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Blick hinter die Kulissen bei Michelin in Homburg
 
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Dr. Lisa Janzen leitet als Direktorin das
Michelin Werk Homburg seit Ende 2011.
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Vincent Ozen ist auf seiner Schicht für
die erste Stufe der Reifenfertigung zuständig.
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Im Michelin Werk Homburg arbeiten 1.200 Mitarbeiter.
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Phillippe Muller bei der Vorprodukteherstellung: Stahlseile im Kalander
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Vincent Feisthauer arbeitet in der
Reifenfertigung: Im Foto sieht man
die zweite Stufe der Reifenfertigung.
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Bernhard Björn prüft die Reifen mit Ultraschall,
eine wichtige Qualitätskontrolle.
 
In unserer Serie blicken wir für unsere Leserinnen und Leser hinter die Kulissen von Institutionen und großen Firmen im Verbreitungsgebiet unseres Stadtmagazins „es Heftche“. Für diese Ausgabe durften wir uns in einem Reifenwerk eines des größten Reifenherstellers der Welt umsehen, dem Michelin-Werk in Homburg, das bereits seit 1971 besteht.

Mit rund 1.200 Mitarbeitern am Standort Homburg ist Michelin im Saarland ein großer Arbeitgeber. Am Edouard-Michelin-Platz 1 werden jährlich etwa eine Million Neureifen für Lkw produziert und 500.000 REMIX-Reifen pro Jahr verlassen das Fabrikgelände.
Wie entsteht nun so ein hochwertiger Lkw-Reifen? Zur Herstellung der Reifen verwendet Michelin vorwiegend Naturkautschuk, der mit Ruß oder Silikat als ­Füllstoff vermischt wird, was für hohe Kilometerleistung und damit lange Lebensdauer sorgt. Zusammen mit verschiedenen Chemikalien wie Vulkanisationsbeschleuniger oder -verzögerer, Weichmacher und Alterungsschutzmittel, sowie Schwefel, der unter Einhaltung von bestimmten Temperaturen beigemischt wird, entsteht die Rohmasse für die Reifen. Diese wird zu einer Rolle geformt und dann auf den Maschinen zu einem Band ausgewalzt. Ein Reifen besteht aus verschiedenen Komponenten. Erst wird das Innengummi aufgelegt, dann folgt eine Karkassenlage aus Stahlcord und zwei Wülste aus Stahl, die halten den Reifen später auf der Felge. Anschließend werden rechts und links die Flankengummis gesetzt, dann wird der Rohreifen aufgeblasen. Im Anschluss werden mehrere Lagen Stahlcord aufgebracht, die sogenannte Stahlgürtellage, und am Ende wird der Laufstreifen aufgebracht. Ist nun der Rohreifen soweit fertig, wird er in der Vulkanisation „gekocht“. Selbstverständlich wird der Reifen während jedem Produktionssschritt ständig kontrolliert. Hierzu wird nicht nur das Auge der Mitarbeiter genutzt, sondern die Reifen werden auch mit Röntgenstrahlen und anderen Techniken genauestens geprüft.
Ebenso wie bei den Neureifen werden diese Verfahren auch beim MICHELIN Remix Werksrunderneuerungsverfahren von Lkw-Reifen genutzt. Michelin verwendet hierfür ausschließlich Karkassen der eigenen Marke. Im Homburger Werk wird jede eingehende Karkasse genau geprüft: Mit dem Auge, aber auch mit Röntgenstrahlen. Die Diagnose entscheidet über die weiteren Bearbeitungsschritte – vom einfachen Erneuern der Lauffläche bis hin zur Ausarbeitung von Verletzungen. Nach Abrauen, Bürsten und eventuellen Reparaturen wird die Karkasse neu aufgebaut, mit einem frischen Laufstreifen versehen und wie der Neureifen in die so genannte Kochform gebracht. Sorgfältige Endkontrolle mit Ultraschall- und Druckprüfung stellt einwandfreie Qualität sicher. Somit bietet ein so erneuerter Reifen die gleiche Qualität, Sicherheit und Leistung wie ein Michelin Neureifen. Und kostet nur ungefähr halb so viel.
Von den 1.200 Mitarbeitern sind etwa zwei Drittel in der Produktion beschäftigt. Hier wird im Zwei-Tages-Rhythmus in drei Schichten gearbeitet, weiterhin sind 120 Zeitarbeiter beschäftigt. Auch eine Ausbildung ist im Michelin-Reifenwerk möglich: Jährlich werden junge Menschen zu Industriemechanikern beziehungsweise Elektronikern ausgebildet. Die Fachkräfte mit Top-Qualifikation setzen ihren Berufsweg selbstverständlich bei Michelin fort. Der Betrieb steht für eine hervorragende MItarbeiterbetreuung. Maßnahmen zum Arbeitsschutz, zur Arbeitsplatz-Ergonomie und zur Gesundheitsförderung sind eine große Stütze für das Werk und die Mitarbeiter. Das Michelin Werk Homburg gilt als Vorbild für neue Formen der Teamorganisation, mit flachen Hierarchien und sogenannten „Fertigungsinseln" in den Kernbereichen der Produktion. Das Besondere dabei: Die Teams arbeiten weitgehend selbstständig und verantworten die Qualität der Produkte – unabhängig davon, ob der Teamleiter anwesend ist oder nicht – mit exzellenten Ergebnissen.
In Homburg wurden zwei hochmoderne Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) gebaut, die Strom und Dampf liefern. Im Gegensatz zu normalen Kraftwerken produzieren diese KWK-Anlagen zwei Energiearten gleichzeitig: Strom und Wärme, so können bis zu 65 Prozent des Strombedarfs des Werkes selbst gedeckt werden. Der mit der KWK entstehende Dampf wird dann auch noch für die Vulkanisation genutzt.
Doch nicht nur für die Mitarbeiter und die Umwelt wird in dem Großunternehmen viel getan. Zweimal jährlich findet in Zusammenarbeit mit dem ADAC und mit Hilfe vom Freundeskreis Michelin Homburg, in dem sich Rentner des Werkes organisieren, sowie der Werksfeuerwehr die Aktion „Achtung Auto“ statt, bei der Grundschüler reale Verkehrssituationen handlungsorientiert erleben. Bisher wurden rund 7.000 Schüler bei der Aktion geschult. Die Michelin Reifenwerke Homburg, ein wichtiger Arbeitgeber in der Universitätsstadt und für die Region.

Infos über Michelin, die Produktionsstätten und Produkte finden Sie im Internet unter www.michelin.de.
 
ot

Kommentare   

0 #1 Anfragewelz erich 2016-09-11 11:08
Hallo

Folgende Frage:Wann wurde der //Freundeskreis
Michelin// Homburg gegründet.

Mit freundlichen Grüßen

Welz Erich
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