Heiligenwald, ein Bergmannsdorf Teil 3

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Siedlungsgeschichte der Bergmannskolonie Heiligenwald   
 
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Am Sonnenberg heute
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Bethaus, heut. ev. Kirche
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Heiligenwald mit der alles überragenden kath. Kirche und dem Schlafhaus Riehm im Vordergrund
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Pumpenhaus am Itzenplitzer Weiher
etwa 1930
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Denkmal „Redener Hannes“
 
In den folgenden Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg rundeten umfangreiche Siedlungsmaßnahmen initiiert durch Wohnbau-Vereine wie dem Ketteler-Verein, der Bauinteressengemeinschaft der Bergleute (BIG-Siedlung), dem Siedlerbund und der ehemaligen Gemeinde Heiligenwald, sowie zahlreiche private Initiativen das heutige Erscheinungsbild des ehemaligen Bergmannsdorfes „zwischen den zwei Gruben“, heute ein Gemeindebezirk der Reformgemeinde Schiffweiler mit noch knapp unter 4000 Einwohnern – die meisten wohl immer noch Nachfahren von Bergleuten – in etwa 1400 Wohngebäuden ab.

Was blieb nach der Stilllegung der Gruben Itzenplitz (1958) und Reden (1995)? Reden wurde zusammen mit der Grube Göttelborn als Verbundbergwerk Ost noch bis 2000 weiter geführt. Zahlreiche Industrierelikte aus der aktiven Kohlezeit erinnern an eine über 300 Jahre dauernde Periode, während der sich der Landstrich an der Saar radikal verändert hat. Vor sich hinrostende Schachttürme mit Seilscheiben ohne Seile, Schlote ohne Rauch und Stahlsklette von Schachthallen sind geblieben. Aber auch schräge Hauswände, rissige Mauern und brennende Halden zwischen Bexbach und Ludweiler. Aber auch ehemalige Halden, die zu Event-Orten und Absinkweiher, die zu Sportstadien oder Biotopen wurden, sind verbliebene Zeugen dieser Vergangenheit.

Bedeutsame Wahrzeichen erinnern an die bergmännische Vergangenheit des Dorfes.
Als besonders identitätsstiftende Kulturgüter gelten neben den beiden Kirchen dem evangelischen Bethaus aus dem Jahr 1866 im Baustil der im 19. Jahrhundert entstandenen Grubenbauen im benachbarten Areal der Grube Itzenplitz der im Baustil des Kubismus geschaffenen katholischen Laurentius-Kirche die noch mäßig erhaltenen Industriegebäude der ehemaligen Grube Itzenplitz, darunter das Zechenhaus und die Waschkauen, die beiden Schachttürme von Schacht III und IV, das Stationsgebäude mit Güterschuppen des ehemaligen Bahnhofsgebäudes Itzenplitz, das Pumpenhaus im Itzenplitzer Weiher, das privat errichtete ehemalige Schlafhaus Riehm, die zahlreichen Pingen im westlichen Forstbereich, zahlreiche Bergmannshäuser der 1. und 2. Generation, die historischen Wohnkolonien Margarethenstraße, Akazienweg, Itzenplitz und Sonnenberg, der Bergmannspfad zwischen den ehemaligen Schlafhäusern Itzenplitz und Wemmetsweiler, die 1937 von Fritz Koelle geschaffene überlebensgroße Skulptur des Saarbergmanns, gen. „Redener Hannes“, vor dem Eingangstor des Redener Zechenhauses, der Gedenkstein zur Erinnerung an das Redener Grubenunglück von 1907, bei dem 150 Bergleute ihr Leben verloren.
Heute gibt es keine Bergleute mehr auf einer saarländischen Grube. Einige wenige verbringen ihre letzten Arbeitsjahre in westfälischen Bergwerken.

Im Dorf erinnern zu besonderen Gelegenheiten Bergpensionäre in ihren Bergmannsuniformen an die Bergbauvergangenheit. Sie tragen mit Stolz ihr Fahne- solange ihre müder werdenden Beine sie noch tragen.

Heiligenwald wird aber immer noch mit Recht – ein Bergmannsdorf – genannt.
   
 
Ende
    Dr. Horst Wilhelm

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