Luftkrieg über der Region

Zugriffe: 458
1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Bewertungen 0.00 (0 Abstimmungen)
Neunkirchen und Homburg im Zweiten Weltkrieg
 
luftkrieg_01  

Das zerstörte Finanzamt.

Quelle: Archiv Horst Schwenk

Anlässlich der 70ten Wiederkehr des Beginns des 2. Weltkrieges nimmt der Historische Verein Neunkirchen Gelegenheit, Ereignisse des Krieges, die unsere engere Region betreffen in Erinnerung zu rufen. Der Referend Dr. Horst Wilhelm – Verfasser mehrerer Bücher von dem Luftkrieg über Neunkirchen – berichtet in anschaulicher Weise über die Schrecken jener Tage. Am 30. September 1940 lag die Stadt Neunkirchen erstmals im 2. Weltkrieg im Fadenkreuz alliierter Bomber. Gegen 22.15 Uhr hatte die Luftwarn-Meldestelle Neunkirchen/Ottweiler Motorengeräusche gemeldet. Kurz darauf rauschten über der Kokerei des Eisenwerkes ca. 20 Brandbomben und 6 Sprengbomben herunter, die – so Zeitzeuge Heinz Gillenberg – „keinen nennenswerten Schaden“ angerichtet hatten. Der Stadt Neunkirchen verblieben danach noch drei Jahre und acht Monate Frist bis zur Rückkehr des Luftkrieges. Am 27. Mai 1944, dem Pfingstsamstag, hatte die alliierte Luftkriegsplanung erstmals die Stadt Neunkirchen auf dem Angriffsplan. 66 viermotorige B-24 „Liberator“ warfen gegen 13.35 Uhr 164 Tonnen Spreng- und Brandbomben  auf die Unterstadt mit dem Bahnhof und den Bahnanlagen entlang der beiden Bahnstrecken in Richtung Saarbrücken. Der Angriff forderte 48 Tote. Ein Dutzend Wohnhäuser zwischen Unterstadt und Schiffweiler/Landsweiler erlitten Totalschäden. In den nachfolgenden 10 Monaten war, bedingt durch die kriegswichtige Eisen- und Stahlindustrie und die für die Front bedeutsame Verkehrslage, Neunkirchen 17mal Ziel der alliierten Bomberverbände. Die Stadt Homburg erlitt elf Angriffe, davon zwei durch die R.A.F. Mit der weitgehenden Zerstörung der Stadt fünf Tage vor dem Einmarsch der US-Truppen hatte Neunkirchen mit insgesamt ca. 400 Luftkriegstoten einen hohen Blutzoll gezahlt und durch die Totalzerstörung von 25% der Wohnhäuser ein hohes Maß an baulicher Substanz verloren. Dr. Horst Wilhelm berichtet anhand von Archivunterlagen und den Angaben zahlreicher Zeitzeugen über die Bombenangriffe auf die Stadt Neunkirchen und gibt zuvor einen Überblick über die Geschichte des Luftkrieges und diskutiert zum Schluss die Frage, inwieweit die von beiden Seiten angewendete Methode der Flächenbombardements im Zweiten Weltkrieg unter der Einbeziehung der Zivilbevölkerung als Kriegs­verbrechen anzusehen sind.
 Historischer Verein Neunkirchen

Kommentar schreiben

Kommentar-Regeln

Es versteht sich, dass Beiträge mit sittenwidrigem oder rechtswidrigem Inhalt auf unserem Server nicht geduldet werden.
Sie verpflichten sich, keine Beiträge zu veröffentlichen, die gegen geltendes deutsches Recht verstoßen.
Wir erwarten, dass Sie einen höflichen und sachlichen Ton wählen.
In Kommentaren ist Lob ebenso willkommen wie scharfe, sachbezogene Kritik. Alle Kommentare von Schmähkritik werden jedoch nicht akzeptiert. Ebenso tolerieren wir keine Angriffe auf Personen in herabsetzender Form.
Weiterhin unerwünscht sind anstößige Bemerkungen, Fäkalsprache, sexistische Begriffe, rassistische Inhalte oder Anstoß erregende Formulierungen.
Eine anonyme Kommentierung wird von uns nicht veröffentlicht, stehen Sie zu dem was Sie meinen.

Wir behalten uns vor, Ihren Zugang zeitweilig oder auf Dauer zu sperren, wenn Sie die Regeln missachten.

Ihr Team vom Stadtmagazin "es Heftche"®


Sicherheitscode
Aktualisieren