Familie der Ritterfalter, Familie der Bläulinge, Ritterfalter, Kleiner Moorbläuling, Ichneumon eumerus

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Das Magische Wiesenreich – die Natur besser verstehen
 
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Ritterfalter – Unterfamilie Schwalbenschwanz:
Alby von Tanzfein
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Ritterfalter – Unterfamilie:
Apollofalter: Nils von Falterich
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Kleiner Moorbläuling:

Lina von Lieblich

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Ichneumon eumerus:

Tilly Betörendgut

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Raupe Alby
In dieser neuen, interessanten und sehr lehrreichen Serie, bingt Ihnen unsere Redakteurin vom Stadtmagazin „es Heftche“ für Neunkirchen und Umgebung, die Künstlerin Andrea Dejon (www.andrea-dejon.de), das Leben aus dem Wiesenreich etwas näher.

Schmetterlinge gibt es in unzähligen Arten, aber nicht alle besitzen ein spezielles Supertalent – mit Ausnahme der Fähigkeit sich von einem einfachen Kriechtier in einen farbenprächtigen Flugkünstler verwandeln zu können.

Die Familie der Ritterfalter gehört zu den Schmetterlingen mit ganz besonderen Talenten. Rein optisch gehören sie bei uns zu den farbenprächtigsten und größten Schmetterlingen. Als Raupe tragen sie, je nach Art, mal viele oder wenige rote Punkte auf ihrem Kleid. Und dieses Rot ist mehr als nur eine Warnfarbe. Denn diese kleinen Tierchen sind in der Lage das Gift der Pflanze, das sie fressen, in ihrem Körper zu speichern. Auf diese Weise werden sie für einige ihrer Fressfeinde zu einer sehr giftigen Nahrungsquelle. Auch als Schmetterlinge besitzen sie noch rote ­Flecken – was ebenfalls als eine Art Schutzschild dient.
Wenn man die Ritterfalterraupen ärgert oder ein Fressfeind sich nähert, dann beginnt sie sich am Kopf regelrecht aufzublasen und hervor kommt eine orangerote geweihähnliche Nackengabel. Doch sie droht damit nicht nur: Nein, ihr körpereigenes Labor mischt zusätzlich noch ein übelriechendes Gemisch zusammen. Auf diese Weise verwirrt sie den Geruchssinn eines Angreifers – so ähnlich wie ein Krake, wenn sie ihre schwarze Tinte ablässt. In Australien ist der größte Tagfalter der Welt aus dieser Gattung zuhause. Er heißt: König-Alexander-Vogelfalter – und kann bis zu 28 Zentimeter Flügelspannweite erreichen!

Die Familie der Bläulinge gehört zu den kleineren Tagfaltern. Im Gegensatz zu den meisten Schmetterlingen beruht ihre Tarnfähigkeit darin, sich mit geöffneten Flügeln im Gras niederzulassen. Auf diese Weise ähneln sie einer kleinen Blüte. Die meisten sind wie ihr Name schon sagt von blauer Farbe, es gibt aber auch einige rote wie die Feuerfalter. Das besondere aber an dieser Art ist, dass einige dieser Schmetterlinge als Raupe eng mit den Ameisen „zusammenarbeiten“ – ob diese nun wollen oder nicht. Denn sie haben die spezielle Fähigkeit mit ihrem Körperduft den Ameisen den Kopf zu verdrehen oder sie benützen eine Art Singsang.
In der Natur gibt es für alles einen Ausgleich, ansonsten würde eine bestimmte Tierart die Oberhand gewinnen und für großen Schaden sorgen – was oftmals geschieht, wenn wir Menschen uns einmischen! So gibt es natürlich auch Gegenspieler mit ganz besonderen Fähigkeiten. Dazu gehört die Schlupfwespe. Manche Arten werden von uns Menschen sogar speziell gezüchtet, zur natürlichen Schädlingsbekämpfung. Im alten China hielt man diese Insekten sogar für ­magische Zauberwesen.

Ritterfalter – Unterfamilie
Schwalbenschwanz: Alby von Tanzfein
An seinen Beinen trägt er einen eingebauten Kamm, mit dessen Hilfe er seinen beharrten Körper putzen kann. Als Schmetterling kann er bis zu sieben Zentimeter Flügelspannweite haben. Außerdem ist er ein ausdauernder Flieger und sehr umweltbewusst. Er achtet darauf, dass er nur so viele Eier an einer Pflanze ablegt, wie diese vertragen kann. Inzwischen kann man ihn ab und zu wieder öfter sehen, aber noch ist er eher ein seltener Gast.
Der Segelfalter sieht dem Schwalbenschwanz sehr ähnlich. Nur an den Hinterflügeln ist er etwas schmaler und windschnittig. Sein Flugtalent ist dementsprechend noch etwas größer – wie seine Flügelspannweiter. Sie kann bis zu acht Zentimeter betragen.

Ritterfalter – Unterfamilie Apollofalter:
Nils von Falterich
Die Eihülle schützt die Raupe sehr gut und hält selbst große Kältetemperaturen des Winters ab. Ende Februar schlüpfen die Raupen. Diese kleinen Wesen sind sehr gut zu Fuß. Sie sind richtige, kleine Wanderhelden mit eingebautem Zielsystem. Egal wie weit die richtige Futterpflanze entfernt ist, sie wittern es und laufen zielstrebig darauf zu. Sie lieben höhere Lagen, besonders die Alpen, und ­hohe Temperaturen.
Den Schmetterling gibt es als roten Apollo (Wiesenbewohner) und schwarzen Apollo (Waldbewohner) und statt der roten Punkte trägt er schwarze. Die schwarze Färbung dient ihm übrigens dazu die Wärme der Sonne besser speichern zu können. Weil der Mensch in seinen Lebensraum eingreift, ist er leider sehr stark gefährdet.

Kleiner Moorbläuling: Lina von Lieblich
Die Außenseite sieht ganz anders aus, als die Innenseite der Flügel. Direkt nach dem Schlüpfen fressen sie sich ins Innere der Futterpflanze und nach einigen Häutungen tauchen sie wieder an der Oberfläche auf. Sie lassen sich in die Wiese fallen und von einem ganz bestimmten Ameisenvolk abschleppen. Denn ihre ganz besondere Fähigkeit ist es, die chemische Sprache dieser Tierchen zu verstehen und zu imitieren, so dass die Ameisen sie für eines ihrer Jungtiere halten. Sie tarnen sich sozusagen per Duftstoff. Da diese Art sich aber auf die Knotenameisen eingelassen hat, die stark gefährdet ist, sind diese Schmetterlinge auch vom Aussterben bedroht. Andere Raupenarten dieser Gattung imitieren sogar die Ameisenkönigin und können so unbekümmert deren Brut auffressen. Wieder andere produzieren so etwas wie einen Zaubertrank, mit dem sie die Ameisen dazu bringen, ihre Futterpflanzen zu bewachen, so dass sie ihr Fressen ganz für sich allein haben.

Ichneumon eumerus: Tilly Betörendgut
Unter den Schlupfwespen gehört sie zu den herausragenden Exemplaren. Sie sorgt nicht nur dafür, dass gewisse Insektengruppen nicht überhand nehmen, sondern hat wie der Moorbläuling die Sprache der Knoten­ameise entschlüsselt. Wie ein Spion hält sie ihre Fühler in den Wind, um eine Kolonie zu erschnuppern, in der diese Schmetterlingsraupen gerade Vollpension genießen. Dann schleicht sie sich katzenhaft in das Nest ein und sorgt mit Hilfe ihrer speziellen Duftstoffe dafür, dass der Ameisenstaat erst mal ins Chaos versinkt. So bekämpfen die Ameisen sich erst einmal gegenseitig, und registrieren überhaupt nicht, dass da ein Fremdling eingedrungen ist. Nun kann ­diese Schlupfwespe ihre Larve in der Raupe ablegen.

Wer gerne ganz bestimmte Schmetterlinge in seinem Garten hätte, der kann sich im Internet informieren. Hier finden Sie die Schmetterlinge und ­welche Futterpflanze sie am liebsten haben: www.dschungelparadies.de/europa1.htm.   
 
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