Zuviel Ruhe

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tut auch nicht immer gut
 
„Gönnen Sie sich Ruhe und lassen Sie sich von Ihrer Familie verwöhnen“, so der gut gemeinte Rat des verständnisvollen HNO-Arztes, der auf Geduld und Einsicht seiner Patientin hofft.

Schließlich sitze ich bereits zum dritten Mal in dieser Woche mit höchst entzündetem und ganz gemein schmerzendem Ohr auf seinem Behandlungsstuhl. Ruhe ist also angesagt – na, das dürfte ja wohl auch kein größeres Problem sein! Die Familie legt den Schwerpunkt ihres „Verwöhnprogramms“ in besonders leise Kommunikation, was das Hören mit der in Salbe getränkten ­Einlage, in der gefühlten Größe einer ­Wolldecke, in meinem Ohr nicht gerade erleichtert.
Ich schiebe also Schmutzwäsche und die auf dem Schreibtisch getürmte Ablage, die danach schreit, endlich säuberlich in Berichtsform gebracht zu werden, zur Seite und… verwöhn mich selbst. Ich schaue mir unter anderem die Hochzeit des Jahres im Fernsehen an, frage mich, ob Kate vielleicht doch lieber meinen „ganz normalen“ Alltag erleben möchte – meine Wäsche waschen und bügeln, meine Küche putzen, meinen Geschirrspüler ausräumen, für meine Lieben ein leckeres Essen zubereiten,… Schließlich würde ich, zumindest ab und an gerne mit ihr tauschen. Aber dann horche ich doch mal mit dem gesunden Ohr dem ansonsten recht langweiligen Erklärungen des Moderators: Dieser hellcremefarbene, sündhaft teure Traum eines Brautkleides ist wegen der Wirtschaftskrise so schlicht ausgefallen! Ich höre ihm nicht weiter zu und leide den Rest des Tages unter Depressionen!
Zum Glück reinigt ein Gewitter am Abend die Luft und am nächsten Morgen starte ich (ohne Wolldecke im Ohr), zum Glück mit wesentlich weniger Schmerzen in ein sehr aktives, wirklich erholsames und vor allem zufriedenes Wochenende…   
 
ts

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