Zahl der Drogentoten muss verringert werden

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Gesundheitsstaatssekretär  Kolling fordert Umdenken im Verschreibungsverhalten bei drogenabhängigen Patienten

• Todesursache der Drogentoten ist in der Regel Mischkonsum mit mehr als 5 verschreibungspflichtigen Medikamenten

• Zahl der Drogentoten muss verringert werden

• Bessere Vernetzung mit sozialpädagogischen Hilfen und den behandelnden Ärzten notwendig

Anlässlich des 21. Drogentoten im Saarland forderte der Drogenbeauftragte der Landesregierung, Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling, ein Umdenken im Verschreibungsverhalten bei drogenabhängigen Patienten. Eine Auswertung der Rechtsmedizin im Auftrag des Gesundheitsministeriums hatte ergeben, dass der Mischkonsum von verschreibungspflichtigen Medikamenten deutlich in den letzten Jahren zugenommen hat.
Mehr als fünf verschreibungspflichtige Medikamente wurden bei den obduzierten Drogentoten festgestellt. Das zeigt, so Kolling, dass neben einem höheren Wirkstoffgehalt und einer hohen Verfügbarkeit von Drogen, vor allem Mehrfachdosierungen verschreibungspflichtiger Medikamente Grund für den Drogentod im Saarland sind. Während diese Entwicklung im Saarland und die Zunahme der Drogentoten auch im Bund ähnlich verlaufen, hat sich im Saarland herausgestellt, dass Antidepressiva eine deutlich größere Rolle bei Drogenkonsumenten spielen, als im Bund. Auch beobachte man eine deutliche Zunahme an Schmerzpatienten“, so Kolling, der sich mit dem Präsidenten der saarländischen Ärztekammer, Dr. Josef Mischo, und den saarländischen Substitutionsärzten ausgetauscht hat.

Ziel muss es sein, so Kolling, dass die Drogenkonsumenten bei Doppeldiagnosen keine Großpackungen von verschreibungspflichtigen Medikamenten erhalten. Die Zusammenarbeit unter den behandelnden Ärzten müsse weiter gestärkt werden. Daher werde man gemeinsam mit den Fachgruppen, der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung die Kontakt suchen, und die Netzwerkarbeit sowie eine verzahnte Zusammenarbeit unter den Ärztegruppen ausbauen. Auch müsse die Rolle der Substitutionsärzte im Saarland gestärkt werden. „Die Substitutionsärzte leisten eine tolle und vorbildliche Arbeit und tragen wesentlich dazu bei, dass eine multimordale Therapie erfolgreiche durchgeführt werden kann. Das Berufsbild der Substitutionsärzte muss stärker wertgeschätzt und in die tägliche Drogenprävention integriert werden. Wichtig sei es aber auch, verstärkt Arbeitsgelegenheiten und Wohnungen für ältere Drogenabhängige zu schaffen. Das sei die Herausforderung der nächsten Monate, mit der Landeshauptstadt sogenannte Cleanbereiche zu schaffen, in denen Drogenkonsumenten bzw. Substitutionspatienten geschützt sind und nicht mit Drogenhändlern zusammen kommen.

Gemeinsam mit der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung sowie dem Suchthilfebeirat will Staatssekretär Kolling die weiteren Studienergebnisse der ITF Studien, die sich mit der Drogensituation am DHZ und an der Johanniskirche in Saarbrücken intensiv auseinandersetzen, in den nächsten befassen und Initiativen für eine Neuordnung der Hilfsstruktur entwickeln. Rund 1,6 Mio. Euro investiert das Land für die Hilfsstruktur. „Diese gilt es anzupassen, damit wir dauerhaft die Hilfsangebote und deren Vernetzung verbessern und die Zahl der Drogentoten damit reduzieren können.


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