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    Benzingespräch – unsere Autoseiten
Aktuelles vom Automarkt von unserem Motorsportjournalist Rainer Setz
     
 
Liebe Leserinnen und Leser, unser Motorsport Journalist Rainer Setz, informiert Sie monatlich über Neuigkeiten aus der aktuellen Auto- und Motorsportwelt. Wir hoffen auch mit diesem kostenlosen Service, wieder einmal etwas zu Ihrer Unterhaltung beizutragen. Vielleicht helfen Ihnen ja die Tipps und Vorstellungen bei ihrer Entscheidung beim nächsten Autokauf.     Wo ist denn bitte der Skandal und zum Mond und zurück
 
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Markenvielfalt zeichnet die Rennserie aus.
Foto: VLN
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Spannende Rad an Rad-Duelle
sind an der Tagesordnung.
Foto: VLN
 
Um eines von vorne herein klar zu stellen: „Wer Software an einem Kraftfahrzeug manipuliert oder diese erstellt und einsetzt, der betrügt!“ Dies sollte einmal in aller Deutlichkeit gesagt sein, aber was seit Bekanntwerden dieser mittlerweile auch bestätigten Vorwürfe durch den bundesdeutschen Blätterwald rauscht, ebenso wie durch Funk, Fernsehen und alle elektronischen Medien, dies erscheint mir hier der wahre Skandal zu sein! Beispiele gefällig? So wurde vor wenigen Tagen sehr vollmundig von der „Deutschen Umwelthilfe“ die Marke Opel mit der Behauptung an den Pranger gestellt: „Der Opel Zafira mit 1.6-Liter Euro 6 Dieselmotor“ gehöre ebenso zu den Manipulierern. Den Beweis in der Form von Messwerten veröffentlichte man von Seiten der „Ankläger“ aber nicht! Die Rüsselsheimer reagierten prompt, prüften nach und veröffentlichten folgendes Zitat: „Aufgrund der Anfrage der Deutschen Umwelthilfe haben unsere Ingenieure aktuell zusätzliche Tests mit einem entsprechenden Fahrzeug (Zafira mit 1.6-Liter Euro 6 Dieselmotor) nach den gesetzlichen Vorschriften nachgefahren und protokolliert – und zwar sowohl auf einem Zwei- als auch auf einem Vier-Rollen-Prüfstand. Das Resultat: Die Werte liegen sowohl in den Zweirad- als auch den Vierradmessungen im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben. Dies ist zwangsläufig der Fall, da es keinerlei Einflüsse auf das Abgasnachbehandlungssystem gibt, wenn sich beim Zafira die Hinterräder drehen. Das heißt: Die Anschuldigungen sind eindeutig falsch und unbegründet.“
Eine Erwiderung darauf mit verlässlichen Daten gab es nicht! Aber was für mich das Tollste ist, ist folgender Sachverhalt. Die Behörden und Regierenden sowohl auf Bundes- wie auch auf europäischer Ebene überbieten sich mit immer neuen Forderungen und stellen sich als DIE Anwälte der Verbraucher, sprich Automobilbesitzer, dar. Hierzu einmal folgendes zum Nachdenken. Im Jahr 1992 wurde der Fahrzyklus der Richtlinie 70/220/EWG über den Stadtverkehr hinaus erweitert. Seit dem Jahr 1997 muss der Kraftstoffverbrauch aus der Abgasmenge berechnet werden, die im Fahrzyklus der Abgasnorm ermittelt wird. Die daraus folgenden Angaben des Kraftstoffverbrauchs waren etwa acht Prozent höher als der Drittelmix. Im Juni 2007 wurde die Aufhebung der Richtlinie 70/220/EWG zum Januar 2013 beschlossen und der auch anderweitig definierte Fahrzyklus einer Prüfung empfohlen. Für die Ermittlung des Verbrauchs eines Fahrzeugs müssen zunächst die Fahrwiderstände (Roll- und Luftwiderstand) des Fahrzeugs auf der Straße exakt ermittelt werden. Dann werden die gemessenen Fahrwiderstände auf einen Rollenprüfstand übertragen und dann ein genormter Fahrzyklus abgefahren. Dabei werden auch Emissionsdaten gemessen. Anschließend wird aus der Abgasemission der Kraftstoffverbrauch berechnet. Nur zertifizierte EG-Prüflaboratorien dürfen rechtlich verbindliche Messungen durchführen. In Deutschland erfolgt die Zertifizierung durch das Kraftfahrt-Bundesamt. Der genormte Fahrzyklus dauert insgesamt 1180 Sekunden, also knapp 20 Minuten. Der City-Zyklus (städtische Bedingungen) dauert zwei Drittel dieser Zeit und der Überland-Zyklus (außerstädtische Bedingungen) ein Drittel. Die Umgebungstemperatur während der Messung beträgt grundsätzlich 20 bis 30 Grad Celsius und liegt vorher mindestens sechs Stunden lang um das abgestellte Fahrzeug vor. Kaltstartbedingung, Beschleunigungen und Verzögerungen werden erfasst und interpoliert. Dieses Testverfahren soll realitätsnäher als die frühere Ermittlung des Energieverbrauchs gemäß der alten DIN-Norm sein, weil beispielsweise die Kaltstartphase einige Berücksichtigung findet. Allerdings darf das gesamte Fahrzeug auf bis zu 30 Grad Celsius vorgewärmt werden, wodurch der Kaltstart zwar dem fachlichen Verständnis entspricht, aber nicht dem allgemeinen Verständnis von widriger Kälte oder gar Frost. Außerdem gibt es nur wenige Vorgaben, die den Herstellern verbieten, serienferne spritsparende Möglichkeiten, wie besondere Leichtlauföle oder Spritsparreifen, einzusetzen. 2013 wurde eine Studie veröffentlicht, welche die von den Automobilherstellern ausgenutzten Flexibilitäten der Richtlinie auf gut verständliche Weise darstellt. Hierzu einmal einige Beispiele: Keine Nachladung der Fahrzeugbatterie während des Zyklus (mit anderen Worten: die Lichtmaschine wird während des Zyklus abgeklemmt), Abkleben von Fugen an der Fahrzeugaußenhülle, Veränderung der Spur- und Sturzeinstellung der Räder, erhöhter Luftdruck in den Autoreifen, teilweise bis 3,5 oder 4 bar, Verwendung des minimalen Fahrzeuggewichtes, Abzug der vierprozentigen Toleranz auf den Messwert, Vermeidung von schleifenden Bremsen und eine Anpassung der Motorsteuerung, auch Eco-Tuning genannt! (Quelle: Lexikon) Hierzu veröffentlichte bereits in 2009 das ifo Institut, das Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München, folgendes: „Fast jeder hat die Erfahrung schon gemacht. Im Alltag verbrauchen Automobile mehr Kraftstoff, als sie nach den Angaben der Autobauer verbrauchen sollten. Die Herstellerangaben sind dabei das Ergebnis des so genannten NEFZ-Tests, den die EU zur Zulassung, zum Verkauf und zur Inbetriebnahme von Neufahrzeugen zwingend vorschreibt!“ Noch Fragen?
Kommen wir zum Abschluss noch zu einem anderen Thema. Es gibt wohl kaum einen Ort in der Republik, wo mehr „Benzingespräch“ gehalten wird, als am Nürburgring. Und hier ist es die VLN-Langstreckenmeisterschaft, die jährlich in zehn Läufen die Eifel zum Beben bringt. Dabei übt die weltweit schönste und längste Strecke eine ungeheure Anziehung auf Fahrer und Hersteller aus zahlreichen Nationen aus, die sich auf den unterschiedlichsten Fabrikaten in der „Grünen Hölle“ beweisen wollten. Ob hochgetunter GT3-Bolide oder seriennaher Produktionswagen, sie alle finden in den diversen VLN-Klassen ihren Platz. So bunt das Teilnehmerfeld, so bunt waren auch die Siegerpodeste der einzelnen Rennen besetzt. In der Eifel gab es immer wieder Überraschungen, nahezu jedes Team und jeder Hersteller hatte im Laufe des Jahres einen Grund zu feiern. Der große Glanz der Langstreckenmeisterschaft machte jedoch erneut die Masse und Vielfalt der Serie aus: 935 Fahrer, darunter 18 Frauen, aus 42 Nationen stürzten sich in das Abenteuer Nordschleife. Durchschnittlich 155 Fahrzeuge kämpften mit den Herausforderungen der einzigartigen Eifelstrecke. Mit 533 Teilnehmern kamen die meisten aus Deutschland, 56 kamen aus der Schweiz und 28 aus Großbritannien. Doch auch Teilnehmer aus beispielsweise Ecuador, Israel, Südafrika, Tansania und dem Tschad versuchten ihr Glück. In zehn Läufen wurden insgesamt 29.143 Runden zurückgelegt, gleich 710.185,77 Kilometer. Eine Distanz, die fast ausreichen würde, um von der Erde zum Mond und wieder zurück zu gelangen. Wer etwas Benzin im Blut hat und sich dies einmal vor Ort anschauen möchte, die Eifel ist nicht weit und schnell zu erreichen. Billig ist das Vergnügen auch noch, für gerade einmal 15 Euro pro Person erlebt man Rennsport vom aller Feinsten und dies zehnmal im Jahr.
 
Nähere Informationen erhalten Sie hierzu im Internet unter www.vln.de.
 
Rainer Setz

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