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Wir blicken für Sie hinter die Kulissen der Kläranlage Wellesweiler
 
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Das Team der Kläranlage Wellesweiler sorgt
für die Aufbereitung unseres Abwassers:
Werner Ludwig, Frank Burda, Willi Dörr,
Christoph Hellriegel,
Heinz Müller und Andreas Kreuz (von links)
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Die Kläranlage Wellesweiler ist eine der
ältesten Anlagen im Kreis Neunkirchen.
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Hier fließt unser Abwasser in die Rechen­anlage
zur Grobschmutzentfernung.
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In regelmäßigen Abständen werden
Wasserproben zur Analyse entnommen.
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Das gereinigte Wasser
wird in die Blies abgeleitet.
 
In unserer Serie blicken wir für unsere Leser nun schon eine ganze Weile hinter die verschiedensten Institutionen im gesamten Landkreis Neunkirchen. Unter anderem haben wir im Wasserwerk Wellesweiler bei der KEW nachgefragt, wo denn unser Wasser herkommt und wie es in unsere Haushalte gelangt. Das wissen wir nun! Für diese Ausgabe wollten wir nun einmal wissen, wo unser Abwasser hingeht und besuchen die Kläranlage Wellesweiler, die vom Entsorgungsverband Saar (EVS) betrieben wird.

Täglich benutzen wir das frische Wasser aus unseren Leitungen und nach dem Gebrauch fließt es durch die Abwasserrohre von dannen. Doch wo genau fließt es hin und was passiert damit? Bei unserem Besuch in der Kläranlage Wellesweiler, die bereits seit dem 15. August 1962 in Betrieb ist und die 2001 vollständig saniert wurde, zeigte uns der Meister der Kläranlage, Andreas Kreuz, den Vorgang der kompletten Abwasserreinigung. Zu dieser werden mechanische, biologische und chemische Verfahren eingesetzt, die eine hohe Reinigungsleistung gewährleisten. Die mechanische Reinigung des Schmutzwassers beginnt erst im Rechenbauwerk, in dem ein Grob- und ein Feinrechen die größeren Schmutzreste entfernen. Dies geschieht vollautomatisch und das Rechengut wird umweltgerecht entsorgt. Das Schneckenpumpwerk fördert danach das Wasser in einen belüfteten Langsandfang, in dem sich Sand, Kies und ähnliches am Boden absetzen, der integrierte Fettfang nimmt Öle und Fette aus dem Schmutzwasser auf. Die am Beckenboden abgelagerten Sande werden mittels Pumpen zur Sandwaschanlage gefördert, der gereinigte Sand wird von den organischen Abfällen getrennt und entsprechend entsorgt. Dann beginnt die biologische Abwasserreinigung. Wellesweiler verfügt über drei Belebungsbecken, in ihnen erfolgt der eigentliche Reinigungsprozess mit Hilfe von fleißigen Mitarbeitern in großer Zahl. Die Rede ist von Mikroorganismen wie Bakterien, Einzellern, Pilzen, usw. Ähnlich wie in natürlichen Gewässern die Selbstreinigung, erfolgt dies auch hier, allerdings unter optimalen Bedingungen und somit schneller und effektiver. Durch das spezielle Belüftungssystem wird Luft in die Becken eingeblasen, dadurch werden die Bakterien mit Sauerstoff versorgt und können ihre Arbeit aufnehmen. In dieser Phase werden die Kohlenstoffverbindungen von den Bakterien aus dem Abwasser abgebaut, die Stickstoffverbindungen gleichzeitig zu Nitrat oxidiert und Phosphate entfernt. Nach dem Aufenthalt im Belebungsbecken fließen der Belebungsschlamm und das Abwasser weiter in die Nachklärung, hier wird der Schlamm vom Wasser abgetrennt. Der Schlamm wird wieder in das Belebungsbecken zurück gepumpt, um dort den Bakterienstand zu sichern. Das gereinigte Abwasser fließt zum Auslauf der Kläranlage und von dort in die Blies. Der Klärschlamm, der bei der Abwasserreinigung anfällt, wird ­eingedickt. Im Faulturm wird er anschließend durch Methanbakterien bei einer Temperatur von 37 Grad zersetzt. Hier entsteht Faulgas, das in der Kläranlage direkt mit Hilfe von zwei Blockheizkraftwerken als wichtige Strom- und Wärmequelle genutzt wird. Nach 20 Tagen ist der Schlamm ausgefault und entwässert. So kann er entweder thermisch verwendet oder als Zusatzstoff für Rekultivierungsmaßnahmen eingesetzt werden. Auch als Düngemittel für die Landwirtschaft ist er verwendbar.
In der Kläranlage Wellesweiler sind neben dem Abwassermeister Andreas Kreuz noch acht weitere Mitarbeiter beschäftigt. Auf allen Kläranlagen des EVS finden auch Führungen für Schulklassen statt, die sich mit Sicherheit sehr interessant gestalten.

Nähere Informationen über die Kläranlagen in unserem Landkreis und den EVS finden Sie unter www.evs.de. Den Entsorgungsverband erreichen Sie in 66117 Saarbrücken in der Untertürk­heimer Straße 21 unter der Telefonnummer 0681-5000-0. Gerne zeigt Ihnen der EVS seine Kläranlagen. Vereinbaren Sie einen Termin unter 0681-5000-620 (Klassen ab 4. Schuljahr).
 
ot

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