Der älteste Steinkohlebergbau in Deutschland Teil 2

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Die Keltengrube auf dem Riedberg bei Heinitz
 
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Eine Probe der Heinitzer Kännelkohle im Geologischen
Museum der Saarbergwerke AG
Literatur:
  • A. Kolling, Das Grabhügelfeld bei Rubenheim, Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern im Saarland, Verlag: Philipp von Zabern, Mainz 1975, S.153
  • H.Engel, Palnyologie im Dienste der Archäologie, Arbeitskreis Paläobotanik und Palnyologie, Krefeld 1989
  • Rochna, Zur Herkunft der Manchinger Sapropelit-Ringe. Germania 1961, S.349
  • M.Teichmüller, Organic petrology in the service of archaeology, International journal of coal Geology 20, 1992, S. 15
  • A.Kolling, Steinkohle bei Kelten und Römern, Brennstoff, Schmuck und Waffen. Saarbrücker Bergmannskalender 1986, Seite 115
  • H.Müller, Kännelkohle und ihre Bedeutung für Kultur und Bergbau. Saarpfalz Blätter für Geschichte und Volkskunde 2003/04, Homburg, S.28
  • O.Rochna, Hallstattzeitlicher Lignit und Gagatschmuck, in Fundberichte in Schwaben 1952, Seite 65
  • Rißwerk des Königlich Preußischen Steinkohlebergwerks Heinitz
  • G. Weisgerber, Kohle-Archäologisches Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Band 17, Walter De Gruyter Verlag Berlin – NewYork
  • H.Müller, Schon vor 2500 Jahren Abbau von Kännelkohle im Felde des ehemaligen Steinkohlebergwerks Heinitz? Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend  2002/03, S.15
  • H.Müller, TU Clausthal, 8.Altbergbau-Kolloquium 2008, Seiten 510-517
 
Ein untersuchtes Kohlefeld wird hier summarisch mit dem Begriff „Taube Kohle“ bezeichnet. Damit ist sicherlich das frühere ­Abbaugebiet der Kelten angesprochen.
Der Abbau der keltischen Bergleute umfasste im Flöz Tauentzien die Fläche zwischen dem Ausgehenden des Flözes und der durchschnittlich etwa 10m Flöz-Teufenlinie. Der Abbaubereich umfasste  eine streichende Länge von wenigstens 700 m.
Die Kännelkohle ist eine besondere Art der Steinkohle. Sie besteht überwiegend aus Pollen und Algen einer speziellen Pflanzenwelt und aus feinsten Schlämmen. Sie heißt deswegen auch Sapropelit. Im Laufe des genetischen Geschehens wird sie in große Teufen gedrückt und  dann unter hohem Druck  und hohen Temperaturen gebildet.
Der Name Kännelkohle kommt aus dem Englischen: candle = Kerze. Man hat diese Art von Steinkohle in sehr frühen Zeiten wohl besonders in England zum Leuchten benützt. Kleine  Splitter dieser Kohle brennen mit heller, rußender und lebhafter Flamme, wenn einmal angezündet. Die Kohle hat einen besonders hohen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen. Sie hat einen hohen Aschegehalt und ist für die Herstellung von Leuchtgas besonders geeignet.
Die Kännelkohle ist eine Mattkohle, sammetschwarz, mitunter seidenglänzend, hart und zäh. Kännelkohle lässt sich schnitzen, sägen, schleifen und polieren und zeigt einen ganz besonderen Glanz, der die Kännelkohle schon in frühen Zeiten besonders als Schmuckwerkstoff begehrenswert erscheinen ließ.
Unter den Schmuckherstellern ist das Material besonders als „Gagat” bekannt geworden und war in großen Teilen Europas im Handel, besonders im südwestlichen Teil Deutschlands. Die Bezeichnung stammt von der Stadt „Gagas” in Kleinasien.
Die leichte Bearbeitbarkeit mit einfachem Werkzeug hat auch zu einer sehr frühen Gewinnung und Bearbeitung geführt. Gerne haben sich die Menschen  in der Hallstattzeit mit den schwarzen Ringen  aus Kännelkohle geschmückt. Auch Zauberer haben es verstanden die Kännelkohle für ihr Handwerk zu nützen, wie der Römer Plinius berichtet. Sie nannten das Gestein „gagates lapsis”
Die Kännelkohleschnitzerei hat also eine außerordentlich lange Tradition auch in der Umgebung  des  Riedberges. Der erste Nachweis stammt, wie bereits erwähnt, aus dem 7./6.Jhd. vor Chr. in Form der Perle. Aus dem 3.Jhd. nach Chr. sind die Ringe der Ursula von Roden durch Prof. Dr. Weisgerber bekannt geworden.
Die Kännelkohleschnitzerei hat ihre kompetenten Schnitzer bis in die letzten Jahrzehnte der Grube Heinitz beschäftigt und ihre Kunstwerke werden auch heute noch von den Besitzern hochgeschätzt.
Besonders hoch geschätzt werden diese kleinen Kunstwerke auch vom Heimatmuseum in Heinitz. Falls jemand seine kleinen Kunstschätze auch anderen zugänglich machen möchte, wird das Heimatmuseum in Heinitz diese mit herzlichem Dank übernehmen.
Ende
Herbert Müller

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