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Blick hinter die Kulissen der Wärmestube Neunkirchen
 
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Zum Kochtreff und anschließendem Mittag­essen
treffen sich hier gerne viele Menschen.
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Die „gute Seele“ Brigitte Kuhar
verteilt die „Gefüllde“,
die bei unserem Besuch zubereitet wurden.
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Achim Ickler, Stefan Schuhmacher
und Brigitte Kuhar (von links)
arbeiten mit ganzem Herzen für die Wärmestubb.
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Achim Ickler und Stefan Schuhmacher
bei der Schreibtischarbeit
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Essen, rätseln, sich austauschen und auch
Hilfe bei Problemen erhalten – die Wärme­stube Neunkirchen ist Treffpunkt für Viele.
 
In unserer Serie blicken wir für unsere Leserinnen und Leser hinter die Kulissen von großen Firmen und Institutionen im Verbreitungsgebiet unseres Stadtmagazins „es Heftche". Für diese Ausgabe besuchten wir die Ökumenische Wärmestube Neunkirchen.

Es gibt unter uns viele arme und/oder kranke Menschen – auch wenn uns das nicht immer bewusst ist, so weiß man es spätestens dann, wenn man zum Beispiel einen Besuch bei der Neunkircher Tafel, dem Hüttenberger Mittagstisch im Pfarrheim Herz Jesu oder der Wärmestube Neunkirchen macht. So jedenfalls ist es uns ergangen. Die Räumlichkeiten der Neunkircher Wärmestube platzen inzwischen – zumindest zeitweise – aus allen Nähten. Unser Besuch fand an einem Montagmittag statt. Die Besucher der Einrichtung, die unter gemeinsamer Trägerschaft des Dia­konischen Werkes an der Saar und des Caritasverbandes für die Region Schaumberg-Blies steht, haben an diesem Tag die Möglichkeit mit Lebensmitteln der Tafel gemeinsam zu kochen – unterschiedliche Zubereitungsvarianten und den Umgang mit unbekannten Gemüsesorten kennen zu lernen. Und natürlich anschließend gemeinsam zu essen. Wir trafen dabei im Flur auf Frauen und Männer, die geduldig warteten, bis ein Platz im Essraum frei wurde. Uns stimmte dieser Besuch, bei dem wir sehr freundlich empfangen wurden, sehr nachdenklich und wir wünschen uns Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, mit diesem Bericht etwas von dieser Empfindung weitergeben zu können – gerade jetzt, so kurz vor Weihnachten.
Die ökumenische Wärmestube Neunkirchen besteht bereits seit 1995 und das Beste wäre, dass sie überflüssig werden würde, dass sie nicht gebraucht würde, betonte Stefan Schuhmacher, Betriebswirt und Theologe (MA), im Gespräch mit uns. Er betreut seit Anfang 2013 gemeinsam mit Diplom-Soziologe Achim Ickler, der schon seit einigen Jahren im Team ist, einem Bürgerarbeiter und der ehrenamtlichen „guten Seele“ Brigitte Kuhar die Klienten. Aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache: In 2012 gab es 5.756 Besuchskontakte (die Zahl hat sich seit 2009 verdoppelt) und dieser traurige Rekord wurde in diesem Jahr noch übertroffen, sowohl von Frauen wie von Männern von 18 bis über 70 Jahre, wie uns Achim Ickler erklärte. Die meisten Besucherinnen und Besucher kommen mehrmals im Jahr (bis hin zu fast täglich) und werden daher natürlich auch mehrfach gezählt.
Die ökumenische Wärmstube Neunkirchen ist nicht nur eine Einrichtung für Wohnungslose, wie der Name vermuten lassen könnte. „Ich kenne auch niemanden, der momentan in Neunkirchen unter freiem Himmel schlafen muss", erklärte uns Stefan Schuhmacher, „aber Wohnungen sind, gerade für unsere Klienten, schwer zu bekommen und viele wohnen in unzumutbaren Umständen.“
In der Wärmestubb, wie sie umgangssprachlich genannt wird, wird den Menschen in verschiedenen Richtungen weitergeholfen. Sie finden hier Ansprache, Motivation, Seelsorge und vor allem mehrere offene Ohren, können sich mit all ihren Problemen an die hauptamtlichen Mitarbeiter wenden, die ihnen nach Möglichkeit weiterhelfen. Dabei schätzt Herr Schuhmacher in Neunkirchen vor allem die „kurzen Wege". Migration und Sozial- und Familienberatung sind im gleichen Haus untergebracht und auch zu Ämtern und Behörden bestehen gute Kontakte. Es gibt Unterstützung bei der Wohnungssuche, Beratung in finanziellen und sonstigen Notlagen, bei Anträgen und Schriftverkehr. Hilfe kommt von den Kirchengemeinden und den Kleider- und Möbelbörsen, Lebensmittel zum Teil von der Neunkircher Tafel. Die Einrichtung verfügt über einen Aufenthaltsraum mit Küchenzeile, sanitäre Anlagen mit Wasch- und Duschgelegenheit und einer Waschküche mit je zwei Waschmaschinen und Trocknern, die von den Besucherinnen und Besuchern nach Absprache genutzt werden können. Zudem gibt es einen Hinterhof mit Terrasse, Grün- und Beetflächen, der im Sommer viel und gerne genutzt wird.
Neben einem Frauencafé, dem Kochtreff und Mittagessen am Montag können die Klienten hier auch täglich kostenlos frühstücken, sich mit Gleichgesinnten treffen und austauschen, ohne Geld auszugeben. Auch Tagesausflüge und Grillfeste werden unter anderem miteinander unternommen, die dankbar angenommen werden und die Menschen auf andere Gedanken bringen, für kurze Zeit weg von ihren Sorgen.
Die Wärmestube Neunkirchen ist ohne Frage eine sinnvolle und wichtige Einrichtung und die engagierte Arbeit der Mitarbeiter wäre ohne Zuwendungen von Privatpersonen, Institutionen, Vereinen, Schulen und Kirchengemeinden so nicht möglich! Über Spenden freuen sich hier deshalb alle sehr und wissen mit Sicherheit eine gute Verwendung.

Die Wärmestube Neunkirchen liegt zentrumsnah in der Hospitalstraße 19 in Neunkirchen, Telefon 06821-25025 und ist Montag von 9.00 bis 16.00 Uhr und Dienstag bis Freitag von 9.00 bis 12.00 Uhr geöffnet. Weitere interessante Informationen erhalten Sie im Internet unter www.dzn.dwsaar.de unter „Wärmestubb“.
 
ts

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