Aktive Mitbestimmung sorgt für Demokratie im Betrieb
• IG Metall im Saarland wirbt für hohe Beteiligung an den Betriebsratswahlen 2022 – Beschäftigtenvertretungen sind ein zentrales Element der Mitbestimmung
Aktive Mitbestimmung sorgt für Demokratie im Betrieb. Das ist für eine pluralistische Gesellschaft überlebenswichtig. Im Frühjahr 2022 werden in Deutschland und damit auch im Saarland neue Betriebsräte gewählt. Sie bieten die Gewähr dafür, dass die Belange der Beschäftigten in den Unternehmen berücksichtigt werden. Anlässlich der anstehenden Wahlen appellieren die vier IG Metall-Geschäftsstellen im Saarland an alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sich möglichst zahlreich an den Wahlen zu beteiligen, um schlagkräftige Vertretungen für ihre Interessen zu bilden.
„Ohne betriebliche Mitbestimmung ist eine aktive Interessenvertretung gerade bei schwierigen Rahmenbedingungen schlichtweg unmöglich.“ Das sagt Jörg Caspar, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Geschäftsstelle Neunkirchen, angesichts der in der Corona-Pandemie gemachten Erfahrungen. Da habe sich gezeigt, dass Unternehmen mit Betriebsräten die Herausforderungen deutlich besser bewältigt hätten: „Die vernünftige Organisation von Arbeit im Homeoffice, die Gewährleistung eines funktionierenden Arbeits- und Gesundheitsschutzes und viele Dinge mehr haben unsere Betriebsräte im Sinne der Beschäftigten durch intensive Verhandlungen mit den Arbeitgebern erreicht.“
Patrik Selzer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Geschäftsstelle Saarbrücken, weist auf die grundsätzliche Bedeutung von betrieblichen Interessenvertretungen hin: „Fakt ist: Betriebsräte sorgen für bessere Arbeitsbedingungen und sichere Arbeitsplätze. Betriebe mit Betriebsrat sind familienfreundlicher, innovativer und erfolgreicher. Und Azubis sind mit ihrer Ausbildung zufriedener, wenn es einen Betriebsrat gibt.“ Deshalb sei es immens wichtig, in möglichst vielen Unternehmen entsprechende Gremien zu wählen.
Speziell im Saarland mit sehr vielen Beschäftigten in der Automobil- und Stahlindustrie bräuchten die Beschäftigten in der Zeit eines rasanten Umbruchs durch die Transformation verlässliche Vertreter für ihre Anliegen, erklärt Lars Desgranges, 1. Bevollmächtigter der IG Metall- Geschäftsstelle Völklingen: „Und das sind unsere Betriebsräte. Bei Ford und in der saarländischen Stahlindustrie (Dillinger Hütte/Saarstahl) kämpfen unsere Kolleg:innen auch in den Aufsichtsräten bereits seit Jahren um zukunftssichere Arbeitsplätze für alle Beschäftigten und um tragfähige Perspektiven für die Unternehmen.“ Sie benötigten bei den Wahlen eine breite Unterstützung aus den Belegschaften.
Warum die IG Metall bereits jetzt für die Betriebsratswahlen im kommenden Jahr wirbt, erklärt der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Geschäftsstelle Homburg, Ralf Reinstädtler. „Der industrielle Kern im Saarland ist ganz massiv von den politischen Vorgaben für eine Energie- und Mobilitätswende bedroht. Dort stehen tausende von Arbeitsplätzen auf der Kippe. Die Belegschaften brauchen starke Betriebsräte, um den einschneidenden Strukturwandel ohne Brüche – und ohne hohe Jobverluste! – gestalten zu können.“
Hintergrund:
Die regulären Betriebsratswahlen finden alle 4 Jahre im Zeitraum vom 1. März bis 31. Mai 2022 statt. Ab fünf Beschäftigten kann ein Betriebsrat gewählt werden. Wahlberechtigt sind alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ohne Leitungsfunktion, die das 16. Lebensjahr vollendet haben. Auch Leiharbeiter dürfen wählen. Beschäftigte, die seit mindestens sechs Monaten im Unternehmen arbeiten, dürfen kandidieren.
Die vier IG Metall-Geschäftsstellen im Saarland vertreten 65.000 Mitglieder in den verschiedensten Branchen. Sie beraten Beschäftigte in allen Fragen rund um die Betriebsratswahlen und helfen auch bei Wahlen in Betrieben, wo es bislang noch keinen Betriebsrat gibt.