Weiterer Gang durchs Neunkircher Eisenwerk Teil 1

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In den 50er Jahren – der dritte Teil   
 
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Der Plan aus dem Jahre 1797
 Quelle: Stadtbuch 2005, S. 130
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Plan zeigt unten den großen Hüttenweiher
mit einer Fläche von 74 Morgen.
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Bild der Kippe. Quelle: as 292-34
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Bild der Kippe. Quelle: as 292-34
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Der 3. Plan von 1887 zeigt die Lage der beiden Weiher.
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Bild der Kippe. Quelle: as 292-34
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Bild der Kippe. Quelle: as 292-34
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Der Plan von 1901
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Abb. 20: Erzeugnisse aus dem Grundstoff Kohle.
Das alles gewinnt man aus Steinkohle.
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Betrieb unterhalb Saarbrücker Straße
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Kokerei mit Trasse
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Quelle: as 358-3
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Quelle: as 358-4
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Handarbeit beim Kokslöschen.
Quelle: as 358-5, Quelle: as 106-20
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Plan der gesamten Kokerei
 
Eine Eisenhütte ohne Wasser ist nichtvorstellbar, das gibt es nicht. Denn zum Antrieb der Blasebälge und Hämmer und zur Kühlung der Öfen war einfach das Wasser so notwendig wie das Erz, die Holzkohle und der Koks. Das Wasser war der natürliche Kraftquell einer Eisenhütte.

Der Plan aus dem Jahre 1797 zeigt das eindeutig. So hat man in Neunkirchen die Werke, als erstes die „Obere Schmelz„ gespeist durch den Sinnerbach und kleiner Wald­bäche und die „Untere Schmelz„ durch den großen Hüttenweiher, der Zulauf aus dem Bocksgraben und dem Heinitzbach erhielt, dort angelegt. Das Werk lag also genau im Schnittpunkt dieser beiden Wasserkräfte.
Aber im Winter, bedingt durch Eis, oder im Sommer durch niedrigen Wasserstand kam es oft zu Ausfällen. Aus diesem Grund hat Stumm schon 1835 die erste Dampfmaschine an der oberen Schmelz aufgestellt.
Der nächste Plan zeigt unten den großen Hüttenweiher mit einer Fläche von 74 ­Morgen. Er diente in dieser Zeit als Fischweiher Er hatte eine Ausdehnung von den späteren Meisterhäusern bis zum Heinitzerweg. Der Plan zeigt auch mitte links die Hofgebäude und die dazu gehörigen Ländereien. Oben sehen wir den Hammerweiher (später Parkweiher) mit den Anfängen des Werks  (18 Morgen).
Das ganze Gelände war mit dem Werk bis zum Einmarsch der französischen Revolutionstruppen fürstlicher Besitz und wurde davor ab 1748 nur zusammen verpachtet. Im Jahr 1806 erwarben die drei Gebrüder Stumm, Friedrich, Johann  und Christian das Eisenwerk, welches zu diesem Zeitpunkt völlig marode und herab­gewirtschaftet war. Es begann eine Zeit des Aufbaus und Neuerungen im damaligen Hüttenwesen.
Im Jahr 1809 kaufte die Familie Stumm das ganze Hofgelände rund um den Weiher dazu, sie war damit der größten  Grundbesitzer in Neunkirchen.
Nur die Schlawerie konnten sie nie erwerben (sie blieb im Privatbesitz).
Der 3. Plan von 1887 zeigt ebenfalls die Lage der beiden Weiher. Auch die ersten Puddelwerke an der Saar, in Betrieb von 1833 – 1915. Ebenfalls die erste Walzenstraße an der Saar. Durch die Erfindung des Thomasstahls waren die Tage des Puddeleisen gezählt und Stumm kaufte das Gelände hinter der Bahn von der Gemeinde Wiebelskirchen zum Bau eines Stahlwerks (Rockers Au ).
Der Plan von 1901 zeigt alle Werksgebäude, auch in der Stadt (Kasino, Wohnhäuser, Viktoriahospital, u. s. w.) Den schon kleiner gewordene Hüttenweiher, der durch das Zuschütten mit Schlacke der Puddelöfen, die über eine Seilbahn vom Südwerk über den Park und  die Saarbrücker Straße zum Weiher gelangte. Die Seilbahn ist eingezeichnet. Durch das Entsorgen der Schlacke gewann man auch weiteres Werksgelände am Boxberg.
Das Schotterwerk war ein  Nebenbetrieb des Hochofens. Lage: Zwischen Heinitzerweg und der Bahnlinie  Schlawerie – Dechen. Die am Hochofen anfallende Schlacke wurde mit Schmalspurloks in Schlackenpfannen zur Halde gefahren. Die Schlacke entsteht bei der Herstellung von Roheisen im Hochofen bei 1500 Grad. ­Verwendung: Straßenbau, Zement, Schlackensand. Zu sehen sind vier Bilder der Kippe. In dem Betrieb, der unterhalb der Saarbrücker Straße lag, wurde in Teerblasen, das sind kesselartige Gebilde, Teer gesiedet. Aus dem gewonnenen Pech wird Holzschutzmittel, Dachpappe und Teer zum Straßenbau hergestellt. Aus dem Naphtalin werden Farbstoffe und Mottenkugeln hergestellt.

Die Kokerei mit Trasse der Königsbahn und Resten des großen Hüttenweihers um 1930. Hier verläuft heute die Königsbahnstraße. Der Damm war ab 1868 aufgeschüttet worden.
Plan der gesamten Kokerei: Im oberen Teil an der Saarbrücker Straße befand sich die Nebengewinnung. Hier stand auch der Unglücksgasometer (10. Februar 1933). Unterhalb einer etwa 15 Meter hohen Stützmauer war der Standort der Kokerei. Das ganze Gelände ist abgedeckt und gehört heute zum an der Königsbahnstraße liegenden Hüttenpark 2.
Weitere interessante Fotos zeigen den Neubau der Hochleistungsgruppe. Sie wurden 1928 aufgenommen.
 
Ende des 1. Teils, Fortsetzung folgt
Ein Bericht von Lothar Spengler

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