Von Waldwichteln und Baumdrachen Teil 3

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Auf der großen Suche
   
  Ihr wartet bestimmt schon gespannt darauf, wie es in unserer neuen Geschichte weiter geht. Der kleine Waldwichtel Danny erlebt gerade große Abenteuer auf der Suche nach Baumdrachen und wir wollen euch nicht mehr länger auf die Folter spannen. Wenn ihr die beiden ersten Teile verpasst habt, könnt ihr diese im Internet unter www.es-heftche.de nachlesen.

Bald schon führte Danny und Mù die Spur um einen Felsen herum. Gespannt lugte Mù über die Felsenkante. Doch dann grinste er nicht mehr erfreut. „Dass ist kein Baumdrachen. Das sind nur Eiszapfen!“
Nun wagte sich auch Danny nachzuschauen, und bestaunte die langen, spitzen Dinger. Sie sahen fast genauso aus wie die Zähne von Füchsen und Dachsen. „Eiszapfen?!“ fragte er ungläubig. Denn er hatte so etwas noch niemals gesehen. „Du bist wohl im Winter noch nie im Wald gewesen?!“ wollte Mù wissen. „Nein!“ und so erzählte Danny, wie er aus seinem Winterschlaf aufgewacht und nach draußen gegangen war. „Und ihr macht alle Winterschlaf?“ Danny nickte. „Macht ihr denn keinen Winterschlaf?“
„Doch, doch – zumindest die meisten von uns. Nur einige von den großen Weisen, das sind die ältesten Wichtel in unserem Stamm, und der Sucher der Baumdrachen – die bleiben wach.“ Danny bekam große Augen. Hinter Mù, hoch oben im Geäst eines besonders großen Baumes, schien gerade ein Baumdrachen zum Leben zu erwachen.
„Da..da“, stotterte er, „ein feuerspeiender Baumdrache!“ Sofort wandte sich Mù um. Es war sehr hell in der Richtung, in die Danny zeigte. Er konnte nur schwarze Umrisse erkennen. Sie sahen tatsächlich einem Baumdrachen ähnlich. Mù’s Herz begann vor Freude zu springen. Das einzige, was ihn allerdings an diesem Anblick verwirrte, war, dass in den alten Legenden nichts von Feuer spuckenden Baumdrachen erzählt wurde. Aber es sah ganz danach aus!
Langsam veränderte sich der Stand der Sonne. Nun konnte man erkennen, dass das Licht der Sonne, mit den Konturen des Baumes gespielt hatte. Und die Fantasie hatte das übrige dazu getan.
Enttäuscht stampfte Mù auf und schrie fast wütend: „Baumdrache!“
Ein lautes Knacken erklang und die Rinde an dem Ast begann abzublättern.
„Ah, danke!“ tönte es kurz darauf. Beide Wichtel standen stocksteif. Wer hatte da eben mit ihnen gesprochen? Die Bäume konnten es nicht gewesen sein. Wer also war das?
Plötzlich bewegte sich der Ast abermals, es war fast so, als ob er aufbrechen würde. Dann blinzelten grüne Augen auf, die von orangengelben Federn umrandet waren. Ein Wind erhob sich und vor den beiden Wichteln landete ein echter Baumdrache. Sein Kopf und sein Schwanz waren von Schuppen bedeckt und sahen aus wie Tannenzapfen.
„Na endlich hat mich einer von euch Suchern gefunden!“ meinte er. „Es wurde aber auch langsam Zeit. Wir Baumdrachen können nämlich erst dann schlüpfen, wenn ihr unseren Namen laut vor unserem Nestbaum ausruft.“
„Nestbaum?!“ riefen die zwei Wichtel wie aus einem Mund.
„Ja“, erklärte der Drache, „Wenn die Zeit der Reife gekommen ist, fliegen die Baumdracheneltern um die Laubbäume herum und öffnen wie ein Tannenzapfen ihre Schuppen. Sogleich kommt der Wind angeflogen und trägt jeden einzelnen Samen zu einem Laubbaum. Der Samen nistet sich in der Baumrinde ein und so wachsen wir im Laufe von vielen Jahren von einer kleinen Drachenraupe zu einem Baumdrachen heran. Das kann manchmal 100 bis 150 Jahre dauern!“
In Mù’s Kopf begann es zu arbeiten. Er dachte nach und plötzlich wusste er, warum es nur noch wenige Baumdrachen gab. „Es gibt kaum noch wirklich alte Bäume. Die Menschen fällen die junge Bäume, weil sie ihr Holz wollen, und so können die Baumdrachen, die in deren Ästen leben, nicht mehr erwachsen werden.“
Der Baumdrache nickte traurig.
Da konnte Danny nicht mehr widerstehen. Schon seit der Drachen direkt vor ihm gelandet war, hatte er ihn streicheln wollen. Und jetzt, da er so traurig drein blickte, konnte er nicht mehr anders. Zart strich er über dessen Rücken. Es fühlte sich beinah an wie die Rinde eines Baumes.
Dann schaute sich Danny seine Hände an: Sie waren wie von grünem Puder überzogen. „Wau, deine Haut ist ja ganz genau wie die Rinde eines Baumes. Sogar die kleinen Chlorella-Pflänzchen fühlen sich bei dir wohl.“
„Natürlich! Sie brauchen Wasser, um sich zu vermehren und zu wachsen. Sie haben allerdings keine Wurzeln, wie andere Pflanzen. Und wenn ich schwitze, dann saugen sie alles auf wie ein Schwamm. Dann bin ich wieder trocken und fühle mich gleich viel wohler! Außerdem machen sie mich durch ihre grüne Färbung, wenn ich in den Ästen der Tannenbäume sitze, nahezu unsichtbar.“
Nun, da sich der Baumdrache so freundlich gezeigt hatte, wurde Danny munter: „Kannst du mal für uns Feuer spucken?“
  Fortsetzung folgt...
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