Stellvertreter für Tausende

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Bei der Einweihung des Kunstwerkes
Foto: Jörg Mohr/Stadt Neunkirchen

Einweihung des XXL-Kunstwerks „E Hiddemann“

Einmal legte Hendrik Beikirch noch Hand an: Bei der offiziellen Übergabe des Urban Art- Kunstwerkes nahm der Künstler ein letztes Mal die Spraydose zur Hand und signierte sein knapp 15 Meter hohes Werk. Dieses trägt den Titel „E Hiddemann“. Viele Neunkircher hatten sich an der Ecke Bahnhofstraße/Wellesweilerstraße eingefunden, um bei der Einweihung dabei zu sein – immerhin ein Ereignis, das schon im Vorfeld überregional für große Aufmerksamkeit sorgte. Höchst angetan zeigte sich Laudator Meinrad Maria Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte, vom Porträt des früheren Hüttenarbeiters Bodo Lutze.

Beikirch habe „das größte Kunstwerk des Saarlandes erschaffen“, lobte Grewenig.

Dazu muss man wissen, dass der 45-jährige Beikirch in der Urban-Art-Szene weltweit in der „Championsleague“ spielt. Sein Werk füge der Gegenwart eine ganz neue Bewertung der Vergangenheit hinzu, stellte Grewenig, Kenner der saarländischen Industriekultur, fest. Das Modell, Bodo Lutze, berichtete anschaulich, wie man in seinem Umfeld mit der Tatsache umgeht, dass er, Lutze, nun eine ganze Häuserwand mit seinem Konterfei
ziert. Er selbst nimmt das Ganze weniger persönlich. Vielmehr sieht sich der 79-jährige gelernte Schlosser, der mit seiner Frau in Hangard lebt, als Stellvertreter für alle Frauen und Männer, die je im Neunkircher Eisenwerk geschafft haben. Oberbürgermeister Jürgen Fried erinnerte daran, dass Neunkirchen den in den 1980-er Jahren beginnenden Strukturwandel zur Dienstleistungs- und Einkaufsstadt gern mit Kunst und Kultur flankiert. Man denke nur ans Musical-Projekt oder die Neue Gebläsehalle. Mit dem schwarz-weißen Graffiti-Kunstwerk habe man Beikirch ein neues, „beeindruckendes“ Stück moderner Kunst zu verdanken, das sich sehr positiv aufs Image der Stadt auswirkt. Zu Stande gekommen war das „Hüttenarbeiter“-Projekt kurzfristig, nachdem es eine Bürgerinitiative in Völklingen abgelehnt hatte. Vermittelt wurde es von Integrationsmanagerin Edda Petri.