Feldgrille – Nino Spielfein, Eichenschrecke – Erik Trommelstark, Totenkopfschwärmer – Maurizio Klingfein, Glühwürmchen – Robert und Malin Leuchtstark

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Das Magische Wiesenreich – die Natur besser verstehen
 
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Feldgrille – Nino Spielfein
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Eichenschrecke – Erik Trommelstark
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Glühwürmchen
Robert und Malin Leuchtstark
Die Fähigkeit musizieren zu können, wurde früher als eine göttliche Gabe angesehen. Und so wollen wir in dieser Ausgabe einmal ein geradezu göttliches Quintett aus der Insektenwelt vorstellen. Also Vorhang auf für die Boygroupe Natural unplugged.

Am bekanntesten ist wohl die Familie der Grillensie zählen zu den Heuschrecken. Und diese wiederum waren dem Gott Apollo geweiht. Dieser galt als Erfinder der Musik. Das so genannte Weinhähnchen gehört auch zu dieser Familie. Im Aussehen ähnelt es einem zierlichen, kleinen Grashüpfer. Doch im Gegensatz zu ihm haben die Weinhähnchen, oder auch Blütengrille genannt, ihren ratternden, leicht schwirrenden Gesang so weit perfektioniert, dass man beinah glauben könnte eine Melodie heraus hören zu können. Und sie können so zirpen, dass es für unsere Ohren klingt, als würde der Ton von überall her kommenauf diese Weise ist es nahezu unmöglich ihren Standort herauszufinden. Sie leben am liebsten in Sträuchern und können manchmal schon recht ohrenbetäubend sein – und das ganz ohne Beschallungsanlage. Die Sumpfschrecke erzeugt dagegen einen Ton, der wie ein Fingerschnippen kling. Um ihn zu erzeugen, schleudert sie ihre Hinterbeine ganz energisch nach hinten. Unter den Schmetterlingen findet man auch einige Musiker, die ihr Publikum regelrecht in ihren Bann zu schlagen vermögen. Und wer meint, jetzt fehle nur noch die passende Beleuchtung, dem sei gesagt: Da blinkt etwas in den heißen Sommernächten, das energieeffizienter ist als jede andere von uns Menschen gemachte Leuchtbirne.

Feldgrille – Nino Spielfein
Als Grille gehört sie zu der Großfamilie der Heuschrecken. Sie kann allerdings nicht wie ihre Cousins und Cousinen fliegen. Dafür ist sie mehr unter der Erde aktiv. Sie gräbt gerne Erdhöhlen und lebt auch dort. Wärme mag sie sehr gerne – von daher kann man sie ­besonders gut in heißen Sommernächten antreffen!
Musizieren können nur die Männchen und wenn sie es tun, dann nur um entweder ein Weibchen anzulocken oder um einen Rivalen zu vertreiben – und wenn dieser nicht das Weite sucht, stürzt sich die Grille todesmutig in den Kampf. Dabei donnern die zwei schon mal heftig mit ihren Köpfen zusammen.
Das Zirpen wird übrigens durch die Flügel erzeugt und kann mehr als 50 Meter weit zu hören sein. Die Weibchen lauschen hingerissen dem Gesang, aber nicht mit den Ohren, wie man annehmen würde, sondern mit den beiden Vorderbeinendort befindet sich eine Art Trommelfell, ähnlich wie bei einem Mikrophon. Ansonsten sind Feldgrillen eher schüchterninsbesondere, wenn ein Mensch versucht sich ihnen zu nähern. Leider sind diese Tierchen inzwischen selten geworden, an manchen Orten gibt es sie sogar schon gar nicht mehr. Sie stehen auf der roten Liste der gefährdeten Arten.

Eichenschrecke – Erik Trommelstark
Sie ist zwar kein Wiesenbewohner, aber man kann sie durchaus bis ins Wiesenreich höreninsbesondere die Weibchen, für die dieses Trommelsolo gilt. Die Eichenschrecke sitzt, wie ihr Name schon erahnen lässt, sehr gerne hoch oben auf einer ganz bestimmten Baumkrone. Dabei trommelt sie mit ihren Hinterbeinen emsig auf das Blatt. Wenn wir Menschen ihrem Konzert lauschen wollen, müssen wir sehr nah an einem solchen Baum stehen.
Die Eichenschrecke ist nicht nur ein guter Musikant, sie ist auch ein großer Ungeziefer-Vertilger. Ihre Lieblingsspeise sind Blattläuse. Das Tierchen wird circa 1,5 Zentimeter lang und ist hauptsächlich in der Nacht aktiv.

TotenkopfschwärmerMaurizio Klingfein
Er gehört zu den größten Nachtfaltern unserer Region. Seine Flügelspannweite kann bis zu 13 Zentimetern betragen. Er ist ein Schwärmernoch dazu einer von der Sorte, die eine Art Ohren entwickelt haben und regelmäßig den Funkverkehr der Fledermäuse abhören, um so ungesehen auf ihre diebischen Raubzüge gehen zu können. Denn diese Falter stehlen in den Bienenstöcken gern einmal den Honig. Er ist ein richtiger Pirat, der nicht nur die Bienen musikalisch unterhält, sondern ein regelrechtes Theaterstück aufführt.
Er maskiert sich zum einen mit dem Geruch, der der Bienenkönigin ähnelt, und zum anderen lässt er seine Flügel in einer Art vibrieren, dass sein Körper sogar wie diese erscheint. Dazu beginnt er mit einem pfeifenden Singsang. Regungslos verharren die Bienen und hören zu. Man könnte fast sagen, sie sind im wahrsten Sinne des Wortes hin und weg. Aber nicht immer gelingt es diesen Faltern die Bienen zu täuschen und dann gibt es für sie leider kein Entkommen mehr.
Er ist übrigens in Afrika zuhause. Jedes Jahr wandert er zu uns nach Europa – von daher ist klar, dass er warme Temperaturen liebt. Die Raupe mag gerne Nachtschattengewächse, Kartoffelblätter gehören zu ihrer Leibspeise. Sie kann ungefähr zeigefingerdick werden. Zur Verpuppung gräbt sie sich einmanchmal bis zu 40 Zentimeter tief! Sie baut sich eine richtig, tolle Höhle.

Glühwürmchen Robert und Malin Leuchtstark
Sie lieben die Dunkelheit und das betörende Konzert im Wiesenreich, das bei aufkommender Nacht von den kleinen Musikanten veranstaltet wird. Wie kleine, energiereiche Minitaschenlampen glimmen sie im Dunkeln auf und tanzen auf und nieder – und das ganz ohne Strom oder Batterien! Das verdanken sie ihrer Fähigkeit der Biolumineszenz. Sie setzen 95 Prozent ihrer Energie in Licht um – im Gegensatz zu einer Glühbirne, die nur fünf Prozent umsetzen konnte. Damit sind sie einzigartig im ganzen Tierreich. Die Weibchen haben ihren eigenen Blinkcode, woran die Männchen dann auch erkennen können, wen sie da im Dunkeln so vor sich haben. Sie können sich auf diese Weise Geschichten funkeln. Außerdem sind sie keine Würmer sondern Käfer. Und sie leben im wahrsten Sinne des Wortes nur von Licht und Liebe. Denn nur die Larven fressen sich durchs Leben: Am liebsten mögen sie Schnecken.

Wer gerne mal so ein Konzert hören möchte, kann sich im Internet reinklicken. Dort gibt es auch noch viele weitere Tierstimmen: www.tierstimmen.de. Es gibt sogar eine ganze CD, auf der man den Gesang von 61 verschiedenen Heuschreckenarten hören kann, sie ist im Ample Verlag erschienen (ISBN 3-935329-48-2).
 
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