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Oh, du Erntezeit
 
Ja, nun ist es wieder soweit! Früh am Morgen funkeln die Tautropfen silbrig in frisch gewebten Spinnennetzen, die Igel huschen durch die Hecken und suchen nach frischen Blätterhaufen und die Hausfrauen… sie stehen mit leuchtenden Augen in ihren „Arbeitszellen“!
Es gibt die mageren Jahre, da hört man sie schnüffeln: „Oh meine Güte, mit was soll ich bloß die Marmeladengläschen füllen? Die Vögel haben unsere ganzen Kirschen aufgefressen, in den Himbeeren sitzen fette Würmer und der Regen hat die Erdbeeren vermatscht.“ Aber es gibt auch die fetten Jahre, da sieht man sie dann mit rot erhitzten Wangen und verzweifelndem Blick durch die Supermarktregale sausen: „Oh meine Güte, welchen Gelierzucker nehm ich jetzt bloß; 2:1 oder 1:1 oder lieber doch das Flüssigzeug – ach du Schreck, schon alles ausverkauft? Kocht denn alle Welt zurzeit Gelee?“ Hat man dann endlich das Gesuchte gefunden, um dem Ganzen die nötige Festigkeit zu verpassen, geht’s daheim mit Vollgas weiter. Das Obst muss natürlich erst mal geerntet werden. Gott sei Dank, der liebevolle und stets fleißige Partner hat diese Sklavenarbeit schon erledigt – jetzt aber husch, husch, ran ans Werk. Obst entsteinen, Beeren entsaften, Gläser spülen und Töpfe auf den Herd. Oma Kätchens Rezeptbücher herbeigekramt – los geht’s! Uihh, wie brodelt das Pflaumenmus so lecker im Backofen, schnell noch eine Prise Zimt dazu. Und die Himbeeren könnten noch einen winzigen Schuss von dem Geist aus der Flasche vertragen. „Liebling, probier doch mal – hmmm, so ist’s lecker, gelle?“ Schließlich sind tatsächlich auch diesmal wieder alle Gläser gefüllt und stehen artig kopfüber auf Geschirrtüchern, um luftdicht abzukühlen und so dem Schimmelbefall keine Chance zu geben, die Töpfe sind abgewaschen und wieder in den Schränken verschwunden… und die fleißigen Gärtner sitzen mit zufriedenen Mienen vor ihrer Ausbeute und freuen sich ihres Lebens!   
 
sb

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