Lilo Kreativ – Köcherfliege, Aqua von Nymphe – Zünsler (Nymphula stagnata), Linda Vielauge – Zebraspinne, Toni Baugut – Sackträger

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Das Magische Wiesenreich – die Natur besser verstehen
 
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Lilo Kreativ – Köcherfliege
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Aqua von Nymphe – Zünsler
(Nymphula stagnata)
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Linda Vielauge – Zebraspinne
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Toni Baugut – Sackträger
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Die Baukunst der hellbraunen Sackträgerin
 
Die größten Baumeister im Insektenreich sind vermutlich die Termiten. In unseren Breiten gehören hauptsächlich die Völker der Ameisen, Wespen und Bienen zu den tierischen Kleinstarchitekten. Allerdings erschaffen sie ihre Häuser im Allgemeinen nur im Teamwork.

Aber auch einige Spinnenarten, wie die Röhrenspinne, graben Vertiefungen und Tunnelsysteme ins Erdreich und kleiden diese sorgsam mit Spinnenseide aus – sie gehören ebenfalls zu einem Volk, das nicht alleine arbeitet. Röhrenspinnen leben mit Freunden oder ihrer Familie zusammen und erschaffen gemeinsam ihr Wohn- und Arbeitsreich. Es gibt aber auch Tierchen im Wiesenreich, die erarbeiten im Alleingang ihr eigenes, kleines Heim. Und wer schon mal renoviert hat, weiß, dass es gar nicht so einfach ist, ein Haus zu erschaffen, das gut aussieht, bewohnbar und funktionell ist. Hier gehört schon eine ordentliche Portion Talent und Können dazu.
Von Schmetterlingen wissen wir: Sie verpuppen sich, wenn sie aus dem Raupendasein heraus wollen. Es gibt aber auch Raupen, die bauen sich, kaum dass sie aus dem Ei geschlüpft sind, bereits ihr eigenes, meist ­sogar sehr extravagantes Haus. Eine der Schmetterlingsarten, die dies tun, besitzen gar keine Flügel mehr – die brauchen sie auch gar nicht. Statt selbst zu fliegen und Kräfte zu verbrauchen, hängen sie sich einfach irgendwo an und lassen sich mittransportieren. Ob auf einem Schwemmholz auf dem Wasserweg oder im Gefieder von Vögeln auf dem Luftweg – was an ihrem kleinen Wohnmobil liegt: einem Sandschneckenhaus von nur fünf Millimetern Durchmesser. Diese Art nennt sich die Schneckenhaus-Sackträger und in unseren Breiten sind sie ein reines Frauenvölkchen – Männchen gibt es unter ihnen keine mehr, sie kommen ganz ohne sie aus.

Lilo Kreativ – Köcherfliege
Als Larve ist sie ein emsiger, kleiner Baumeister und lebt im Wasser, am liebsten in einem kleinen, saubern Bach. Sie produziert eine Art Spinnfaden und verklebt Steinchen, Blättchen oder kleine Schilfstückchen zu einem Köcher miteinander, in dem sie lebt. Manche bauen röhrenförmige Behausungen, andere rechteckige. In manche Häuschen passt nur die Larve hinein, andere sind groß und haben verzweigte Wohnröhren. Dann gibt es auch noch Stämme, die sind so geschickt, dass sie sich von Schneckenhäusern inspirieren lassen. Es gibt aber auch welche, die bauen keinen Wohnraum, sondern nur Fangnetze, mit deren Hilfe sie Nahrung wie ein Fischer aus dem Wasser fischen. Außerdem sind die Köcherfliegen für das Ökosystem von einem Fluss sehr wichtig.
Nachdem sich die Larve verpuppt hat, kriecht sie in die Nähe des Ufers und schlüpft schließlich als Fluginsekt. Damit sie trotz ihrer geringen Größe gut fliegen kann, besitzt sie an ihren Flügeln kleine Härchen. Diese sind so beschaffen, dass sie die beiden Flügelteile während des Fluges zu einem einzigen verbinden können. Manche von ihnen besitzen sogar noch ein drittes Auge auf der Stirn. Im Gegensatz zu den Männchen können die Weibchen sogar im Wasser schwimmen, sie haben nämlich Extra-Schwimmbeinchen. Sie legen im Wasser ihre Eier in einer gallertartigen Masse ab – ähnlich wie die Frösche.

Aqua von Nymphe – Zünsler (Nymphula stagnata)
Die Gattung der Zünsler ist vielseitig und vielgestaltig. Sowohl was die Flügelformen und Farben dieser Schmetterlingsart betrifft, als auch das Bautalent der Raupen. Einige bauen riesige Netzzelte mit vielen Gängen und Tunneln, andere rollen die Blätter kunstvoll wie eine Zigarre zusammen. Unsere „Aqua von Nymphe“ hier kann aber noch mehr. Man kann sie gut und gern als Seefahrerin bezeichnen. Ihre Larve lebt zunächst im Wasser und überwintert dort. Im Frühjahr beginnt sie eine Art Hausboot zu bauen. Mit diesem schwimmt sie an der Wasseroberfläche und erweitern es, in dem sie immer wieder Blattstückchen abknabbert und daran befestigt.
Als Falter besitzen die Zünsler, als eine der wenigen Schmetterlingsarten, die Fähigkeit zu hören. Auf diese Weise können sie die Fledermäuse rechtzeitig bemerken und ihnen geschickt aus dem Weg gehen.

Linda Vielauge – Zebraspinne
Auch Spinnen sind sehr talentiert, was ihre Baukunst anbelangt. Zwar wohnen sie nicht unbedingt in ihrem Kunstwerk, aber sie fangen im Allgemeinen damit ihre Beute oder benutzen die Fäden zur Nachrichtenübermittlung. Das Männchen zupft daran, wie Musiker an seinem Saiteninstrument und übermittelt dem Weibchen auf diese Weise wichtige Nachrichten.
Die Zebraspinnen zählen zu den schönsten Spinnen in unseren Breiten. Sie haben immer großen Hunger und können eine ganze Menge fressen. Am liebsten mögen sie Heuschrecken. Auf diese Weise sorgen sie dafür, dass diese Tierchen bei uns nicht zur Plage werden können. Ihre Familie nennt sich die Radnetzspinnen und sie bauen die schönsten und stabilsten Spinnennetze! Kein Wunder, denn sie müssen ja dem starken Sprung einer Heuschrecke standhalten.
Fühlt sich die Zebraspinne gestört, verändert sie ihr sonst ruhiges Verhalten. Sie beginnt zusammen mit dem Netz hin und her zu schaukeln – auf diese Weise wird sie für unser Auge scheinbar unsichtbar. Ihr Netz ist ihr ganzer Stolz, wenn es zerstört wird, wandert sie ab, manchmal ist so traurig darüber, dass sie stirbt. Eine ihrer Cousinen ist die Kreuzspinne, man erkennt sie, wie ihr Name verrät, an dem Kreuz auf ihrem Rücken.

Toni Baugut – Sackträger
Als Raupe liegt die Kunstfertigkeit dieser Schmetterlingsart darin, dass sie ganz tolle Behausungen aus allen möglichen Materialien anfertigt. Sie recycelt sozusagen alles, was sie findet und was ihr gefällt. Dabei unterscheiden sich die Kunstwerke der Männchen von denen der Weibchen. Die Männchen mögen lieber kleine, runde Materialien, die Weibchen flechten gerne auch Grashalme und längliche Blätter mit hinein. Bereits das Ei wird von der Mutter von einem kleinen Häuschen umgeben, sobald die Raupe schlüpft, beginnt sie ihr eigenes Kunstwerk anzufertigen. Je größer sie wird, desto mehr baut sie an Material an.
Die Flügelspannweite der Männchen beträgt etwa zwei Zentimeter. Sie sind allerdings keine allzu guten Flieger. Die Weibchen sind dagegen richtige Hausmütterchen, sie verbleiben auch nach ihrer Verpuppung in ihrem Blätterhäuschen. Sie haben keine Flügel und sie rühren sich auch nicht vom Fleck. Jeder Stamm der Sackträger-Schmetterlinge hat, was seine Behausung angeht, seinen eigenen Stil, ähnlich wie ihre Cousins und Cousinen: die Köcherfliegen.

Wenn ihr mehr über die Baukunstwerke und die Wichtigkeit der Köcherfliege wissen wollt, schaut im Internet auf der Seite vorbei: www.natuerlich-fuerth.de unter der Rubrik „Lebensräume“, Unterpunkt: „Flusslandschaften“ und dann „Libellen und Co“.   
 
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