Tschüss Keksdose

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Tschüss Keksdose  
 
Sie hat sich lange behauptet gegen viele Stimmen, die sie weghaben wollten und selbst am geplanten Tag des Abrisses wurde sie nicht niedergestreckt. Die Bagger mussten am nächsten Tag weiter ran und seit dem 8. März 2017 ist sie nun Geschichte: Die Keksdose mitten in der Neunkircher City. Mir wird sie fehlen! Ich fand sie schön! Ich verbinde mit diesem einzigartigen, mir ans Herz gewachsenen Gebäude aber auch die Anfänge bei unserem Stadtmagazin „es Heftche“. Das Erste seiner Art entdeckte nämlich meine Freundin in eben dieser Keksdose, in der damals, im Mai 1998, die NVG-Verkaufsstelle untergebracht war. „Die suchen Journalisten – wär das nichts für dich?“ Keine von uns ahnte damals, was sie mit diesen Worten „anrichtete“. Ab der nächsten Ausgabe war ich dabei – lückenlos bis heute. Ich mochte die Keksdose aber nicht nur deshalb, ich setzte mich auch gerne für eine kleine Pause in das spätere Café und blickte auf den Stummplatz – oder in die Bahnhofstraße, die der runde Bau ja nach der Meinung vieler Gegner „versperrte“ oder „verdeckte“. Mir gefiel auch einfach nur ihr Anblick, wenn ich, auch oft in Eile und unaufmerksam, an ihr vorbei ging.
Wie sehr einem ein Gebäude ans Herz gewachsen ist, weiß man leider meist erst, wenn es nicht mehr besteht – so erging es mir auch mit dem Neunkircher Hallenbad, Stadtbad genannt. Nur verband mich damit noch wesentlich mehr als mit der Keksdose. Spätestens da konnte ich auch verstehen, warum meiner Mutter, einem „Scheiber Mäde“, beim Abriss des Wasserturms das Herz blutete.
In meiner Kindheit gab es nicht nur gefühlt mehr Altbauten – hätte man sie besser gepflegt, könnten sich damit auch noch spätere Generationen identifizieren und dadurch ein größeres Heimatgefühl haben, denk ich mal. Zu einer schönen, gemütlichen „Altstadt“ werden wir es auf jeden Fall mal nicht bringen...
 
ts

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