DAK-Gesundheitsreport 2018

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Impulse für die Gesundheit der Beschäftigten

Weniger Seelenleiden in den Landkreisen Neunkirchen, St. Wendel und Homburg
Fehltage über Landesschnitt – Sonderanalyse zeigt: So leiden Erwerbstätige unter Rückenschmerzen

Der Krankenstand in den Landkreisen Neunkirchen, St. Wendel und Homburg ist 2017 gesunken. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte ab. Mit 4,8 Prozent gab es in der Region einen höheren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (4,7 Prozent).

Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1.000 Arbeitnehmern 48 krankgeschrieben. Der höchste Krankenstand im Saarland wurde mit 4,9 Prozent in den Landkreisen Saarlouis und Merzig-Wadern verzeichnet, der niedrigste 4,7 Prozent im Regionalverband Saarbrücken und im Landkreis St. Ingbert.

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für die Landkreise Neunkirchen, St. Wendel und Homburg zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen. Hauptursache für Arbeitsausfall waren erneut Muskel-Skelett-Erkrankungen. Rückenleiden und Co. verursachten mehr als jeden fünften Ausfalltag in der Region. Mit einem Anteil von fast 18 Prozent am gesamten Krankenstand belegten psychische Erkrankungen wie Angstzustände und Depressionen den zweiten Platz. Die Krankschreibungen nahmen zum Vorjahr um 13 Prozent ab. Auch die Zahl der Verletzungen wie beispielsweise Arbeitsunfälle ging deutlich um rund 36 Prozent zurück. Dagegen waren aufgrund von Atemwegserkrankungen mehr Menschen arbeitsunfähig als im Vorjahr. Mit einem Anteil von fast 15 Prozent belegen Erkältungen und Bronchitis den dritten Platz in der Region.

„Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand in der Region, um so Impulse für die Gesundheit der Beschäftigten zu geben“, sagt Martin Weber, Chef der DAK-Gesundheit in Neunkirchen. „Die fundierten Analysen helfen uns, noch gezielter beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) ansetzen zu können und Arbeitgebern konkret Hilfe anzubieten. Damit soll beispielsweise längere Ausfallzeiten durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorgebeugt werden.“

360.000 Saarländer leiden unter Rückenschmerzen
Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt „Rätsel Rücken – warum leiden so viele Saarländer unter Schmerzen?“ auch, wie verbreitet Rückenleiden bei den Arbeitnehmern im Land sind. Die Kasse wirft dabei einen Blick auf Ursachen und Risikofaktoren. Für das Schwerpunkthema wertete das IGES Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit im Saarland aus. Es wurden zudem bundesweit mehr als 5.000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt und zahlreiche Experten eingebunden. Das Fazit: Trotz Prävention und zahlreicher Gesundheitskurse leiden 360.000 saarländische Erwerbstätige unter Rückenschmerzen. Nach Ergebnissen der Umfrage hatten 75 Prozent aller Beschäftigten im vergangenen Jahr „Rücken“. Jeder Dritte hat aktuell Beschwerden. Auf 100 Erwerbstätige im Saarland entfielen rund 93 Fehltage wegen Rückenschmerzen. In Homburg und den Landkreisen Neunkirchen und St. Wendel war die Zahl der Ausfalltage mit 102 höher. Auch lag die durchschnittliche Dauer je Krankschreibung mit 14,5 Tagen über dem Landesdurchschnitt (13,9 Tage). „Leider zeigt sich auch bei uns in der Region, dass es trotz eines verstärkten Engagements im Betrieblichen Gesundheitsmanagement noch keine signifikante Verbesserung gibt“, so Martin Weber. „Deshalb müssen wir gemeinsam mit Unternehmen das individuelle Arbeitsumfeld noch rückenfreundlicher gestalten.“

Risikofaktoren für Rückenschmerzen
Die große Mehrheit der Saarländere meldet sich mit Rückenschmerzen allerdings nicht krank. 91 Prozent gehen mit Schmerzen zur Arbeit. Die Wahrscheinlichkeit, sich wegen der Rückenschmerzen krank zu melden, steigt jedoch mit der Stärke der empfundenen Schmerzen und dem Chronifizierungsgrad. Entscheidend ist auch, ob Beschäftigte häufig in unbequemer Körperhaltung arbeiten müssen, einem hohen Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt sind oder ihren Job mit wenig Freude erledigen. All diese Faktoren machen eine Krankmeldung wahrscheinlicher.

Knackpunkte Lendenwirbelsäule und Nacken
Der DAK-Report zeigt, unter welchen Beschwerden Betroffene im Saarland konkret leiden: So schmerzt bei 77 Prozent die Lendenwirbelsäule. 42 Prozent haben Probleme mit dem Nacken. Jeder Vierte (26 Prozent) gibt Schmerzen an mehreren Bereichen der Wirbelsäule an. Elf Prozent der Rückenschmerz-Geplagten hat dabei starke bis sehr starke Schmerzen.

Mehrheit geht nicht zum Arzt
Die große Mehrheit der Saarländer versucht zunächst allein mit den Schmerzen zurechtzukommen. Nur 32 Prozent der Betroffenen war laut eigenen Angaben im vergangenen Jahr wegen seiner Rückenbeschwerden beim Arzt. Von diesen suchten rund 76 Prozent bei einem einzigen Mediziner Hilfe. 19 Prozent konsultierten zwei, vier Prozent drei Ärzte wegen ihrer Beschwerden. Gefragt nach der konkreten Rückenschmerz-Behandlung gaben 69 Prozent der Betroffenen an, eine Physiotherapie bekommen zu haben. 34 Prozent erhielten eine Schmerzberatung, jeder vierte erhielt Schmerzmittel oder bekam eine Spritze. Bei jedem Fünften wurde ein CT oder ein MRT des Rückens gemacht. Der Zusammenhang von Stress und Rückenschmerzen wurde in den Praxen kaum thematisiert. „Da sich Stress und psychische Belastungen stark auf die Rückengesundheit auswirken können, sollte dieser Aspekt stärker bei Diagnose und Behandlung berücksichtigt werden“, fordert Weber.

Neues individuelles Rücken-Coaching der DAK-Gesundheit
Als erste Reaktion auf die aktuelle Studie bietet die DAK-Gesundheit ihren Versicherten ab sofort ein neues onlinebasiertes Rücken-Coaching an. Unter dem Titel Rücken@Fit erhalten Betroffene eine verhaltensorientierte individuelle Hilfe bei akuten und chronischen Rückenschmerzen. „Dieses moderne Coaching geht sehr persönlich auf die Rückenprobleme ein“, erläutert Martin Weber. Auch im Internet finden Schmerzgeplagte viele Infos und praktische Tipps rund um das Thema „Gesunder Rücken“: dak.de/ruecken

Die DAK-Gesundheit ist eine der größten Krankenkassen Deutschlands. Sie hat rund 80.000 Versicherte im Saarland, davon rund 22.000 in den Landkreisen Neunkirchen, St. Wendel und Homburg.


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