Von Waldwichteln und Baumdrachen Teil 2

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Danny trifft auf Mù, einen anderen Baumwichtel,
der ihm viel erzählen kann.
Im letzten Monat haben wir mit dem ersten Teil einer traumhaften Geschichte begonnen. Nun seid ihr bestimmt schon gespannt, wie es weitergeht und deshalb liefern wir euch auch geschwind den zweiten Teil. Wenn ihr den ersten verpasst habt, findet ihr den im Internet unter www.es-heftche.de.

Wieder erwachte Danny. Dieses Mal von einem Geräusch, das sich wie ein Scheuern anhörte. Und bewegte sich nicht der Boden unter ihm? Langsam sah er etwas klarer. Er befand sich im Geäst eines Tannenbaumes, der merkwürdig über den schneebedeckten Boden kroch.
„Diese Baumdrachen müssen ja riesig sein!“ dachte er und versuchte sich irgendwie aus den Tannenzweigen zu befreien.
Nach einigem Hin- und Herkullern, zwischen den Nadelblättern, hatte er einen Ausgang gefunden. Mit aller Kraft sprang Danny aus den Zweigen heraus, und rollte dabei immer weiter und weiter, bis er schließlich gegen eine Wand stieß und liegen blieb.
Benommen schaute sich Danny um. Alles drehte sich um ihn. Sein Blick wurde klarer und sein Gesicht schneeweiß. Direkt vor ihm stand der Baumdrache. Und was für ein gewaltiges Exemplar! Er hatte sein Maul aufgerissen und riesige Scharfe Zähne funkelten ihn gefährlich an. Danny schrie laut auf und begann zu rennen. Vor Angst achtete er nicht darauf, wo er hinlief. Im nächsten Moment stieß er mit jemandem zusammen.
„Kannst du denn nicht aufpassen?!“ drang eine nörgelnde Stimme zu Danny. „Man rennt nicht einfach die Leute zusammen!“ Vor Danny stand ein anderer Baumwichtel.
„Hinter mir ist ein riesiger, gefährlicher Baumdrache her!“ schrie Danny. „Los, lauf! Wir müssen hier weg!“ Der andere hielt ihn fest. „Wirklich, ich sehe keinen? Erklär mir genau, wo er ist!“ Danny sah dem fremden Waldwichtel in die Augen. Diese sprühten geradezu vor Freude. Dann blickte er sich suchend um, anscheinend hatte er den Baumdrachen abgehängt. „Dort hinten lauert er und ist sehr gefährlich!“ setzte Danny an. „Er hat gewaltige Zähne und wollte mich damit fressen!“ Nun begann der Andere lauthals zu lachen.
„Was ist denn daran zu komisch?“
„Baumdrachen fressen keine Waldwichtel!“
„Und woher willst du das wissen?“
„Weil wir Baumdrachen kennen.“
„Wirklich?“ Danny konnte es kaum glauben.
„Wirklich!“ bestätigte dieser.
Nun wollte Danny mehr wissen und der ­Andere begann zu erzählen:„Nun ja, die Baumdrachen werden immer seltener“, meinte dieser und seine Stimme klang traurig. „Unser Stamm hat noch keinen gesehen. Aber wir kennen sie aus vielen alten Geschichten. Und darin wird erzählt, dass die Baumdrachen und wir sehr gute Freunde sind.“
„Aber, wenn ihr noch keinen echten gesehen habt, wie könnt ihr euch dann sicher sein? Schließlich sind es nur Geschichten und Geschichten sind oft nur erfunden.“
„Oho! Vielleicht bei eurem Stamm. Bei uns jedoch gilt: Wir erzählen nur die Wahrheit. Es sind ganz alte Familiengeschichten. Die Eltern erzählen es ihren Kindern und achten sehr  darauf, dass die Geschichte auch ganz genauso von ihnen erzählt wird. Es darf dabei nichts geändert werden. Nicht ein Wort. Jeder einzelne Satz wird auswendig gelernt.“
Er machte eine Pause und grinste verträumt, dabei deutete er auf seinen Kopfschmuck: „Und außerdem haben wir ja noch die Schmuckfedern der Baumdrachen.“
Erst jetzt viel Danny auf, das der andere irgendwie ganz anders aussah, als all die Lärchenwaldwichtelstämme, die er kannte. Und er trug auf seinem Kopf einen gelb-orangenen Federbusch.
„Und die sind wirklich von den Baumdrachen?!“ wollte er ungläubig wissen. Der Andere nickte. „Und nur, der wird auserwählt sie zu tragen, der in einem Traum die Stimme eines Baumdrachens gehört hat. In den letzten Jahren hatte leider keiner von ihnen einen Drachen aufspüren können. Aber dieses Jahr bin ich dran. Und so wie du erzählst, hab ich – Mù aus dem Stamm der Goldlärchenwichtel – Glück. Ich werde einen Baumdrachen finden! Also wo ist dieser Drache?“
„Du musst nur meinen Spuren im Schnee folgen!“ meinte Danny und zeigte mit dem Finger in die Richtung aus der er gekommen war.
„Besten Dank!“ erklärte Mù und hüpfte davon.
Nachdenklich schaute der Kleine ihm nach. Die Neugier in ihm wuchs. Irgendwie würde er ja doch zu gerne einmal einen Baumdrachen kennen lernen. Also entschloss er sich, Mù zu folgen und hüpfte mit zitternden Knien hinterher.
Fortsetzung folgt…
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