Ein weiterer Gang durch das Eisenwerk Teil 2

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Ein kleiner Rückblick in die Fünfziger Jahre Neunkirchens
 
 
Stolleneingang
Plan Nordwerk
Micher wird gefüllt
Konverter füllen
Konverter entschlacken
Martinofen
Über eine schmale Brücke gelangte man damals zum Torhaus 1, ein kleines Fachwerkhaus. Rechts stand die alte R 2, dahinter das Stahlwerk und links daneben das Mischergebäude. Vor dem Torhaus überspannte eine schmale Fußgängerbrücke das Werksgelände. Sie führte in den Kohlwald zu den ­Tennisplätzen und nach Bauershaus. Diese Brücke wurde abgerissen und am Hang das neue Labor gebaut. Zwischen der Blies und der Bahnböschung standen die Versuchsanstalt, auch V Q genannt, die Kantine und das Aufenthaltsgebäude der Maurer Nord. Die Gebäude waren über eine schmale Brücke zu erreichen. Die Mischer hatten die erste Funktion im Nordwerk. Bevor das Roh­eisen, welches mit der schon genannten Roheisenbahn ankam, in den Mischer gegossen wurde, zog man noch mal die Schlacke ab. Im Mischer selbst wurde das Roheisen auf Temperatur gehalten bis es den Weg zum Martin– oder Stahlwerk antrat. Rechts hinter dem Mischer folgte das Stahlwerk mit den 6 Konverter, der Gieß- und Kokillenhalle.
Nach Beginn des Jahres 1880 wurde im Gebiet „Rockers Au“ der neue Stahlwerksbau begonnen, der bereits 1881 in Betrieb ging. Es waren damals 2 Konverter mit einem Fassungsvermögen von etwa 11 Tonnen.
Der Neubau eines modernen Stahlwerks wurde Anfang 1900 in Angriff genommen. Der Betriebsablauf im Stahlwerk. Das Roh­eisen wurde am Mischer in eine so genannte Pfanne gefüllt und in die Konverterhalle gefahren. Der erste Kran hob die Pfanne aus dem Wagen und kippte das flüssige Roheisen in den flachgelegten Konverter.
Der zweite Kran füllte noch Schrott und andere Zusätze dazu. Kalk wurde von oben über die Kalkbühne zugesetzt. Nach einem lauten Pfeifsignal wurde der Konverter mit Wasserdruck über Kolben und Zahnstange, begleitet von einem lauten Fauchen und Funkenflug in die Senkrechte gefahren. Nun wurde durch den gelöcherten Boden Luft und später Sauerstoff eingeblasen um dem Eisen Phosphor, Schwefel und Kohlenstoff zu entziehen.
Nach dem Blasvorgang der etwa 20 Minuten dauerte, wurde erneut Schlacke in bereit stehende Schlackenwagen, so genannte Käsjer abgegossen. Die Entsorgung der Schlacke übernahm eine Schmalspurlok die dann die Schlackenwagen zu einem Abstellgleis bei der Schwellenspitze fuhr. Nach einer Abkühlungszeit fuhr man die Wagen dann zur Schlackenmühle bei Wiebelskirchen, um so daraus Thomasmehl, ein begehrtes Düngemittel, herzustellen.

Zurück zum Stahlwerk:
Die fertig geblasene Charge wurde in die bereit stehende Pfanne des Gießwagens gekippt, und in die sich anschließende Gießhalle gefahren. Dort wurde der Stahl in die in einer Gießgrube stehenden Formen (Kokillen) gegossen. Nach dem erkalten der ­Blöcke zog ein Zangenkran, genannt Stripper, die Blöcke aus den Formen und setzte sie in einen Blockwagen. Dieser fuhr die Blöcke in die daneben liegende Walzwerkshalle. Dort setzte man sie in die Tieföfen um sie erneut auf Walztemperatur zu erhitzen. Schon Anfang der 50 er Jahre wurden nacheinander größere 40 Tonnen Konverter eingebaut um die Kapazität zu erhöhen. Man musste, bedingt durch die größeren Böden der neuen Konverter, eine neue Stampferei zwischen Blies und Stahlwerk bauen. Die alte Stampferei neben dem Martinwerk wurde stillgelegt. In den 70 er Jahren wurde das Stahlwerk umweltfreundlich umgebaut.

Das Martinwerk:
Direkt neben dem Stahlwerk befand sich das Martinwerk mit Gießhalle und Schrottplatz. Dahinter standen das alte und das neue Gebläsehaus. Das Martinwerk wurde schon im März 1949 angefahren. Es handelt sich um drei so genannte gasgefeuerte Herdschmelz­öfen mit einem Fassungsvermögen von 55 Tonnen. In den Öfen wird Roheisen unter dem Zusatz von Schrott und bestimmten Legierungen zu Martinstahl geschmolzen.

Ende des 2. Teils, Fortsetzung folgt
Lothar Spengler

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