Hundefreunde“ wieder ins Leben gerufen. Aus dem Verein sind mehrere andere Vereine in den verschiedenen Stadtteilen hervorgegangen. 1958 erhielt der Verein den Namen „Polizei- und Schutzhunde-Sportverein Neunkirchen e. V.“ und schließlich 1963 den heutigen Namen.
      Vereinsmitglieder haben im Laufe der Zeit viele Titel und Auszeichnungen auf Landes- und Bundes- und internationaler Ebene errungen. Der Verein hat in der Vergangeneit schon überregionale Veranstaltungen auf dem ehemaligen Sportplatz an der Lakaienschäferei (Hartplatz – heutige Liegewiese des Kombibades) durchgeführt.
      Heute hat der Verein ca. 80 Mitglieder, davon sind etwa die Hälfte aktiv. Die Mitglieder betätigen sich in verschiedenen Sparten:
      • Agility (engl. Behändigkeit)
      • Unterordnung
      • Rettungsstaffel (z. B. Hilfe bei der Suche nach Vermissten).

      Verein für Ausdauersport VfA
      Der am 6. August 1977 im Restaurant des Volkssonnengartens gegründete Verein hat zur Zeit ca. 380 Mitglieder, die in den drei Sparten Lauf, Nordic-Walking und Triathlon aktiv sind. Hervorgegangen war der Verein aus einem seit 1976 rührigen Lauftreff. Der Verein führt jedes Jahr einige Wettbewerbe in Neunkirchen durch (Spiridonlauf, Volksbank Nikolauslauf, Sparkassen Citylauf, Runners Point Triathlon) und Vereinsmitglieder nahmen und nehmen erfolgreich an Wettbewerben außerhalb teil. Die Mitglieder sind in den Klassen jeweils weibliche und männliche Kinder, Jugendliche, Junioren, Frauen und Männer sowie Senioren aktiv.
      Den Vereinsmitgliedern steht das Umkleidegebäude des alten Sportplatzes an der Lakaienschäferei, das der Stadt gehört, zur Verfügung. Von dort starten auch die Trainingsläufe und –märsche. Der Wegfall des Hartplatzes mit Rundbahn sei kein Problem, da dort höchstens mal eine Aufwärmrunde gelaufen worden sei.

      Kombibad Die Lakai
      Neunkirchen hatte bis ins neue Jahrtausend ein wegen seiner kühnen Architektur, insbesondere wegen seiner Dachkonstruktion, auch überregional beachtetes Hallenbad und daneben das von vielen Neunkirchern heiß geliebte Freibad im Kasbruch.
      Im Februar 2006 wurde im Rahmen einer routinemäßigen Überprüfung festgestellt, dass für die Sicherheit des Gebäudedaches des Hallenbades am Mantes-la-ville-Platz keine Gewähr mehr übernommen werden kann. Auch unter dem Eindruck eines kurz zuvor geschehenen Einsturzes eines Hallendaches in Bad Reichenhall mit mehreren Toten wurde daraufhin das Bad von einem Tag zum anderen geschlossen.
      Es reifte nun der Gedanke, ein kombiniertes Hallen- und Freibad zu bauen, da auch das Kasbruchbad erhebliche Mängel aufwies, die auf Grund der Tatsache, dass es darüber hinaus auch noch in einem Gewässerschutzgebiet lag, keine Alternative zu einer Schließung ließen. Deshalb wurde auch das Freibad am 16. 09. 2009 nach der letzten Sommersaison geschlossen.
      Das Hallenbad wurde, nachdem es den Mantes-la-ville-Platz fast 50 Jahre dominiert hatte, Ende 2009 abgerissen. Vorher waren wertvolle Wandmosaiken herausgetrennt worden, um sie im neuen Bad wieder einzubauen. An dieser Stelle steht heute ein neuer Lebensmittelmarkt.
      Auch im Kasbruchbad wurden alle Gebäude abgerissen und die Schwimmbecken demontiert. Die Becken wurden mit Erdmassen verfüllt und ohne Auftrag von Mutterboden oder Ansaaten dem natürlichen Kreislauf überlassen.

      Nun zum neuen Kombibad:
      Auf der Suche nach einem Standort für das neue Kombibad war man zunächst auf ein Gelände an der Kirkeler Straße zwischen dem Einkaufsmarkt (Kaufland) und den letzten Häusern der Wohnbebauung gekommen. Als sich Widerstände der Anwohner abzeichneten, wurde in einer Sondersitzung des Stadt-
      rates Anfang April 2007 einstimmig entschieden, das Bad an der Lakaienschäferei zu errichten. Dies war jedoch nur unter Verzicht auf den dortigen Hartplatz mit der Leichtathletikrundbahn möglich. Von vorneherein war klar, dass es kein Spaßbad werden sollte, sondern ein funktionelles Sportbad.
      Nach dem ersten Spatenstich am 07. 02. 2008 und zügigem Baufortschritt konnte das neue Hallenbad am 27. Mai 2009 eröffnet werden. Herzstück des neuen Bades ist die 39 x 32 m große und durchschnittlich 7 m hohe Schwimmhalle. Sie enthält ein Schwimm-, ein Nichtschwimmer- und ein Planschbecken. Auf der Westseite hat sie eine gläserne Fassade zum Freibad mit Liegewiese.
      Die restaurierten Wandmosaiken sind als Erinnerung an das alte Hallenbad an verschiedenen Wandflächen eingebaut.
      Der über den gleichen Eingangsbereich erreichbare Wellnessbereich bietet auf ca. 350 qm eine Finnsauna, eine Biosauna und eine Dampfsauna. Außerdem gibt es ein Tauchbecken und einen Saunagarten, der durch einen Zaun gegen Einblicke von außen geschützt ist.
      Der Freibadbereich wurde mit einer Verzögerung von einem Jahr am 01. Mai 2010 eröffnet. Auch im Freien gibt es ein Schwimm-, ein Nichtschwimmer- und ein Planschbecken. Die Liegewiese des Freibades befindet sich auf dem Gelände des früheren Hartplatzes mit Laufbahn.

      Rückhaltebecken für Regenwasser
      Zum Abschluss noch ein Wort zu einer baulichen Neuerung, die zwar nicht mit der sportlichen Nutzung des Gebietes der Lakai­enschäferei zu tun hat, aber halt eben dort im Randgebiet liegt, wo früher der Lakaienweiher aufgestaut worden ist.
      Ab 2011 wurde rechts der Straße von Neunkirchen nach Furpach, wo die BAB 8 diese Straße überquert, ein Regenrückhaltebecken für das Wasser der Autobahn und des oberen Kasbruchtals gebaut. Das Becken dient nach Auskunft des Landesamtes für Straßenbau dem Schutz der Trinkwasserbrunnen im Kasbruchtal. Durch Reifenabrieb und Ölrückstände verunreinigtes Regenwasser werde hier vorgereinigt. Eine Folie in fünf Metern Tiefe verhindert das Eindringen von verunreinigtem Wasser in den Erdboden. Der abgesetzte Schlamm wird regelmäßig ausgebaggert und anschließend entsorgt.
      Das Rückhaltebecken wurde im August 2012 in Betrieb genommen.
      Im Zuge der Bauarbeiten wurde auch die Zufahrt zu dem Hundedressurplatz neu angelegt und verbessert.
       

      Armin Schlicker

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