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Blick hinter die Kulissen der Notfallseelsorge im Landkreis
 
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Pfarrerin Britt Goedeking ist Kreisbeauftragte der Notfallseelsorge und Krisenintervention Saarland e.V.
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Zuhören ist die Hauptaufgabe
der Notfallseelsorge.
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Ein Teil der Notfallseelsorger
im Landkreis Neunkirchen
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Beim monatlichen Treffen tauscht
sich die Gruppe aus.
 
In unserer Serie blicken wir für unsere Leserinnen und Leser hinter die Kulissen von großen Firmen und Institutionen im Verbreitungsgebiet unseres Stadtmagazins „es Heftche“. In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen die wertvolle Einrichtung der Notfallseelsorge im Landkreis Neunkirchen vor. Hier werden dringend weitere Mitarbeiter gesucht.

Heutzutage wird das Ehrenamt hoch geschätzt und viele Bürgerinnen und Bürger stellen ihre Freizeit dabei zur Verfügung – in den unterschiedlichsten Bereichen. Stets kommt dieses Engagement auch Anderen zugute, aber selten so sehr wie in dem Verein, den wir Ihnen diesmal vorstellen, bei dem Viele auf ehrenamtlicher Basis tätig sind und der uns höchste Achtung abverlangt: die Notfallseelsorge des Landkreises Neunkirchen, der Teil des saarländischen Muttervereins ist. Wir sprachen mit der Kreisbeauftragten Britt Goedeking, Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Neunkirchen, die uns die Arbeit der „Ersthelfer für die Seele“ vorstellte.
Von der einen Minute zur anderen kann jeder von uns den Boden unter den Füßen verlieren – ein schlimmer Unfall, ein Hausbrand, eine plötzliche Erkrankung eines nahe stehenden Menschen, ein plötzlicher Todesfall,... Wir sind verzweifelt, wissen nicht mehr weiter. Und dann kommen die Notfallseelsorger ins Spiel. Die erste ihrer Aufgaben ist das Zuhören, was in einer solchen Situation sehr wichtig ist, und das Beruhigen – einfach die Unterstützung in der größten Not. Sie betreuen körperlich nicht verletzte Beteiligte bei einem Unfall, Hinterbliebene nach Reanimation, Suizid oder plötzlichem Kindstod, sie begleiten die Polizei beim Überbringen von Todesnachrichten und vermitteln weiterführende Hilfs­angebote, sie führen Infoveranstaltungen durch und betreuen nach Zusatzausbildung auch Einsatzkräfte. Angefordert werden können die Notfallseelsorger durch Notarzt oder Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei oder das THW.
Die Einsatzgruppe Neunkirchen der Notfallseelsorge und Krisenintervention Saarland e.V. besteht seit 2004 – momentan aus 14 Mit­gliedern, wovon zehn aktiv sind. Der Frauen-/Männeranteil ist etwa gleich, ebenso wie der Anteil an evangelischen und katholischen Geistlichen und Laien. Einmal monatlich findet ein Treffen zur gruppeninternen Fort- und Weiterbildung statt, bei dem auch die eigene Seele reinigen darf, indem man den Anderen von Einsätzen berichtet. Denn, so erklärt uns Britt Goedeking: „Man muss bei dieser Arbeit auch schon auf sich selbst achten.“ Auch bei großen Übungen der Feuerwehr mit vielen Verletzten beteiligt sich die Gruppe der Notfallseelsorger, um sich für den Ernstfall zu rüsten. Einen solchen Einsatz mit vielen Betroffenen erlebten die Neunkircher Notfallseelsorger bei einem Busunfall eines Ausflugs zweier Schulklassen, bei dem ein Schüler ums Leben kam. In der Schule wurde auf ihren Rat hin ein spezieller Raum eingerichtet, indem die Schüler das schlimme Erlebnis verarbeiten konnten. Die Situationen, die die Notfallseelsorger antreffen, könnten aber unterschiedlicher nicht sein.
„Unsere Einsätze sind auch für uns manchmal sehr belastend“, erklärt uns Britt Goedeking. „Dann muss man darauf achten, dass man diese Last nicht in seinen eigenen Alltag mitnimmt! Mein Handy ist Tag und Nacht eingeschaltet, damit mich unsere ­Mitarbeiter nach einem Einsatz erreichen können, wenn sie Gesprächsbedarf haben. Und auch ich treffe stets jemanden an, wenn ich Unterstützung brauche. Wir sind eine starke Truppe!“
Sie können sich vorstellen, sich ebenfalls auf diese Weise für Ihre Mitmenschen einzusetzen, ihnen als „Ersthelfer für die Seele“ in Krisensituationen beizustehen? Es passt zu Ihrer Lebenssituation, dass Sie Rufbereitschaften übernehmen? Die Notfallseelsorger im Kreis Neunkirchen suchen dringend Verstärkung! Melden Sie sich gerne bei Pfarrerin Britt Goedeking, sie wird im Gespräch mit Ihnen gerne ausloten, ob Sie zu dieser Arbeit geeignet sind. Besondere Qualifikationen brauchen Sie nicht mitzubringen. Im August 2014 beginnt wieder eine kostenlose saarlandweite psychologische Grundausbildung, die man zuvor absolvieren muss und die ­natürlich kostenlos ist. An neun Wochen­enden werden Sie auf Ihre Tätigkeit in Theorie und auch Praxis vorbereitet, das heißt: Sie werden auch in dieser Zeit schon bei Einsätzen dabei sein. Sie übernehmen mit dieser ­Ausbildung keinerlei Verpflichtung und können sich auch danach noch gegen den Einsatz entscheiden.
Jedes Mitglied erhält eine Einsatzjacke, einen Dienstausweis und Grundinformationen für die betroffenen Angehörigen. Frühzeitig werden Dienstpläne erstellt, die auf jedes einzelne Mitglied individuell abgestimmt sind. Die Alarmierung erfolgt momentan noch über das eigene Handy. Am 31. März 2014 ist Bewerbungsschluss.

Wenden Sie sich bei Interesse bitte an Pfarrerin Britt Goedeking in der Blumenstraße 20 in 66538 Neunkirchen, Telefon 06821-23205, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter www.PSU-SAARLAND.de oder www.evangelisch-in-neunkirchen.de.
 
ts

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