Sabine von Schnepferich – Skorpionsfliege, Melissa von Sprungbein –Zebrasprungspinne, Alexander Haftfein – Tigerschnegel, Norbert Ring – Schmetterlingshafte

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Das Magische Wiesenreich – die Natur besser verstehen
 
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Sabine von Schnepferich – Skorpionsfliege
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Melissa von Sprungbein – Zebrasprungspinne
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Alexander Haftfein – Tigerschnegel
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Norbert Ring – Schmetterlingshafte
 
Auch weiterhin bringt Ihnen unsere Redakteurin Andrea Dejon das Leben aus dem „Wiesenreich“ wieder etwas näher. Denn: Was man kennt, schützt man auch. Wenn Sie zurückliegende Folgen verpasst haben, finden Sie ­diese auch im Internet unter www.es-heftche.de oder www.wiesenhelden. jimdo.com.

Die Natur ist stets auf Ausgleich bedacht. Von daher gibt es nicht nur Pflanzenfresser auf unserer Erde, sondern auch die Jäger. Sie gibt es in vielfältiger Form. Und sollten doch einmal die Pflanzenfresser unter den Wiesenbewohnern zu den alleinigen Herrschern „aufsteigen“, dann kommt es zu einer einzigartigen Verwandlung. So gab es zum Beispiel ursprünglich auf Hawaii nur pflanzenfressende Kleinsttierchen. Doch dann entwickelten sich die Raupen einiger Schmetterlinge mit der Zeit zu Jägern.
Um ein geschickter Jäger zu sein, bedarf es schon einiger Talente. Aus diesem Grund geht es heute um die Tiger des Wiesenreiches. Sie sind geschmeidig und zielstrebig, tragen eine imposante Erscheinung zur Schau und besitzen, wie die Tiger bei den Säugetieren, ein wunderschönes Streifenmuster. Die Wespen gehören zu den bekanntesten Tigern im Wiesenreich, aber es gibt noch viel mehr und viel schönere! Manche dieser Tierchen würden wir gar nicht als Jäger einschätzen, und doch sind sie es.

Sabine von Schnepferich – Skorpionsfliege
Sie gehört zu den eindeutig extravagantesten Tigern im Wiesenreich. Ihr Körper ist zwar schön gelb und schwarz gestreift, aber ihr Mundwerkzeug ähnelt einem Schnabel, das Hinterteil eines Männchens einem Skorpion, und die Flügel haben, genau wie die Kinder dieser Spezies, Ähnlichkeit mit einem Schmetterling beziehungsweise einer Raupe.
Die Skorpionsfliege ist eine Art Gesundheitspolizei und Resteverwerter. Manchmal ist sie aber auch frech wie eine Elster und stibitzt ihre Beute aus dem Netz einer Spinne. Sie kann maximal drei Zentimeter groß werden und ihre Vorfahren eroberten bereits vor 300 Millionen Jahren unsere Erde. Trotz ihres Namens besitzen Skorpionsfliegen kein Gift und können auch nicht stechen. Ihr Stamm gehört zum außergewöhnlichen Volk der Schnepfenfliegen. Weitere Stämme sind die Winterhaften: Sie lieben den Schnee und das Eis – nur zu kalt sollte es auch nicht sein. Da sie nur Flügelstummel haben, fliegen sie nicht, sondern springen meist im eisigen „Nass“ herum, wie kleine Kinder auf einem Trampolin. Weitere ähnliche Jäger sind die Tanzfliegen. Sie jagen sozusagen in einer Art „Herde“ – auf diese Weise sieht es aus, als würden sie tanzen.
Außerdem sind alle diese „Schnepferiche“ kleine Charmeure untern den Wiesenhelden. Denn, wenn sie ein Weibchen beeindrucken wollen, balzen sie nicht nur wie ein Pfau herum – die Skorpionsfliege zum Beispiel hat dafür ihren „Stachel“, sie bringen ihm auch ein Geschenk mit. Manchmal sogar schön verpackt in selbstgesponnenen Spinnfäden.

Melissa von Sprungbein –Zebrasprungspinne
Sie kann nicht nur nach vorne sehen, auch nach hinten – auf diese Weise hat sie ihre Umwelt perfekt im Blick. Man könnte sie als einen Tiger bezeichnen, der sich, zusätzlich zu seiner Jagdtechnik, Tarzans Seiltrick angeeignet hat. Sie baut zwar kein Spinnennetz, dafür produziert sie einen Faden, mit deren Hilfe sie von einem Ort zum nächsten springen kann. Außerdem funktioniert er auch als Rettungsleine, für den Fall der Fälle. Sie springt aus einem Abstand von zehn bis 50 Millimeter auf das Beutetier und tötet dieses durch einen Biss. Ihre Jagdtechnik ist so gut, dass sie sogar Stechmücken im Flug erbeuten kann. Sie liebt die Sonne und windstille Orte. 2005 war sie Spinne des Jahres. Sie ist meist nicht viel größer als fünf Millimeter – hätten wir Menschen ihr Talent, so würden wir mit einem Satz etwa 35 Meter weit springen.

Alexander Haftfein – Tigerschnegel
Er gehört zu den schönsten Nacktschneckenarten bei uns. Seine gestreifte Hülle wirkt als wäre sie aus Fell. Und wie alle Tiger hat er gerne etwas Fleischiges zwischen seinen Raspelzähnchen. Er hat die Nacktschnecke auf dem Speiseplan, die wir Menschen nicht in unseren Gärten haben wollen. Daneben mag er auch welke Pflanzenteile, Algen und Moose. Ansonsten hat Mister Haftfein die gleichen Fähigkeiten wie alle Schnecken. Er kann die glatte Wand hochschleimern oder über eine Rasierklinge. Sein muskulöser ­Körper kann bis zu 20 Zentimeter lang werden. In Indonesien gibt es eine noch tigerhaftere Schneckenart. Ihr Schneckenhaus ist schwarz-gelb gestreift und sie geht regelrecht auf die Jagd nach ihrer Beute. Aus diesem Grund wird sie als Schneckenvertilger auch zu uns nach Deutschland exportiert.

Norbert Ring – Schmetterlingshafte
Diese Insekten sehen auf den ersten Blick aus wie Schmetterlinge. Sie sind aber mit den Libellen und Ameisenjungern verwandt. Von daher sind ihre Flügel wie die der Libellen aufgebaut und ihre Jungtiere ähneln einem Ameisenlöwen, der ganz und gar in rotbraune Farbe gefallen ist und rechts und links ein Horn trägt. Auch sie sind Jäger. Ausgewachsene Tiere können eine Flügelspannweite von bis zu fünf Zentimetern haben. Sie können diese so eng an den Körper anlegen, wie eine zweite Haut. Auf diese Weise werden sie für andere geradezu unsichtbar. Außerdem verstecken sie sich gerne und sind sehr schüchtern. Alle Schmetterlingshaften lieben die Wärme und mögen keinen Regen. Sobald auch nur eine Wolke über die Sonne zieht, suchen sich sie sich sicherheitshalber schon mal einen Landeplatz. Beim Jagen sind sie beinah unübertroffen. Das Element Luft ist für sie ein Jagdrevier, wie die Steppe für einen Tiger. Als ausgezeichnete Flieger nützen sie diese Technik auch um die Weibchen zu becircen. Und wenn diese nicht so recht wollen, dann schnappen sie sich dieses mit ihren Hinterleibszangen und entführen sie frech.

Gartentipp:
Wer Hilfe für seinen Garten sucht, kann sich hier mal informieren, wie Alexander Haftfein und andere fleißige Helfer, Schädlinge oder Pilze vertilgen: www.schnecken-wissen.de.
 
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