Tilemann Stella, Mathematiker und Astronom Teil 2

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Er brachte Neunkirchen schon 1564 auf die Landkarte   
 
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Herzog Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken
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Titelseite der geografisch-statischen
Landesbeschreibung von 1564
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Blätter mit heute saarländischen Landesanteilen.
Karte ist nach Nordosten ausgerichtet.
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Verzerrungsgitter mit dem grau hervorge­hobenen pfalz-zweibrückischen Besitz
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Blatt 1 mit Fürth, Dörrenbach,
Niederkirchen, Breitenbach
 
Das Kartenwerk konnte bereits 1564 vorgelegt werden. Es besteht aus 16 Einzelblättern im Maßstab von 1:25 000 und einer Übersichtskarte im Maßstab von 1:100 000. Die Blattnummern sind rechts oder links auf den Kartenrändern groß eingeschrieben. Alle Karten haben das gleiche fast quadratische Format von 40 X 39 cm; zusammen ergibt dies ein Tableau von rund 160 x 160 cm. Die Karte ist nicht exakt genordet. Nordnordost ist oben. Die Blattnummern sind auf den Kartenrändern links und rechts groß eingeschrieben.
Der Karteninhalt überdeckt den gesamten quadratischen Blattausschnitt, er erfasst also auch die außerhalb der darzustellenden Ämter liegenden Gebiete. Dies hat zur Folge, dass auf den Blättern 1, 5, 6, 9,10,13 und 14 heute saarländisches Gebiet mit eingezeichnet ist.
Diesem Umstand ist es auch zu verdanken, dass Neunkirchen zu seiner ersten kartographischen Darstellung kam und zwar auf Blatt 5 der Karte.
Zu der Karte verfasste Stella eine geographisch-statistische Landesbeschreibung: „Gründliche und warhafftige Beschreibung der baiden Ämbter Zweibrücken und Kirckel wie dieselbigen gelegen sindt mit ihren bezircken und grenitzen inwenndig und auswendig, Item mit gebirgen, wälden, Rodtbüschen, gesteuden hecken, tälen, Brunnen, weyern oder wägen, bächen, flüssen und wissen – Deßgleichen auch mit allten und newen dorffschafften und antiquiteten gemacht nach der rechten geometrischen art und weis – Durch Tilemannum Stellam von Sigen.“ Stella hat beides, Karte und Beschreibung, offensichtlich als Einheit angesehen.
Die Vermessungsarbeiten begannen Anfang 1563. Stella wurde durch zwei hohe Zweibrücker Beamte unterstützt, Amtmann Hans Landscheid und Landschreiber Heinrich Kassler. Sie stellten die Verbindung zu den einheimischen Bauern her und verpflichteten diese zu Auskünften über Grenzverläufe und Gegebenheiten im Gelände. Die Bauern wurden angehalten, „bei ihren Eiden und Pflichten die Wahrheit zu sagen“. Ihnen verdankte Stella die Fülle der Namen von Flüssen, Bächen, Brunnen, Weihern, von Wäldern und Flurnamen, die er in der Karte festhielt, aber in noch größerer Zahl in die Beschreibung der Ämter übernahm. Auch was er über abgegangene Siedlungen (antiquiteten) ausführt, dürfte er den Bauern zu verdanken haben.
Am 24. Februar 1563 ritt Stella mit seinen Begleitern ins Land hinaus und konnte schon am 8. November des gleichen Jahres die Landesaufnahme beenden und das obwohl die Arbeiten wegen schlechten Wetters, und wegen Sonn- und Feiertagen 12 Wochen und 6 Tage ruhen mussten.
Die beiden Ämter bildeten kein geschlossenes Territorium, allerdings konzentrierte sich der größte Teil des Besitzes um die Orte Zweibrücken und Kirkel. Weiterer zweibrücker Besitz lag an der Blies bei Blieskastel und bei Böckweiler. Daneben gab es einigen gemeinsamen kleinen Besitz mit anderen Herrschaften. Außerdem lag innerhalb des zweibrückischen Gebietes die nassau-saarbrückische Exklave Homburg mit Altstadt, Breitfurt und Ingweiler.
Stella begann mit einer gewissenhaften Aufnahme der Grenzzüge der beiden Ämter. Dann wanderte er die Täler entlang und kartierte alle Flüsse und Bäche, alle Quellen und Weiher, natürliche und angestaute Wasserflächen. Daran schloss sich die Einmessung talähnlicher Geländeformen an, danach stieg Stella auf Geländeerhebungen, vermaß die Wälder, kartierte die Siedlungen und legte die Führung der Wege fest.
Über die kartographische Erfassung hinaus dokumentierte Stella Wald- und Flurnamen, teilte Einzelheiten zur Siedlungsgeschichte, z. B. römische Siedlungsreste (Antiquiteten), mit und notierte vor allem hydrologische Besonderheiten.
Seinen Bericht begann er mit einer detaillierten Grenzbeschreibung. Vermutlich hat er mit einem Kompass in der Hand die Grenzen abgeschritten und hat dabei die Länge der Strecken und die Winkel notiert. Er umschritt die Grenzen des herzoglich zweibrückischen Eigenbesitzes.
Die Grenzen des gemeinsamen Besitzes mit anderen Herrschaften und Die Grenzen fremden Besitzes innerhalb der beiden herzoglichen Ämter.
Dabei überprüfte er auch die Grenzsteine und sonstige Grenzzeichen, letztere beschrieb er auch, wenn dies notwendig war und dies besonders bei strittigen Grenzverläufen.
 
 
Ende des 2.Teil
Fortsetzung folgt
Quellenangaben finden Sie im letzten Teil
Bericht von Manfred Ruffing

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