Staatssekretär Stephan Kolling zum Weltdrogentag am 26. Juni

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„Bei der Neuausrichtung der Drogenpolitik im Saarland werden wir vor allem Kinder und Jugendliche in den Blick nehmen!“

„Wir müssen die Bevölkerung sensibilisieren, die Zusammenarbeit mit Schulen und Betrieben forcieren und mit einer Neuausrichtung der Drogenpolitik auf die Veränderungen bei den Drogenkonsumenten reagieren“, erklärt Stephan Kolling, Landesdrogenbeauftragter zum Weltdrogentag am 26. Juni. Angesichts der Zunahme der Drogentoten im Saarland im Jahr 2018 auf 35 ist es Staatssekretär Stephan Kolling wichtig, mit allen Partnern die Neuausrichtung der Drogenpolitik voranzutreiben, die Prävention weiter in den Mittelpunkt zu rücken und auch die kommunalen Suchthilfen weiterzuentwickeln.

Einer der Schwerpunkte der Drogenpolitik ist ein passgenaues Hilfsangebot für Schwerstdrogenabhängige. „Eines der wichtigsten Handlungsfelder, die wir in Angriff nehmen, ist die Hilfe für Kinder und Jugendliche von suchtkranken Eltern. Hier gilt es, neben den Therapieangeboten vor allem Präventionsarbeit zu leisten“, betont Stephan Kolling. Das Projekt „Wiesel“ für Kinder und deren suchtkranke Eltern, das im Landkreis Neunkirchen verortet ist, wird dazu saarlandweit ausgebaut. Auch aufsuchende Arbeit durch Streetworker an Schulen und Jugendzentren soll niedrigschwellige Hilfsangebote schaffen und so bei Jugendlichen für mehr Aufklärung und Prävention sorgen.
Mit Sorge schauen Gesundheitsministerin Monika Bachmann und Stephan Kolling auf den vor zwei Wochen veröffentlichten Europäischen Drogenbericht 2019. (Weitere Informationen dazu unter www.drogenbeauftragte.de)
„Cannabis bleibt die am häufigsten konsumierte illegale Droge – gerade junge Menschen betroffen“, so die Überschrift der Pressemitteilung der Drogenbeauftragten der Bunderegierung Marlene Mortler.
„Wir müssen im Bereich des Cannabiskonsums weiter Aufklärungsarbeit betreiben. Es geht nicht um medizinisch verordnetes Cannabis. Das kann, wenn andere Therapieformen ausgeschöpft sind, Patienten bei bestimmten Erkrankungen helfen. Doch einer Legalisierung von Cannabis zum Freizeitkonsum wird die saarländische Landeregierung in den nächsten Monaten und Jahren mit Sicherheit nicht zustimmen“, betont Kolling.
Ursächlich für die meisten Todesfälle, erläutert Kolling, sei ein Mischkonsum. Dabei nehme der Konsum psychoaktiver Substanzen zu. Bei den Drogentoten im Saarland handele es sich um Nutzer harter Drogen wie Opioden und Opiate.
Stärker in den Fokus gerückt ist im Saarland der Konsum von Amphetaminen. Nachdem bereits im Jahr 2017 die hohen Werte im Abwasser aufgefallen waren, wurde eine Studie in Auftrag gegeben. „Die hohen Werte aus dem Jahr 2017 wurden dabei im vergangenen Jahr noch weiter übertroffen. Die ist aus meiner Sicht besonders besorgniserregend“, erklärt Kolling. Eine Frage, die es zu beantworten gilt, sei die nach den Konsumentengruppen der Amphetamine.
„Wir haben hier nicht den klassischen Konsumenten. Es gibt Schwerstababhängige und Konsumenten, die die Wechselwirkung mit Cannabis mögen. Doch zunehmend werden Amphetamine zur Leistungssteigerung genutzt“, sagt Kolling. Zum einen sei der Konsumentenkreis sicherlich in der Partyszene zu finden, zum anderen aber auch in Betrieben, an Schulen und Universitäten. „Hier müssen wir ganz genau hinschauen und aktive Aufklärungsarbeit betreiben. Ob im Schichtdienst oder unter außergewöhnlichen Belastungen, wie etwa in Prüfungsvorbereitungen, Menschen, die den Konsum von Amphetaminen in Betracht ziehen, müssen Anlaufstellen haben. Dazu gehören Ansprechpartner in Schulen und Betrieben, aber auch externe Drogenberatungsstellen, die schnell und unbürokratisch vor Ort helfen können“, erklärt Kolling. Eine Studie in Zusammenarbeit mit dem rechtsmedizinischen Institut am Universitätsklinikum Homburg analysiert derzeit viele Einzelfälle, um dadurch noch genauere Rückschlüsse auf die Konsumentengruppen zu erhalten.
Drogenkonsum, betont er, darf kein Tabuthema sein. „Ich wünsche mir, dass Eltern, aber auch Ausbilder und Vorgesetzte, vor allem aber Freunde ganz besonders aufmerksam sind und bei Auffälligkeiten ihre Hilfe anbieten“, so Kolling abschließend.

Hintergrund: Der „Weltdrogentag“, offiziell auch „Internationaler Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr“ genannt, findet alljährlich am 26. Juni statt. Der Aktionstag wurde im Dezember 1987 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen festgelegt und gegen den Missbrauch von Drogen gerichtet.


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