Schwärmer – Nalani Blitz, Grüne Goldfliege – Familie Heilsam, Große Königslibelle – Mareike Flieggut, Hain-Schwebfliege – Emely Leicht

Zugriffe: 1569
1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Bewertungen 0.00 (0 Abstimmungen)
Das Magische Wiesenreich – die Natur besser verstehen
 
wiesenhelden_01  
Schwärmer – Nalani Blitz
wiesenhelden_02
Grüne Goldfliege – Familie Heilsam
wiesenhelden_03
Große Königslibelle – Mareike Flieggut
wiesenhelden_04
Hain-Schwebfliege – Emely Leicht
In dieser interessanten und lehrreichen Serie bringt Ihnen unsere Redakteurin Andrea Dejon (www.andrea-dejon.de) das Leben aus dem „Wiesenreich“ etwas näher. Denn: Was man kennt, schützt man auch… Wenn Sie zurückliegende Folgen verpasst haben, finden Sie diese im Internet unter www.es-heftche.de.

Unter den Wiesenbewohnern gibt es auch einige sehr gute Flieger – wahre Luftakrobaten. Von den Libellen wissen wir, dass sie unseren Ingenieuren schon lange als Vorbild für tolle Fluggeräte gedient haben. Aber auch die gemeine Stubenfliege gehört zu den Meistern der Lüfte. Sie kann regelrecht auf der Stelle schweben und mit einer halben Rolle rückwärts kopfüber an der Decke landen. Auch unter den Schmetterlingen finden sich einzigartige Flieger. Aber die wahren Superhelden unter den geflügelten Insekten können nicht nur toll fliegen, sie haben noch weitere sehr bemerkenswerte Fähigkeiten.
Einige der Nachtfalter, die zu der Familie der Schwärmer gehören, können wahre Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometer pro Stunde erreichen – wie der Windenschwärmer. Und sie sind nicht nur, wie ihr Name sagt, in der Nacht unterwegs. Auch gäben sie sehr gute Spione ab – mit eingebautem Nachtsichtgerät. Ihre Augen sind keine normalen Facettenaugen. Wären sie ein Säugetier, dann könnte man sagen, sie haben die Supernachtaugen einer Katze. Wenn sie sich einer Lichtquelle nähern, sieht es aus, als würden ihre Augen leuchten. Andere Schwärmerarten haben sogar eine Art Ohren entwickelt – mit ihrer Hilfe belauschen sie die Fledermäuse und können auf diese Weise eine Route finden, die sie sicher durch die Nacht führt. Die Raupen der Schwärmer zählen zu den größten in Europa und können bis zu zwölf Zentimeter lang werden. Ihre Flügel sind je nach Art unterschiedlich gefärbt, von grün bis gelb oder orange mit braunschwarz.

Schwärmer – Nalani Blitz
Das bekannte Taubenschwänzchen, das oftmals für einen Kolibri gehalten wird, kann von null auf 70 Kilometer pro Stunde in nur sechs Sekunden beschleunigen und 100 Blüten innerhalb einer Minute leer trinken! Daneben wirkt selbst Supermann langsam. Außerdem fliegen diese Falter auch bei leichtem Regen und bei niedrigen Temperaturen. Sie überwinden bei ihren Wanderungen sogar Strecken bis zu 2.000 Kilometern. Auch besitzen sie ein kleines Superhirn, sie merken sich genau wo die besten Blumen zu finden sind und wo ihr Nachtquartier ist. Sie schlafen in einer Art Herde – immer an ein und dem gleichen Ort. Im Flug gleichen sich alle Schwärmerarten, nur der Körper des Taubenschwänzchens hat eine etwas markantere Form. Es sieht tatsächlich aus, als besäße dieser Falter an seinem Körper Federn.

Grüne Goldfliege – Familie Heilsam
Alle Fliegen sind meisterhafte Flugkünstler. Und das, obwohl sie relativ kleine Flügel haben – was sie durch einen extrem schnellen Flügelschlag kompensieren. Man stelle sich vor: Sie bewegen ihre Flügel etwa 200 Mal pro Sekunde. Und wenn sie etwas Leckeres finden wollen, laufen sie einfach nur herum. Treten sie dann mit ihren Füßen in etwas Essbares, dann erkennen sie das gleich! Denn ihre Füße sind nicht nur ganz tolle Haftmaschinen, die so ziemlich auf allem Laufen können, sie haben auch die Fähigkeit die Dinge zu schmecken. Was aber wohl die wenigsten wissen ist, dass die Fliegen an ihren Beinen eigentlich ein eingebautes Desinfektions-System besitzen. Und nur weil sie sehr schlampig essen, können sie Krankheiterreger weiter geben – das heißt: sind sie zum Beispiel nur in einem sauberen Haus unterwegs, in denen es weder Kot noch Unrat gibt, kann nicht viel passieren. Unter den Fliegenarten gibt es die gewöhnlichen Stubenfliegen, die so mancherorts uns Menschen auf die Nerven gehen können, und die noch unbeliebteren Schmeißfliegen. Sie haben auch die Dinge zum Fressen gern, die wir als ekelig und unhygienisch bezeichnen. Die Larven dieser Tierchen wurden übrigens schon vor langer Zeit, im alten China und bei den Mayas, zur Wundheilung eingesetzt.

Große Königslibelle – Mareike Flieggut
Sie haben das beste Sehvermögen aller Wiesenbewohner. Ihr Kopf ist im Prinzip ein ­Minimalflugboard. Mit Anzeigen wie: Rundumblick, Hell-dunkel-Messer und Tachoanzeiger. Flugtechnisch ist sie ein Minijagdhubschrauber. Ihre Beute fängt sie galant im Flug. Aber auch schon als Larve ist sie ein großer Jäger. Sie lebt im Wasser – und das die meiste Zeit ihres Lebens (bis zu fünf Jahre) und frisst mit Vorliebe auch die Larven der Stechmücken. Ihre Vorfahren gehörten einst zu den größten Fluginsekten, die es jemals gegeben hat. Vor circa 300 Millionen Jahren maß ihre Flügelspannweite noch 70 Zentimeter. Zu der Zeit war auch der Sauerstoffgehalt in der Luft um ein vielfaches höher, aus diesem Grund ist die Größe der Libelle seit damals auch stark zurückgegangen. Die heute lebenden Tierchen werden bis zu acht Zentimeter lang.

Hain-Schwebfliege – Emely Leicht
Bei dieser Fliegenart heißt es: Genau hingeschaut! Denn um sich vor ihren Fressfeinden zu schützen, haben sie sich ein kleines Supermäntelchen zugelegt – auf diese Weise werden sie für Wespen oder Bienen gehalten. Doch sie haben keinen Stachel und können auch nicht beißen. Sie schlecken nur den Nektar der Blüten auf. Sie können sogar auf dem Rücken fliegen, bis zu 25 Stundenkilometer erreichen und mit ihren 300 Flügelschlägen in der Sekunde regelrecht in der Luft stehen. Sie sind die elegantesten Flieger und zählen neben den Bienen zu den wichtigsten Bestäubern. Sie ziehen als eine der wenigen Fliegenarten nach Süden, überwinden dabei eine gewaltige Strecke über die Alpen und kehren dann im Frühling wieder zurück. Es gibt etwa 450 verschiedene Arten in unterschiedlicher Größe, wie zum Beispiel die Totenkopfschwebfliege. Sie sind etwas größer, tragen auf ihrem Rücken eine Art Totenkopf-Tatoo und ihre Larven leben in Kothaufen. Die Larven der sogenannten Mistbiene haben eine superlange Atemröhre von einigen Zentimetern Länge, so können sie zum Beispiel in Lebensräumen existieren, in der kein anderer Wiesenbewohner überleben könnte, wie verschmutze Pfützen oder Jauchegruben. Andere wiederum ernähren sich von Pflanzen- oder Abfallresten – sorgen also für gute Humuserde. Die Larven der Hain-Schwebfliege ernähren sich von tierischer Kost, zum Beispiel von Blattläusen. Als „Kinder“ sind sie also Schädlingsbekämpfer und als „Erwachsene“ emsige Blütenbestäuber.

Tippt man auf der Internetseite www.naturdetektive.de den Suchbegriff „Insekten“ ein, so findet man interessante Informationen, die auch sehr gut für kleine Kinder geeignet sind. Bei www.naturgucker.de können Sie ganz tolle Nahaufnahmen von Wiesenbewohnern sehen.
 
ad

Kommentar schreiben

Kommentar-Regeln

Es versteht sich, dass Beiträge mit sittenwidrigem oder rechtswidrigem Inhalt auf unserem Server nicht geduldet werden.
Sie verpflichten sich, keine Beiträge zu veröffentlichen, die gegen geltendes deutsches Recht verstoßen.
Wir erwarten, dass Sie einen höflichen und sachlichen Ton wählen.
In Kommentaren ist Lob ebenso willkommen wie scharfe, sachbezogene Kritik. Alle Kommentare von Schmähkritik werden jedoch nicht akzeptiert. Ebenso tolerieren wir keine Angriffe auf Personen in herabsetzender Form.
Weiterhin unerwünscht sind anstößige Bemerkungen, Fäkalsprache, sexistische Begriffe, rassistische Inhalte oder Anstoß erregende Formulierungen.
Eine anonyme Kommentierung wird von uns nicht veröffentlicht, stehen Sie zu dem was Sie meinen.

Wir behalten uns vor, Ihren Zugang zeitweilig oder auf Dauer zu sperren, wenn Sie die Regeln missachten.

Ihr Team vom Stadtmagazin "es Heftche"®


Sicherheitscode
Aktualisieren