Mit Wiebelskirchen und Innenstadt abgeschlossen
210720 erste workshop
Die Verwaltungsspitze bei der Ergebnispräsentation des Innenstadt-Workshops. Foto: Alavanda/Kreisstadt Neunkirchen
Die Kreisstadt Neunkirchen hat mit den Veranstaltungen in Wiebelskirchen am 13. Juli und in der Innenstadt am 14. Juli die erste Reihe der Workshops zur Stadtteilentwicklung geleitet von der Technischen Universität Kaiserslautern abgeschlossen. Der Prozess wird vom Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz sowie dem Ministerium für Inneres, Bauen und Sport
gefördert. Mehr Infos zu dem gesamten Prozess unter www.nk11.de.

Workshop in Wiebelskirchen
Rund 60 Bürgerinnen und Bürger besuchten den Workshop zur Stadtteilentwicklung in Wiebelskirchen am 13. Juli. Beigeordneter Thomas Hans begrüßte die Gäste: „Stadtteilentwicklung ist eine langfristige Arbeit, aber jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.“ Anschließend haben Dr. Sebastian Winter und Tobias Weber von der TU Kaiserslautern die einzelnen Schritte des Prozesses erläutert und die Ergebnisse der vorangegangenen Haushaltsbefragung vorgestellt. Aus den Ergebnissen hat die TU drei Themen abgeleitet, die zentral für die Entwicklung des Stadtteils sind: Infrastruktur und Versorgung, Stadtteilgemeinschaft sowie Naherholung.

Insgesamt kreiste die Diskussion sehr stark um die Themen Ortsgestaltung und Verkehr. Die Bürgerinnen und Bürger beschwerten sich etwa über Schlaglöcher und unzureichende Beleuchtung. Kritik gab es aufgrund falsch geparkter Autos bis hin zu nicht ausreichenden Busverbindungen. Eine besonders kreative Idee war der Vorschlag eines Bürgerbusses. Mehrfach kam der Wunsch nach mehr Kontrollen von Autorasern.

Aber auch der schlechte Zustand einiger Immobilien wurde angesprochen. Hier seien dann auch die privaten Eigentümer in der Pflicht, um an einem schönen Ortsbild mitzuwirken.

Auch viele Leerstände in der Ortsmitte spielten eine Rolle. Zwar gebe es drei Discounter, aber kaum noch Fachgeschäfte in dem Stadtteil. Die Belebung der Ortsmitte sei der beste Weg, um Sicherheit und Sauberkeit zu stärken. Ein wichtiger Punkt zur Belebung der Geschäfte seien mehr Parkplätze in der Ortsmitte.

Auch die Sauberkeit wurde thematisiert, etwa in der Unterführung des Bahnhofs oder auf dem Wibiloplatz. Gerade für die Sauberkeit auf dem Platz sei es wichtig, dass Gäste Verpackungen mitgenommener Speisen korrekt entsorgen. Ein weiterer Wunsch waren Abfallfibeln in mehreren Sprachen. Darüber hinaus wurden noch weitere Themen angesprochen, etwa Betreuungsangebote für Kinder, Jugendarbeit und die aktive Kulturarbeit in Wiebelskirchen. Bürgermeisterin Lisa Hensler sagte abschließend: „Ich danke allen Bürgerinnen und Bürger für die vielen guten Ideen und Anregungen. Ich hoffe, dass alle einen langen Atem haben und den Weg der Stadtteilentwicklung mitgehen.“

Workshop Innenstadt
Den Abschluss dieser Workshopreihe bildete die Ergebnispräsentation der Fragenbogenaktion für die Innenstadt. Rund 65 Teilnehmende konnte Oberbürgermeister Jörg Aumann in der Gebläsehalle begrüßen: „Die Innenstadt spielt eine große Rolle für die Entwicklung der umliegenden Stadtteile. Und umgekehrt. Es geht immer um Wechselwirkungen, Synergien, Aufgabenteilungen usw. Deswegen war es auch ganz wichtig, die Innenstadt bei einer Befragung zu den Stadtteilen mit zu untersuchen. Für die Innenstadt liegen bereits Konzepte vor, Konzepte für Teilaspekte der Innenstadt und für die gesamte Entwicklung. Sie werden regelmäßig aktualisiert und dazu werden neben vielen anderen Daten, auch die Ergebnisse aus der Befragung genutzt. Auch für die Innenstadt soll es ein neues integriertes Stadtentwicklungskonzept geben, das von Beteiligungsformaten begleitet wird. Das übergeordnete Dach für alle Entwicklungskonzepte und die Gesamtstadt wird das Leitbild ‚Neunkirchen 2030‘ bilden“, erläuterte der Oberbürgermeister, der auch darauf hinwies, dass die beiden Prozesse, Entwicklungskonzepte und Leitbild, eng miteinander verzahnt sind und die Ergebnisse der einzelnen Konzepte die Strategie für die Gesamtstadt Neunkirchen bilden werden.

Prof. Gabi Troeger-Weiß vom Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung der TU Kaiserslautern erläuterte gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin Daniela Briegel die Befragungsergebnisse. Insgesamt kristallisierten sich drei Hauptproblemfelder heraus: Sauberkeit, Sicherheit und Migration. Gute Werte gab es für die Punkte Versorgung, Internet, Mobilität und Naherholung.

In der anschließenden Bürgerrunde stand das Thema Verkehr im Mittelpunkt: u.a. wurden die ÖPNV-Verbindungen insbesondere in späten Stunden bemängelt. Auch der Zustand der der Straßen und das Zuparken von Fußwegen, so dass Rollstühle bzw. Kinderwagen nicht passieren können, wurde beanstandet. In den Hauptverkehrsstraßen komme es häufig zu Autorennen und nächtlichen Ruhestörungen. Neue Geschäfte zur Belebung der Leerstände, Spielgeräte in der Innenstadt und saubere Behindertentoiletten werden vermisst. Gefordert wurde auch die Erneuerung des Skateparks im Wagwiesental, wie insgesamt bessere Freizeitangebote für junge Menschen. Ein Teilnehmer thematisierte die lange Wartezeit auf einen Kita-Platz.
Dezernent Thomas Hans bedankte sich zum Abschluss bei allen Beteiligten für die konstruktiven Beiträge. In Planung sei bereits die Überarbeitung der Skateranlage und die der öffentlichen Toiletten. „Viele Themen können im Rahmen solcher Veranstaltungen natürlich nicht abschließend diskutiert werden. Wir sind aber froh, dass alle Workshops recht gut besucht waren und die Bevölkerung sich mit vielen Ideen und auch mit Kritik eingebracht hat. Im Herbst wird in den zehn umliegenden Stadtteilen zu einer zweiten Workshoprunde eingeladen. Für die Innenstadt wird ein separates Integriertes Stadtentwicklungskonzept erarbeitet – natürlich auch unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger!“ so Thomas Hans.