Für eine lebendige Erinnerungskultur

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Die Preisträger des 2. Alex-Deutsch-Preises 2019 – Hans-Joachim Hoffmann (2.v.l.) und die AG Geschichte des Sarpfalz-Gymnasium Homburg (Bildmitte) mit Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (l.), Prof. Dr. Roland Rixecker (2.v.r.) und Landrat Sören Meng (3.v.r.)
Foto: Jasmin Alt

Verleihung des 2. Alex-Deutsch-Preises

Die Alex Deutsch Stiftung verlieh zum zweiten Mal in Kooperation mit dem Landkreis Neunkirchen den Alex-Deutsch-Preis. Ausgezeichnet wurden das Saarpfalz-Gymnasium Homburg sowie Hans-Joachim Hoffmann aus Ottweiler. „Der Alex-Deutsch-Preis steht für eine aktive Erinnerungskultur und würdigt vorbildliches Engagement zur Stärkung einer toleranten, offenen und solidarischen Zivilgesellschaft“, erläutert der Stiftungsvorsitzende Landrat Sören Meng die Intention des Preises. Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot, der Antisemtismusbeauftragte der Landesregierung Prof. Dr. Roland Rixecker, die Witwe von Alex Deutsch, Doris Deutsch, Vertreter der Landespolitik und in der Erinnerungsarbeit Tätige waren zu der feierlichen Preisverleihung in das Landratsamt Ottweiler gekommen.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Lehrerinnen und Lehrern der Alex-Deutsch-Gemeinschaftsschule Wellesweiler.
Das Stiftungskuratorium hat den Preis nach 2017 nun zum zweiten Mal vergeben. „Preisträger Hans-Joachim Hoffmann auf Ottweiler engagiert sich seit Jahren in der Erinnerungsarbeit und leistet mit seinen historischen Recherchen einen Beitrag zur Aufklärungsarbeit. In Ottweiler engagiert er sich in besonderem Maße im Bereich des jüdischen Friedhofes sowie bei der Aktion Stolpersteine“, würdigte Landrat und Kuratoriumsvorsitzender Sören Meng die Tatkraft des Preisträgers.

Weiterer Preisträger war die AG Geschichte des Saarpfalz-Gymnasium Homburg, die in diesem Jahr 20 jähriges Bestehen feiert. „Zwei Jahrzehnte haben sich die Schülerinnen und Schüler der AG Geschichte mit dem Leben und Wirken von Alex und Doris Deutsch auseinandergesetzt - ihnen Briefe und Kommentare geschrieben, sie gemalt, gemeinsam Ausstellungen eröffnet, Diskussionsrunden geführt und sogar eine Briefmarke Alex Deutsch gewidmet. In unzähligen Texten wurden diese Begegnungen gewürdigt, sieben Bücher herausgegeben, in denen Aspekte aus dem Leben von Alex Deutsch thematisiert wurden, zahlreiche Zeitungsartikel in der Saarbrücker Zeitung, dem Wochenspiegel und im Stadtmagazin „es heftche“ wurden publiziert. Das ist nicht nur ausgezeichnete Zeitzeugenarbeit, das ist gelebte Erinnerungskultur! Die AG Geschichte ist eine Vorzeigeprojekt und für den Alex Deutsch Preis prädestiniert“, hob Meng das Engagement der AG unter der Leitung des Initiators Eberhard Jung hervor.

Der Preis
Der Alex-Deutsch-Preis ehrt Personen oder Gruppen, die sich in besonderer Weise für Toleranz als Grundlage politischen und gesellschaftlichen Zusammenlebens verdient gemacht haben. Mit dem Preis erinnert die Stiftung an den Holocaust-Überlebenden Alex Deutsch (1913-2011) und sein unermüdliches Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. Der Preis ist eine Reproduktion einer Skulptur des Künstlers Seiji Kimoto. Sie wurde in einem 3-D-Druck-Verfahren reproduziert. Das Originalkunstwerk befindet sich im Raum der Begegnung in der Alex-Deutsch-Schule und erinnert an die beiden Freunde und späteren Ehemänner von Doris Deutsch, Karl Löb und Alex Deutsch, die während der NS-Zeit von 1943 bis 1945 zuerst im Konzentrationslager Auschwitz und später im Bergwerk des Lagers Langenstein-Zwieberge als Zwangsarbeiter inhaftiert waren.