Feuerwehr kann Brandausbreitung verhindern
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Die freiwillige Feuerwehr konnte ein Ausbreiten des Brandes verhindern
© Christopher Benkert (Feuerwehr Neunkirchen)

Wegen eines Feuers in einem Hinterhof in der Neunkirchen Innenstadt mussten Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr Neunkirchen und Beamte der Polizei in der Nacht zum Dienstag, 7. Juli sicherheitshalber mehrere Wohnhäuser und auch zwei Wohngruppen evakuieren. Im Carré zwischen Stumm-, Hebbel-, Pasteurstraße und dem Unteren Markt brannten ein Auto, mehrere

Garagen, Fahrzeugunterstände sowie Anbauten der weiter vorne gelegenen Wohn- und Geschäftshäuser. Ein Übergreifen der Flammen auf die umliegenden Gebäude sowie ein benachbartes, leerstehendes Kaufhaus konnte die Feuerwehr durch ihren schnellen und gezielten Einsatz verhindern.

Gegen 00:30 Uhr wurde der Neunkircher Feuerwehr zunächst ein brennendes Auto in einem Hinterhof zwischen Unterem Markt und Pasteurstraße gemeldet - eigentlich ein Routineeinsatz. Doch durch weitere Notrufe kristallisierte sich schnell heraus, dass in dem Hinterhof weit mehr als nur ein Auto brannte und es sich keinesfalls um einen einfachen Routineeinsatz handelte. Außer dem ursprünglich gemeldeten PKW - einem Porsche Cayenne E-Hybrid - brannten in dem verschachtelten Hinterhof auch mehrere Garagen, Fahrzeugunterstände sowie rückwärtige Anbauten an die Wohn- und Geschäftshäuser in der Stummstraße. Schon kurz nach dem ersten Alarm für den Löschbezirk Neunkirchen-Innenstadt wurden deshalb auch die Löschbezirke Wiebelskirchen und Wellesweiler zur Unterstützung hinzugezogen. Neben der Gefahr der Ausbreitung des Feuers auf die Gebäude in der Stummstraße, ein verwaistes Kaufhaus an der Pasteurstraße sowie die vielen Hinterhäuser und Anbauten, bedrohte auch die enorme Rauchentwicklung die Bewohner des ganzen Häuserblocks.

Parallel zum anlaufenden Löschangriff brachten Feuerwehrleute und Polizisten die Bewohner mehrerer Häuser in der Stummstraße sowie zweier Wohngruppen am Unteren Markt vor dem Brandrauch in Sicherheit. Sie blieben allesamt unverletzt und konnten bis spätestens zum Abschluss der Löscharbeiten wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Gegen die Flammen im Hinterhof gingen mehrere Feuerwehrtrupps unter Atemschutz vom Boden und von erhöhten Positionen aus vor. Ein Trupp brachte sich auf einem benachbarten Parkhaus in Stellung und konnte damit vom gleichen Höhenvorteil in der Brandbekämpfung wie die Drehleiter profitieren. Weil der Hinterhof nicht nur groß genug war, sondern auch über eine entsprechende Zufahrt verfügte, war es sogar möglich die Drehleiter in ihm zu platzieren und den Löschangriff mit ihrem Wasserwerfer schlagkräftig zu unterstützen. Durch den massierten Einsatz der Feuerwehr konnte eine weitere Brandausbreitung auf andere Gebäude rund um den Hinterhof effektiv verhindert werden. Dennoch brannte das im Hof geparkte Porsche-Hybrid-SUV komplett aus und auch mehrere Garagen und Carports sowie Lager-, Büro- und Verkaufsräume in den umliegenden Gebäuden wurden durch Feuer und Rauch in Mitleidenschaft gezogen.

Bei der Planung der notwendigen Maßnahmen unterstütze der Neunkircher Wehrführer Stefan Enderlein die Einsatzleitung. Um sich ein Bild von der Lage zu machen kamen in den Nachtstunden auch Kreisbrandinspekteur Michael Sieslack und Bürgermeisterin Lisa Hensler zum Einsatzort und ließen sich durch die Feuerwehrleute informieren.

Sehr aufwändig und lang andauernd waren die Nachlöscharbeiten im Bereich der vom Feuer betroffenen Gebäudeteile. Von innen und von außen mussten die Feuerwehrangehörigen verschiedene Decken, teilweise sogar mit Spezialsägen, öffnen und aufreißen, um an letzte Brand- und Glutnester heranzukommen. Auch das Entrauchen eines Wohn- und Geschäftshauses in der Stummstraße erforderte einige Zeit. Das Haus war direkt mit dem vom Feuer betroffenen Gebäudeteilen verbunden, wodurch sich in dem Haus der Rauch ausbreiten konnte.

Erst gegen 5 Uhr in der Früh konnte die Feuerwehr Neunkirchen ihren Einsatz weitestgehend beenden und ein Großteil der 70 eingesetzten Feuerwehrleute wieder einrücken. Doch musste bis in den Morgen hinein der Löschbezirk Ludwigsthal als Brandwache mit einem Löschfahrzeug vor Ort bleiben. Aufgabe einer Brandwache ist es, unverzüglich gegen mögliche wieder aufflammende Brandnester vorzugehen, um einen erneuten Brandausbruch zu verhindern. Am frühen Vormittag konnte die Brandwache schließlich auch abrücken und die Einsatzstelle an die Polizei zur Ursachenermittlung übergeben werden.