DGB fordert Reform angesichts der Krise: „Minijobs ein Relikt anderer Zeiten“
Ende 2020 gab es im Saarland 86.681 Minijobberinnen und Minijobber. Das sind 7.606 weniger als im Jahr davor. Mit einem Rückgang an Minijobber*innen von 8,1 % liegt das Saarland über dem bundesweiten Schnitt von -6,8 %. Vor allem im Gastgewerbe (-27,7 %) und insgesamt im Dienstleistungsbereich (-8,7 %) hatte das Saarland einen hohen Rückgang der Minijobs zu verzeichnen. Das bedeutet: Tausende Saarländerinnen und Saarländer haben in der Corona-Pandemie ihre Jobs verloren und landeten zum Teil in Hartz IV. Der DGB fordert angesichts dieser Zahlen eine Minijob-Reform.
„Die aktuelle Krise ist ein Alarmsignal. Minijobberinnen und Minijobber wurden in der Pandemie als erste vor die Tür gesetzt, als die Restaurants, die Läden und die Schulen dicht machen mussten“, sagte Bettina Altesleben, DGB-Saar-Regionsgeschäftsführerin.
Da geringfügig Beschäftigte von der Arbeitslosenversicherung ausgeschlossen sind, erhalten sie weder Kurzarbeiter-, noch Arbeitslosengeld. Vielen bleiben nur die viel zu niedrigen Leistungen der Grundsicherung.
„Minijobberinnen und Minijobber mussten bittere Einkommensverluste einstecken und haben Probleme, überhaupt ihren Lebensunterhalt zu sichern. Gerade in Krisenzeiten müssen sich Beschäftigte aber auf ein soziales Sicherungsnetz verlassen können. Minijobs lösen dieses Versprechen nicht ein“, beklagte Altesleben.
„Dem vermeintlichen Vorteil eines Brutto-für-Netto-Verdienstes stehen Niedriglöhne und Altersarmut gegenüber. Vor allem Frauen wird durch diese Fehlanreize die Möglichkeit einer eigenständigen Existenzsicherung verwehrt. Minijobs sind ein Relikt anderer Zeiten und müssen dringend reformiert werden“, forderte Altesleben.
Der DGB kritisiert wegen seiner gravierenden Nachteile für Beschäftigte schon lange das „System Minijob“ und setzt sich für eine Umwandlung aller Minijobs in sozial abgesicherte Beschäftigung ein.

Kampagne: www.dgb.de/echtgerecht