Von Waldwichteln und Baumdrachen Teil 1

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Von Waldwichteln und Baumdrachen
 
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„Heißes Feuer schoss aus dem Mund
des Baumdrachen“, erzählte
der kleine Waldwichtel seinen Freunden…
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Zwischen Angst und Neugierde hin und her gerissen,
wagte sich Danny weiter.
 
Wir beginnen in dieser Ausgabe mit dem ersten Teil einer wunderschönen Geschichte von der Künstlerin Andrea ­Dejon: Überall hört man in Geschichten immer wieder von kleinen Helfern, die sehr gerne helfen, aber die man nun als Mensch niemals zu Gesicht ­bekommt…

Waldwichtel helfen den Nadelbäumen. Außer den Waldwichteln gibt es auch noch die Baumdrachen. Doch die sind so selten geworden, dass die meisten Wichtelstämme diese Wesen nur noch aus alten Geschichten kennen. Uralte Geschichten, die man auch Legenden oder Mythen nennt. Einige glauben, diese Baumdrachen sind friedliche ­Wesen, andere sind der Meinung es sind feuerspeiende Ungeheuer.

Gefährliche Baumdrachen

„Und dann stürzte sich der Baumdrache auf Deggi Du“, erklärte der kleine Baumwichtel und machte eine lange Pause. Dabei schaute er sich die Gesichter seiner Freunde genau an. Mit großen Augen und offenen Mündern saßen sie da und hatten seiner Geschichte zugehört. Dann sprach der Kleine weiter: „Heißes Feuer schoss aus seinem Mund und hätte Deggi Du beinah verbrand. Gerade noch rechtzeitig fand er den Eingang zu einer Baumhöhle und konnte sich in letzter Minute vor dem Baumdrachen retten.“
„Didi Du!“ erschall mit einem Mal der Name des kleinen Wichtels über den Köpfen der Zuhörer. „Was habe ich dir gesagt?!“
Sofort sprangen alle, bis auf zwei, in ihre Betten. Der Kleinste unter ihnen, Danny, saß zitternd auf seinem Hintern und konnte sich vor Angst nicht mehr von der Stelle rühren und der andere, Didi Du, hatte die Geschichte erzählt und tapste verlegen von einem Fuß auf den anderen. „Ich soll nicht wieder Schreckensmärchen erzählen“, meinte der Kleine beschämt und sah zu seiner Mutter auf.
„Ganz genau! Und ja besonders dann nicht, wenn es an der Zeit für unseren Winterschlaf ist.“
Didi Du trottete langsam in sein Bett. Während sich seine Mutter um den kleinen Danny kümmerte. Sie strich ihm über den Kopf und meinte zärtlich: „Hab keine Angst mein Kleiner, es gibt überhaupt keine Drachen. Das sind alles nur Lügenmärchen, die sich Didi ausgedacht hat.“
„Ganz sicher?!“ meinte Danny unsicher. „Ganz sicher!“ bestätigte die Mutter, hob ihn hoch und legte ihn in sein Bett. „So und nun ist es Zeit zu schlafen!“, erklärte sie streng. „Wenn die Winterelfen kommen, um den Winter zu uns zu bringen, müssen wir alle tief und fest schlafen! Sonst können sie uns und unseren Bäumen keine schönen und bunten Schlafträume schicken.“ Seufzend schloss Danny die Augen. Dass es Baum­drachen gab, da war er sich ganz sicher. Er hatte es zwar noch niemandem erzählt, aber für einen Augenblick hatte er mal einen aus der Ferne gesehen und sein Feuer war gewaltig gewesen. Danny gähnte noch einmal und lauschte dem Schlaflied der Wichtelmama. Kurz darauf war er eingeschlafen. Plötzlich schreckte Danny auf. Hatte er da nicht ein merkwürdiges Grummeln gehört? Von einem solchen Grummeln hatte doch auch Didi erzählt. „Ja, genau!“ dachte er. „Das war die Stelle, als der böse Baumdrache Deggi Du gefunden hat und ihn fressen wollte.“ Eine Gänsehaut huschte über Dannys Rücken. Er horchte weiter. Noch immer konnte er ein leises Grummeln wahrnehmen. „Hallo?!“, fragte er unsicher ins Halbdunkel. Aber er bekam keine Antwort. Anscheinend schliefen alle. Alle außer ihm. „Vielleicht bin ich der Held dieser Geschichte?!“, dachte Danny und stand langsam auf. Vorsichtig tastete er sich zum Ausgang der Schlafhöhle und lugte hinaus. Draußen war alles weiß – die Winterelfen waren also schon da gewesen. Der Himmel war grau, und es war irgendwie düster. Dennoch schien es nicht mehr Nacht sondern Tag zu sein. Wieder lauschte er. Jetzt konnte er das Dröhnen sehr genau hören. Es war gar nicht weit weg. Zwischen Angst und Neugierde hin und her gerissen, wagte sich Danny weiter. Vorsichtig hüpfte er den schmalen mit Schnee bedeckten Ast entlang. Sein Herz pochte beinah so laut wie dieses Grummeln. Und dann von einer Sekunde zur anderen verstummte es. Ein lautes Knacken war zu hören und ein langer Schatten fiel auf Danny herab. „Der böse Baumdrachen hat mich gefunden!“ war der letzte Gedanke, der dem Kleinen durch den Kopf schoss, bevor er von einem Tannenzweig getroffen wurde und in eine Art Schlaf verfiel…
Fortsetzung folgt.
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