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In der „Baracke Furpach“ treffen sich junge Leute gern
 
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Auch ein Billardtisch steht den Jugendlichen
in der Baracke zur Verfügung.
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Jugendfreizeit in Italien
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Die jungen Leute,
die uns Rede und Antwort standen,
mit Jugendleiter Oliver Ludwig
(hinten 2. von rechts)
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Blick ins Gruppenzelt
beim Soli-Lauf in St. Ingbert
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„Public Viewing“ in der Baracke
bei der Fußball-EM 2012
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Bei Aufbauarbeiten zum Jugendfest
packen alle kräftig mit an.
 
In unserer Serie blicken wir regelmäßig hinter die Kulissen großer Firmen oder interessanter Institutionen. Diesmal durften wir zu Besuch in der „Baracke Furpach“ sein, in der Jugendarbeit mit Vorzeigecharakter geleistet wird. Die Jugendlichen kommen nicht nur zum Chillen hierher, sie sind äußerst engagiert.

Die Jugendarbeit in Furpach ist ein Teil der Evangelischen Kirchengemeinde Neunkirchen, aber offen für alle, unabhängig von Alter, Konfession und Wohnort. Bei unserem Besuch in der dreiräumigen „Baracke“, das Holzhaus gleich neben der evangelischen Kirche, trafen wir einige Jugendliche an, die uns auch bereitwillig Rede und Antwort standen. Sie kommen hier regelmäßig – und auch mal außer der Reihe – zusammen, um gemeinsam zu spielen, zu reden oder zu fernsehen. Obwohl wir einen Fernseher vergeblich suchten – den ersetzt heutzutage natürlich ein Beamer mit einer riesigen Leinwand. Für solche Anschaffungen legen sich die Jungs und Mädchen auch ganz schön ins Zeug – wie zum Beispiel beim Soli-Lauf in St. Ingbert, wo sie auch einen Teil des Erlöses für ihren Treffpunkt einstreichen konnten.
Während die Kindergruppen momentan wieder im Aufbau sind und hauptsächlich aus musikalischen Angeboten bestehen, sind die Älteren zahlenmäßig gut vertreten – der „feste Bestand“ sind gut 30 Jugendliche, aber es können auch schon mal 90 sein, wie beim gemeinsamen Public Viewing zur Fußball-EM 2012. „Der Lauf der Zeit“, wie uns Jugendleiter Oliver Ludwig erklärt. Und natürlich ist er froh, dass die jungen Leute nicht ausbleiben, wenn sie den Kinderschuhen entwachsen sind. Die Kleinen müssen sich hier unterdessen immer wieder neu finden – um heranzuwachsen und dann möglichst auch dabei zu bleiben. Und die, die bereits das 16. Lebensjahr vollendet haben, lassen sich gerne von der Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend (AEJ) zum Jugendleiter ausbilden, um zum Beispiel bei Ferienfreizeiten Kinder und Jugendliche zu betreuen. Diese Freizeiten, so wie letztes Jahr in Italien und 2014 im ebenso sonnigen Süden Frankreichs, sind der Höhepunkt des ereignisreichen Jahres in der „Baracke Furpach“.
Ansonsten wird gemeinsam Fußball gespielt, Billard, Dart, Playstation oder ähnliches, sich unterhalten, Fußballspiele geschaut oder gemeinsame Fahrten unternommen, wie im letzten Jahr zum Beispiel zur Spielemesse in Essen. „Hier kann man auch mal über Dinge reden, über die man zu Hause nicht reden will“, waren sich alle einig. Im Sommer 2012 wurde im Garten wöchentlich geschwenkt, wozu auch gerne viele Erwachsene dazukamen. Das geriet in diesem Jahr etwas ins Hintertreffen, aber in 2014 soll das wieder öfter stattfinden, beschlossen die Jugendlichen gleich. Und auch sonst gibt es einiges Gemeinsames mit den erwachsenen Gemeindemitgliedern, die im Übrigen die Jugendarbeit sehr schätzen. Die Jugendlichen haben zum Beispiel das Café im benachbarten Gemeindezentrum mit aufgebaut, ein Benefizessen organisiert und ausgerichtet, engagieren sich beim Gemeindefest und Weihnachtsmarkt und organisieren das Jugendfest. Dabei geht es ihnen nicht um den Gewinn, sondern darum, der Gemeinschaft zu helfen. Es ist sowieso ein Geben und ein Nehmen – so hat die Frauenhilfe die Vorhänge zur Verdunklung der Baracke genäht, damit die Fußballspiele auf der großen Leinwand zu sehen sind. Finanziellen Gewinn gab es beim Solilauf in St. Ingbert, bei dem 35 Läuferinnen und Läufer der Furpacher Jugend antraten, um 24 Stunden lang zu laufen. Die Spenden gingen an Kinder und Jugendliche in Rumänien, ein Teil aber auch in die Jugendarbeit vor Ort – von diesem Geld wurde ein Sky-Abonnement angeschafft, was sich schon bei der Fußball-EM als sinnvoll erwies, weil viele Jugendliche in der „Baracke“ die Spiele verfolgen konnten.
Eine Gruppe der Jugendlichen verbrachte auch schon eine Woche im Konzentrationslager in Auschwitz und war davon nachhaltig beeindruckt. Noch heute erzählen sie von den Eindrücken, die sie durch Mitarbeit in dem Lager sehr nah erfahren konnten.
Kernpunkt der Arbeit von ehrenamtlichen jungen und jung gebliebenen Erwachsenen und von Jugendlichen, die die Jugendarbeit mittragen – die Jugendarbeit wird von einem Team Neben- und Ehrenamtlicher geleitet – ist aber die Einzelfallbetreuung. „Nicht immer läuft im Leben „unserer“ Jugendlichen alles glatt. Dann sind wir da und unterstützen, wo immer möglich. Manche Hilfen sind nur kleiner Natur, wenn eine Jugendliche oder ein Jugendlicher jemanden braucht, der zuhört. Manchmal sind die Hilfen aber auch sehr viel intensiver“, berichtet uns Oliver Ludwig. Und: „Einer der wichtigsten Aufgaben in der Erziehung junger Menschen ist es sicher, diese stark zu machen – im Sinne seelischer und psychischer Widerstands­fähigkeit.“ Bereits im fünften Jahr wird deshalb eine Seminarreihe angeboten, wobei Fachleute wie Jürgen Bick, ein psychologischer Ausbilder der Fachhochschule der Polizei, mit den Jugendlichen Kommunikation, Körpersprache und ähnliches üben. Weiterhin erhalten die Jugendlichen Hausaufgaben- und Lernhilfe, Bewerbungshilfen sowie nützliche Informationen, wie zum Beispiel Internetgefahren.

In der „Baracke Furpach“ kann jeder Jugendliche mitmachen. Weitere Infos erhaltet ihr beim Gemeindeamt, Telefon 06821-23380, Pfarrer Uwe Schmidt, Telefon 06821-177492 oder Jugendleiter Oliver Ludwig, Telefonnummer 06821-932756 oder im Internet unter www.baracke-furpach.de.
 
ts

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