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Gleicher Blick für alle
 
Ein Foto eines Kollegen auf Facebook weckte Erinnerungen in mir: Das gleiche Bild sah ich eine Woche lang von meinem Krankenkassenbett im Dreibettzimmer des Städtischen Klinikums Neunkirchen aus.

Mein Kollege „schoss“ das Foto allerdings von einem der Balkone, die zu jedem Einzel- oder Zweibettzimmer der neuen Komfortklinik gehören und in der man zum Gegensatz zum Kassenpatienten über jeden nur denkbaren „Luxus“ verfügen kann. Gut, hier bin ich alleine, habe WC und Dusche gleich beim Zimmer für mich, brauche nur zu klingeln, wenn es mir nach einer Tasse Kaffee gelüstet und muss mein Smartphone nicht unter der Bettdecke verstecken – der Tablett-PC ist in greifbarer Nähe am Bett befestigt. Aber der Blick aus dem Fenster, der in schlaflosen Nächten schon für etwas Abwechslung sorgen kann, ist der gleiche! Und der „Blick nach innen“ auf die Krankheit, die einen quält, wird auch nicht viel anders sein. Ich jedenfalls habe in meinem Dreibettzimmer fast nur nette Leute kennen gelernt, mit denen ich auch plaudern konnte, wenn das mit dem Schlaf mal wieder nicht klappte oder es galt die Wartezeit zwischen Weckkommando und Frühstück zu überbrücken,… Und ich habe Einblick in die Arbeit dieser wundervollen Ärztinnen und Ärzte und des hilfreichen, fast immer geduldigen Pflegepersonals bekommen – vor denen ich in Dankbarkeit sämtliche Hüte ziehe!
Ich durfte später bei der offiziellen Vorstellung den neuen Anbau des Städtischen Klinikums mit eigenen Augen betrachten. Und ich habe mir die Komfortstation auch in Erinnerung an meinen Aufenthalt als Kassenpatientin angeschaut. Ich weiß nicht, ob ich dieses, mit Sicherheit reizvolle Angebot annehmen würde – oder ob ich nicht doch lieber mit netten Menschen das Zimmer teilen würde, mit denen man sich meist schon deshalb gut versteht, weil man in der gleichen Lage ist.   
 
ts

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