Ein Landkreis auf Kurs

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Landrat Sören Meng im Dialog über den neuen Bericht der Arbeitskammer Vorstellung Kreisreport: Im Rahmen einer Infoveranstaltung Mitte März hatte die Arbeitskammer
ihren diesjährigen Report vorgestellt
Foto: Jasmin Alt

Im Dialog mit Landrat Sören Meng

Im März stellte die Arbeitskammer des Saarlandes in allen fünf Landkreisen und dem Regionalverband ihren Kreisreport vor. Darin präsentieren Experten alle fünf Jahre Kennzahlen und analysieren diese. Die Kreisreporte sollen informieren und so letztlich auch zu Diskussionen anregen. Im Landkreis Neunkirchen attestieren die Experten der Arbeitskammer, dass der Kreis mit langem Atem und viele Ideen Schritt für Schritt sich nach vorne entwickelt.

Wir sprachen mit Landrat Sören Meng über die Ergebnisse:
Welche Erkenntnisse hat Ihnen der Kreisreport gebracht?
Sören Meng: Der Kreisreport arbeitet anschaulich interessante Zahlen rund um unseren Landkreis auf. Interessant ist es dann zu ergründen, wie es zu den Zahlen kommt und welche Herausforderungen dahinterstecken.

Könnten Sie das etwas konkretisieren?
Sören Meng: Der Landkreis hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Das zeigen beispielsweise die Arbeitsmarktzahlen. Nach dem Ende von Kohle und Stahl haben wir inzwischen einen Höchststand von rund 39.500 Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Das ist ein neuer Rekord. Auf der anderen Seite, wissen wir, dass wir im Krippenbereich weiterhin Ausbaubedarf haben. Der Bereich der frühpädagogischen Bildung, Betreuung und Erziehung hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Hier sind die politisch Verantwortlichen aufgerufen, an einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu arbeiten und damit die Kindertageseinrichtungen auszubauen. Als Jugendhilfeträger kommt uns hier eine besondere Rolle zu.

Wie viele Kindertageseinrichtungen gibt es im Kreis?
Sören Meng: Im Landkreis Neunkirchen gibt es rund 50 Kitas, die zum Teil in kommunaler aber auch zum Teil in konfessioneller und freier Trägerschaft sind. Hier wurden in den vergangenen Jahren weitere Betreuungsplätze geschaffen. Zurzeit sind wir in Kooperation mit den Trägern dabei, weitere Betreuungsmöglichkeiten zu schaffen, um die Kapazitäten zu erhöhen. Das Ganze wollen wir mit der Kindertagespflege unterstützen. Allerdings geht dies nicht von heute auf morgen. Eine Vision wäre eine Kita an einem ehemaligen Bergbaustandort in einem historischen Gebäude. Hierfür gibt es erste Signale.

Herr Landrat, sprechen wir über Bildung? Wie ist der Landkreis dort aufgestellt?
Sören Meng: Der Landkreis ist Träger der weiterführenden Schulen. Die Kommunen sind für die Grundschulen verantwortlich. Im Bereich der weiterführenden Schulen kann ich feststellen, dass es uns gelungen ist, in den vergangenen Jahren den Ausbau zu Ganztagsschulen voranzutreiben. Wir erleben, dass die beiden Ganztagsschulen in Neunkirchen und Merchweiler längst ihre Kapazitätsgrenzen erreicht haben. Die Ganztagsklassen in Illingen und bald auch in Eppelborn werden gut nachgefragt. Neu ans Netz wird in diesem Jahr eine gebundene Ganztagsschule in Neunkirchen-Wellesweiler, die Alex-Deutsch-Schule, gehen. Interessant finde ich den Gedanken eines Ganztagsgymnasiums. Ich würde mir wünschen, dass es für Eltern und Schüler eine echte Wahlfreiheit zwischen gebundenem und freiwilligem Ganztag gibt, wobei ich überzeugt bin, dass die Zukunft dem gebundenen Ganztag gehört.

Wie schätzten Sie den Arbeitsmarkt ein? Da ja die Arbeitskammer feststellte, dass der Landkreis 2019 mit 6,8 % die zweihöchste Arbeitslosenquote im Saarland hatte.
Sören Meng: Wie eben erwähnt, haben wir auf der einen Seite ein Beschäftigungshöchststand, auf der anderen Seite immer noch eine relativ hohe Arbeitslosenquote, wobei diese auch in den letzten Jahren deutlich gesunken ist. Dies hängt mit dem Strukturwandel unseres Kreises zusammen, der noch längst nicht abgeschlossen ist. Deshalb finde ich es wichtig, dass es Träger gibt, die gerade Langzeitarbeitslosen entsprechende Maßnahmen anbieten. Hier engagieren wir uns gemeinsam mit unserem Jobcenter im Bereich der Beschäftigung und Qualifizierung. Durch das neue Arbeitsmarktinstrument 16 i SGB II, können wir jetzt langzeitarbeitslosen Menschen eine echte Beschäftigungsperspektive geben. Hier bringen wir uns mit unserer eigenen Beschäftigungsgesellschaft des Kreises AQA ein.

Welche Rolle spielt im Landkreis die Wirtschaftsförderungsgesellschaft?
Sören Meng: Unsere Wirtschaftsförderungsgesellschaft leistet mit ihrem Geschäftsführer Klaus Häusler und seinem Team gute Arbeit in allen Städten und Gemeinden. Sie unterstützen bei Unternehmensansiedlungen und sind für die Firmen wichtiger Ansprechpartner. Durch das Bundesprojekt „Land(auf)Schwung“ ist es uns gelungen, in den Räumlichkeiten der Wirtschaftsförderungsgesellschaft ein Start-Up-Center mitten in unserer Kreisstadt Neunkirchen zu etablieren, um Existenzgründer gute Startchancen zu ermöglichen. Hier wäre es wünschenswert, dass dieses Start-Up-Center auch nach Auslaufen des Bundesprojektes in diesem Jahr weiterhin Bestand hat. Weiterhin arbeiten wir mit den Kammern zusammen und führen gemeinsam Infoveranstaltungen oder Kampagnen wie „Hände hoch fürs Handwerk“ durch.

Sie haben gerade das Projekt „LandaufSchwung“ erwähnt. Warum ist das so wichtig?
Sören Meng: 13 Modellprojekte wurden ausgewählt. Da unsere Region zu den Regionen Deutschlands gehört, in denen die demografische Entwicklung eine Herausforderung darstellt, bekamen wir gemeinsam mit dem Nachbarlandkreis St. Wendel den Zuschlag. Die Bandbreite des Projektes ist enorm. So beschäftigen sich viele Projekte mit der Regionalen Wertschöpfung. Sei es im Bereich der Gesundheit mit unserer Vitalregion, die die Akteure des sogenannten zweiten Gesundheitsmarktes vernetzt. Sei es mit unserer Bürgerstiftung, unserem Upcycling-Zentrum, das sich mit nachhaltigem Handeln und gleichzeitig Verstärkung des zweiten Arbeitsmarktes beschäftigt. Auch das Schaffen einer Regionalmarke für den Landkreis Neunkirchen wäre ohne das Projekt undenkbar. Aber auch die Ehrenamtsförderung mit einer innovativen Ehrenamtsonlineplattform oder auch einem Bildungsportal, konnten wir durch die Bundesmittel von rund 2,7 Millionen Euro umsetzen. Ein tolles, nachhaltiges Projekt für unsere Region!

Auch der öffentliche Personennahverkehr wurde von der Arbeitskammer unter die Lupe genommen. Er schneidet gut ab.
Sören Meng: Das ist richtig, denn unser Kommunales Verkehrsunternehmen (gemeinsam mit der Kreisstadt) die Neunkircher Verkehrs AG leistet gute Arbeit. Unser Netz in ÖPNV wurde in den vergangenen Jahren ausgebaut. Allerdings steht der ÖPNV in der Kritik, aufgrund vieler Faktoren - ob Tarifsystem, Taktung oder Vernetzung. Hier wird auch seitens des Landes im Moment Überlegungen anstellt, wie wir saarlandweit unseren ÖPNV für die Bürgerinnen und Bürger, die auch aufgrund der demografischen Entwicklung immer stärker auf den ÖPNV in Zukunft angewiesen werden, optimieren können. Als Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Personennahverkehr Saarland werde ich diesen Prozess aktiv mitbegleiten.

Zum Schluss noch eine persönliche Frage. Wo und was sind für Sie die schönsten Flecken im Kreis?
Sören Meng: Das ist natürlich für einen Landrat eine schwierige Frage. Denn jede unserer sieben Kommunen bietet reizvolle Orte, das macht unsere Willkommensregion aus. Mir kommen die fünf Premiumwanderwege in den Sinn, denn sie lassen uns unseren Kreis neu wahrnehmen. Wir erleben unberührte Natur, wir zeigen eine Bergbaufolgelandschaft, alles sehr dicht beieinander. Aber natürlich auch der Neunkircher Zoo, der Erlebnisort Reden und unser Freizeitzentrum Finkenrech sind echte Highlights. Nicht zu vergessen, das Engagement der Kommunen im Bereich der Kultur. Wir erleben leider immer noch, dass unser Landkreis touristisch unterschätzt wird. Man kann im Landkreis viel erleben. Auch das macht ihn aus.




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