Die Bombenangriffe der Alliierten Teil 1

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Luftkriegsereignisse auf Städte und Dörfer in der Region
 
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B-25 – Bomber im Anflug
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Jabo P 47
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Zerstörter Bahnhof in Neunkirchen
Der Zweite Weltkrieg beginnt
Am 1. September 2009 jährte sich zum 70. Mal der Beginn des 2. Weltkrieges, eines Krieges, der wie kein anderer davor mit einer unglaublichen Härte von beiden Seiten geführt wurde. Nachdem offensichtlich geworden war, dass Hitler einen Eroberungs- und Vernichtungskrieg begonnen hatte, verbündeten sich schon bald zahlreiche Nationen mit den Weltmächten USA, Großbritannien und der Sowjetunion gegen das Deutsche Reich.
Beide Seiten setzten in den folgenden fünf Jahren eine gewaltige Kriegsmaschinerie ein, die in knapp 6 Jahren zu unsäglichen Verlusten an Menschen, zivilisatorischen Einrichtungen und kulturellen Werten geführt hat. Nie vorher hat ein zwischenstaatlicher Krieg unter der Zivilbevölkerung – den sog. Nicht-Kombattanten – so viele Opfer gekostet wie der 2. Weltkrieg. Nie vorher wurden wie im 2. Weltkrieg Zivilisten mit Absicht und unter dem Vorwand, die Moral des Gegners zu brechen getötet. Nie vorher wurden flächenmäßig und total menschliche Ansiedlungen, ganze Städte und Dörfer zerstört um Ideologien zu bekämpfen.

Der Luftkrieg sollte eine entscheidende Rolle spielen
Dies alles mit Hilfe eines bis zum Exzess ausgedehnten Luftkrieges mit Hilfe von tausenden hocheffektiver Bombenflugzeugen und Raketen mit konventionellen Explosions- und Brandmitteln sowie erstmals auch mit atomarer Sprengkraft. Wie konnte es zu einem solchen Krieg aus der Luft kommen? Wir erinnern uns an die Situation in unserem Land in den ersten Tagen und Wochen des Krieges.
Am 1. September 1939 machten vor allem die Flüchtlingstrecks aus der sog. Roten Zone entlang der Saar, die tagelang mit ihren Pferde-Fuhrwerken und Kraftfahrzeugen durch unsere Straßen zogen, den Menschen in unserer Region deutlich, dass der Krieg begonnen hatte und das friedliche Leben vorbei war. Der Krieg wurde auch in unserem Land sichtbar und fühlbar. Wehrmachtseinheiten zogen in die Ortschaften, in den umliegenden Wäldern gingen Fahrzeuge und Geschütze in Stellung, wehrpflichtige einheimische Männer verschwanden aus dem Ortsbild. Viele junge Familien waren plötzlich ohne Väter. Der Luftschutz war Tagesgespräch. Die Verdunkelung der Fenster wurde Pflicht, und Probealarme erschreckten die Menschen. Schulkinder wurden zum Einsammeln von Flugblättern und „Brandplättchen“ genannten Phosphor-Selbstzündern, die von der britischen Royal Air Force massenweise abgeworfen wurden, über die Felder geschickt. In den ersten Tagen schon fanden Luftkämpfe mit französischen und britischen Flugzeugen statt. Des Nachts ballerte schwere Flak – damals noch präsent auch in der Region Neunkirchen – auf einzelne eingeflogene Feindflugzeuge. Der Bombenkrieg der späteren Kriegsjahre war noch nicht in Sicht, aber dennoch sammelten die Bewohner unserer Region bereits in dieser frühen Phase mit dieser Form des Luftkrieges Erfahrung. Sie ahnten, dass dieser Krieg schwerpunktmäßig in und aus der Luft geführt werden würde. Sichtbar wurde dies auch durch die intensive Befassung mit dem Luftschutz und der Verpflichtung zur Teilnahme an Luftschutzkursen, die landesweit straßenweise angeordnet wurden.

Luftkrieg – Erinnerungen an den 1. Weltkrieg
Der Luftkrieg fand aber zunächst vorwiegend in der Luft statt. Es war das Muster, das die damals 40-jährigen und Ältere aus dem 1. Weltkrieg kannten. Die Namen Richthofen, Bölke und Udet waren Jedermann ein Begriff. Sie waren die Helden der Luft, allerdings eher von einer gewissen sportlichen als von  militärischer Art. Der Luftkrieg war zunächst vorwiegend ein Krieg der Jagdflieger über den Fronten. Diese griffen hauptsächlich die jeweils gegnerischen Fesselballons an, bzw. verteidigten diese.
Bombenangriffe auf das Hinterland fanden nur sporadisch mit kaum dazu geeigneten Flugzeugen und Bomben statt. So fielen u.a. auch in Neunkirchen im Bereich des Neunkircher Eisenwerkes erstmals Bomben. Für die deutsche Bevölkerung ein Vorgeschmack, wenn auch nur ein schwacher – angesichts der geringen Wirkung, bedingt durch die schwachen Luftstreitkräfte und der eingesetzten Waffen.

Der Luftkrieg im 1. Weltkrieg war keine Vorlage

Für die Verantwortlichen des Luftkrieges des Zweiten Weltkrieges konnte der erste Weltkrieg keine Vorlage sein. Die negativen Erfahrungen des 1. Weltkrieges hatten zu einem völligen Umdenken geführt, was Strategie und Taktik angeht, obwohl in diesem Krieg bereits alle bis dahin bekannten Luftfahrzeuge operativ eingesetzt worden waren, wie zum Beispiel:
• Gasgefüllte Fesselballons als „Beobachtungsstationen“ zur Aufklärung und Feuerleitung für die Artillerie;
• Jagdflugzeuge zur Bekämpfung der gegnerischen und zum Schutz der eigenen Beobachtungsstationen;
• Bombenflugzeuge als „Artillerie der Luft“ im Frontbereich sowie
• Bombenträger – Flugzeuge und Zeppeline –  auf das jeweils gegnerische Hinterland zur Störung der industriellen Produktion  von Kriegsgütern und auch bereits zur Terrorisierung der Bevölkerung.

Der Luftkrieg fand zunächst vorwiegend in der Luft zwischen Jagdflugzeugen statt, deren Piloten erbitterte Luftkämpfe über der Front mit beidseitigen hohen Verlusten führten. Krieg aus der Luft, also Bombenangriffe auf das Hinterland fanden wie erwähnt nur sporadisch mit kaum dazu geeigneten Flugzeugen und wenig wirksamen Bomben statt. Neunkirchen machte erstmals Bekanntschaft mit Bomben, die auf das Gelände des Eisenwerkes fielen. Ein wenig beeindruckender Angriff mit geringer Wirkung. Die Bevölkerung Großbritanniens hatte da schon andere Erfahrungen hinter sich. Die deutsche Kriegsführung im ersten Weltkrieg hatte sehr schnell begriffen, dass sie im Zeppelin, dessen Siegeszug im Jahre 1909 begonnen hatte, eine bessere Waffe besaßen, die für militärische Zwecke genutzt werden könne. Und so kam es, dass gerade die Deutschen die Technik des Flächenbombardements erfanden und erstmals ein Luftfahrzeug zu Terrorangriffen auf englische Städte, wie z.B. London, Manchester, Liverpool und Sheffield einsetzten.
Der Einsatz der Zeppeline war allerdings eine Fehlkalkulation, was den Ausgang des Weltkrieges betrifft. Sie waren zu langsam und daher und wegen der gefährlichen Gasfüllung leicht zu treffende und zu vernichtende Ziele. Ihr Einsatz hatte allerdings eine enorme psychologische Wirkung, die 15 Jahre später im Zweiten Weltkrieg von großer Bedeutung werden sollte, bewirkte er doch eine Meinungsbildung in der britischen ­Bevölkerung hinsichtlich der Akzeptanz von Flächenbombardements, die sich für Deutschland verhängnisvoll auswirkte.

Eine neue Doktrin: Der strategische Bombenkrieg
Dass alle beteiligten Luftwaffen im ersten Weltkrieg nicht kriegsentscheidend waren, lag nicht nur an der Unvollkommenheit der Flugzeuge – durch schwache Motoren bedingte geringe Tragfähigkeit und Reichweite, schwache Bewaffnung, fehlende Navigationshilfen und Kommunikationsmittel vom Flugzeug zur Basis – sondern auch an einer fehlenden Doktrin, also der Festlegung der Aufgaben einer Luftwaffe in der Kriegsführung. Flugzeuge – Jäger wie Bomber – wurden ausschließlich taktisch eingesetzt, d.h. spontan für akute militärische Operationen. Es fehlte ein strategisches Konzept.
Dies änderte sich erst, nachdem 1921 der italienische Marschall Giulio Douhet eine Expertise zum Luftkrieg veröffentlichte, die große Beachtung bei den britischen und amerikanischen Militärs fand. Der Kern seiner neuen Lehre: Die Luftwaffe sollte als eine strategische Waffe betrachtet werden, die bei entsprechender Stärke in der Lage sei, dem Angriff eines möglichen Gegners durch die Zerstörung seiner für den Krieg notwendigen Ressourcen zuvor zu kommen. Damit war das später so erfolgreiche Konzept des Strategischen Bombenkrieges geboren.

Als Kern dieses Konzeptes werden drei Grundsätze genannt:

1. Durch intensive Bombenangriffe werden die für die Kriegsführung wichtige Produktion von Waffen, Munition und Treibstoff erschwert, gestört oder ganz ver­hindert.
2. Durch die Zerstörung der Verkehrswege und Transportmittel wird die Verbringung von Menschen und Material zur Front ­verhindert.
3. Durch die Bombardierung der industrienahen Wohnviertel wird die Moral der dort lebenden Arbeiterschaft gebrochen und damit Druck auf ihre Regierung ausgeübt. Um diese Forderung durchzusetzen, müsse die Flugzeugindustrie Bombenflugzeuge mit großer Tragkraft und Reichweite entwickeln und die Produktion von mindestens 1000 ständig einsatzbereiten Bombern gewährleisten können. Dazu sei durch eine ähnlich hohe Jagdflugzeug-Produktion eine absolute Luftherrschaft zu sichern.

Doktrinen entscheiden über den Aufbau der Luftstreitkräfte

Diese Vorschläge des Marschalls fanden bei den Alliierten des 1. Weltkrieges große Sympathien und wurden Bestandteil der jeweiligen Doktrin der Briten und der USA. Frankreich sah sich dagegen außerstande, die wirtschaftlichen Folgen zu tragen, die sich beim Ausbau und bei der Modernisierung der Luftwaffe ergeben hätten und setzte daher auf die konventionelle Doktrin: Verteidigung der nationalen Territorien und Unterstützung der Bodentruppen.
Deutschland setzte ebenfalls auf die konventionelle Doktrin der Verteidigung des Reiches und der Unterstützung der Bodentruppen und darüber hinaus auf den „Blitzkrieg“ als Angriffs- und Eroberungskrieg mit schnellen und wirkungsvollen operativen Einsätzen im taktischen Einsatz.
Diese jeweils unterschiedlichen Doktrinen bestimmten schließlich die Konstruktion und den Bau entsprechender Flugzeuge und als der 2. Weltkrieg am 1. September 1939 begann, konnten die Kriegsgegner ihre Doktrinen stufenweise vom konventionellen Anfang bis zum vernichtenden Saturation bzw. Moral Bombing je nach Rüstungsstand und politischer Einigung innerhalb der Alliierten umsetzen.
Und so aufgestellt und vorbereitet nahm der Bombenkrieg von beiden Seiten im Herbst 1940 seinen Anlauf. Die deutsche Luftwaffe begann ihre Bombardements auf englische Hafenstädte zur Vorbereitung einer Invasion, blieb aber nach hohen Verlusten in dieser sog.  „Schlacht um England“ erfolglos. Hitler verlegte sich vom Blitzkrieg auf eine für ihn nicht weniger verlustreiche Strategie der Flächenbombardements, allerdings nun mit hierfür kaum geeigneten Flugzeugen.
Auf der Gegenseite hatten die Alliierten inzwischen die Bühne für ihre Strategie be­reitet und begannen ihrerseits den Bombenkrieg gegen das Deutsche Reich, der in fünf sich ständig an Intensität steigernden Phasen bis zum bitteren Ende für Deutschland ­verlief.

Phase I
September 1939 bis Mai 1940 Krieg in der Luft

Der Beginn des Luftkrieges im September 1939 findet ausschließlich zwischen der Deutschen Luftwaffe (DLW) und der französischen Armée de l’Air, die unterstützt wurde  durch das britische Expeditionscorps AASF (Advanced Air Striking Forces) der RAF. Die Luftstreitkräfte tasten sich ab und beschränken sich auf die gegenseitige Aufklärung. Zum Einsatz kommen auf deutscher Seite vorwiegend Me 109E, Do 17 und HS 126, von Seiten der AdA Bloch 200, Morane und Curtis H75, von Seiten der AASE Fairey ­Battle, Hurrikane Mk I, Hampdens und ­Wellingtons.

Phase II
15. Mai 1940 bis Februar 1942 Krieg aus der Luft „Selective Industrial Bombing“

Die britische RAF beginnt den strategischen Bombenkrieg unter dem Motto „Bombenangriffe auf ausgewählte Industrieziele“ mit der Bombardierung von Industriegebieten in Westdeutschland. In dieser Phase werden mehr als 260 deutsche Städte erstmals mit zum Teil mehr als 100 Flugzeugen bei Nacht angegriffen, darunter Köln und Hamburg mehr als 40 Mal.
Zum ersten Mal fallen auch Bomben auf das Kreisgebiet: Am Montag, dem 30 September 1940 waren laut Operationsbericht der RAF 104 Blenheims, Hampdens, Wellingtons und Whitleys zu zahlreichen Zielen über dem Deutschen Reich zwischen der Westgrenze und der Reichshauptstadt Berlin unterwegs. Gegen 22.15 Uhr ertönten im Luftwarnbereich Neunkirchen/Ottweiler die Luftschutzsirenen: Fliegeralarm. Intern war bereits gegen 22 Uhr eine Luftgefahrmeldung eingegangen.  Gegen 22.15 Uhr dann Motorengeräusch und fünf Minuten später rauschten über der Kokerei des Eisenwerkes an der Saarbrücker Straße Bomben herunter.

Hierüber berichtet Heinz Gillenberg:
„Schon um 22.43 h hatte die Werksfeuerwehr 12 Brandbomben in der Nähe der Koks­öfen gelöscht. Insgesamt waren 20 Brandbomben gefallen… Von den gemeldeten Sprengbomben waren drei explodiert, drei weitere lagen als Blindgänger im Gelände. Sie wurden am gleichen Tag von einem Wehrmachtkommando auf  einem Erzlagerplatz bei der Sinteranlage gesprengt. Ein nennenswerter Schaden war nicht entstanden.“
Die RAF vermeldete für diese Nacht den Verlust von 3 Wellingtons und 2 Whitleys.
Knapp drei Monate später, einen Tag vor dem Weihnachtsabend des Jahres 1940, sollten lt. Operations-Tagebuch 43 Blenheims, Wellingtons und Whitleys Ludwigshafen/ Mannheim angreifen. 2 erreichten ihren Zielort nicht und suchten sich andere Gelegenheitsziele (Opportunity Targets). Einer davon entlud seinen Bombenschacht über der Eisenbahnstrecke Schiffweiler-Wemmetsweiler. Nach einem Bericht der Polizeidienststelle Schiffweiler vom gleichen Tag konnten die „drei Spreng- und etwa 50 Stab-Brandbomben außer Glasbruch an einem Wohnhaus und der Zerstörung der elektrischen Überlandleitung keinen größeren Schaden“ anrichten. Es war der erste von zahlreichen weiteren Bombenabwürfen, die die Bahnstrecke zwischen Schiffweiler und Wemmetsweiler in der Ortslage Schiffweiler in den folgenden Jahren immer wieder im Zusammenhang mit den Angriffen auf Neunkirchen zum Ziel hatten.
Hitler befiehlt Bombenkrieg auf englische Städte. Nachdem die Schlacht um England von der Deutschen Luftwaffe nicht gewonnen werden konnte, ändert Hitler die Strategie der DLW und befielt den Bombenkrieg auf englische Städte („Wir werden ihre Städte ausradieren!“). Die DLW erleidet aber wegen der massiven britischen Jagdabwehr und der Verbesserung des Boden-Luft-Radars an der Kanalküste schwere, an die Substanz gehende, Verluste. Aber auch die britische RAF muss ihre Angriffe reduzieren und sieht sich gezwungen, das Konzept des selektiven Bombardierens, wegen technischer Mängel bei den Flugzeugen (Navigation, Zielerfassung, Abwurftechnik, verwendetes Bombenmaterial) zu überprüfen. Diese Überprüfung beginnt mir der Ernennung von Air Chief Marshall Arthur Harris zum Chef des Bomber Commands und der Einführung von drei neuen viermotorigen Bombern, der Sterling, Hallifax und Lancaster. Mit der Einführung eines besseren Navigationssystems (Gee) und dem neuen „Norden“-Bomben-zielgerät beginnt die Phase III.

Phase III
März bis Dezember 1942 „Saturation Bombing“

Diese Phase ist gekennzeichnet durch den Übergang zur Flächenbombardierung deutscher Städte, dem Area Bombing – häufig auch als „Saturation oder Moral Bombing“ bezeichnet durch die RAF. Letzteres, weil durch die Bombardierung von Wohnbereichen der Industriestädte die Bevölkerung ihre „Moral“ verlieren und die deutsche Regierung zum Kriegsschluss zwingen sollte.
Saarbrücken wird unter den saarländischen Städten das erste Ziel: In der Nacht vom 29. zum 30. Juli greifen 246 RAF-Bomber die Stadt an und verursachen durch 21 Minenbomben (Block Busters), 424 Spreng- und 15.000 Brandbomben auf Industrie- und Wohngebiete des Stadtzentrums und der Nordweststadt schwere Schäden. 155 Tote und zahlreiche Schwerverletzte ist die traurige Bilanz. Bis zum Jahresende erfolgen drei weitere Angriffe.

Phase IV
Januar 1943 bis März 1945 Combined Bomber Command

Im Januar 1943 hatten Churchill und Roosevelt auf der Konfernz von Casablanca die gemeinsame Luftoffensive mit dem Ziel der „fortschreitenden Zerstörung des deutschen militärischen, industriellen und wirtschaftlichen Systems und der Untergrabung der Moral der Zivilbevölkerung bis zur tödliche Schwächung der deutschen Widerstandskraft“  beschlossen.
Von nun an waren die beiden Bomber Commands der RAF mit ihren viermotorigen Bombern vom Typ Lancaster, Stirling und Halifax  und der 8. US Air Force mit den fliegenden Festungen B-17 und B-24 Tag und Nacht bis zum März 1945 unterwegs und bombardierten deutsche Städte, sowie strategische Kriegsziele, wie Häfen, Industriewerke, Verkehrseinrichtungen und militärische Einrichtungen.

Die Saar im Visier von RAF und 8. USAAF
Der Saarraum lag als Einfallstraße ins Reich für die 3. US-Armee unter General Patton und die 7. unter General Piech ab dem Frühjahr 1944 besonders im Visier der alliierten Luftstreitkräfte. Bevorzugte Ziele: die Eisenbahnlinien von Osten und Nordosten in Richtung der West- und Südgrenze mit den Befestigungen des Westwalls zwischen Saarbrücken und Merzig und an der Südgrenze im Bliesgau. Die Verkehrsknotenpunkte Saarbrücken, Homburg, Türkismühle und Neunkirchen mit ihren Verschiebebahnhöfen und Brücken hatten die  Hauptlast der Angriffe zu tragen.
Bei insgesamt 61 Angriffen hatten die Bomberverbände saarländische Städte und Dörfer und Orte im westpfälzisch/saarländischen Grenzraum im Visier. Seit dem 3. Mai hatte vor allem die Stadt Saarbrücken unter wiederholten Angriffen der 8. USAF zu leiden. Am 11. Mai mussten 202 Menschen im Bombenhagel ihre Leben lassen und am gleichen Tag warfen 17 Fliegende „Festungen“ aus dem Saarbrücker Verband ihre Bomben – wahrscheinlich auf Grund einer Fehlnavigation – über Dirmingen ab und richteten dort große Zerstörungen an.
Es war auch eine Fehlnavigation, die 12 Tage später, am 23. Mai, den ersten Großangriff auf Neunkirchen verhinderte. 37 B-17 der 1. und der 3. Bomberdivision waren zu einem Angriff auf Neunkirchen gestartet, verpassten aber das Ziel, überflogen die Stadt und warfen ihre Bomben – 111 Tonnen – auf Wohnbezirke und das dortige Eisenwerk ab. Traurige Bilanz: 93 Tote.

 
Ende des 1. Teils, Fortsetzung folgt
Ein Bericht von Dr. Horst Wilhelm

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