Besuch aus Ruanda

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Spendenübergabe für Ruanda am GaS

Eine Spendenübergabe in herzlicher Atmosphäre

Wir sind alle ein wenig aufgeregt, als wir am Montagmorgen, dem 25. Oktober 2019, zusammen auf die Delegation aus Butare warten, die Ihren Besuch für diesen Vormittag angekündigt hat. Der Tisch im Direktorat ist gedeckt, Snacks aus unserem Bistro, Getränke und Kaffee stehen bereit. Um 10.00 ist es endlich soweit. Wir begrüßen den Bischof Gasature Kamusiime Nathan und seine Frau Florence, die als Hebamme und Krankeschschwester tätig ist, den Schulleiter der Sekundarschule Gikonko, Havugimana Jean Baptiste, die Diözesebeauftragte für Traumaheilung und Beratung, Nyirakamana Jeanne, und den Sekretär der Diözese, Kalisa Lambert.

Begleitet werden sie von den Mitarbeitern des Kirchenkreises, Karin und Rüdiger Burkart sowie Herrn Dr.Penner. Unsere Schulleiterin, Frau Weiskircher-Hemmer, heißt alle herzlich willkommen, stellt uns vor und spricht in diesem Zusammenhang auch kurz unser Ruanda-Projekt an, in dem wir aktuell neun Patenschaften für Schülerinnen und Schüler in Gikonko führen, die über diverse Spendenaktionen und insbesondere mit dem gesamten Erlös unserer Schülerfirma „RentAbles Brett“ (im Folgenden RAB) finanziert werden. Umgehend drücken unsere Besucher ihren Dank und ihre Wertschätzung dafür aus, indem sie – den Worten des Bischofs folgend – gemeinsam in die Hände klatschen und ein Lob auf unsere Schule ausrufen, womit sie eine Herzlichkeit ausdrücken, die den Vormittag prägen wird.
Es dauert nicht lange, bis wir gemeinsam am Tisch sitzen und uns über den Schulalltag in unseren Ländern unterhalten. Schnell wird deutlich, dass so Vieles, was für uns selbstverständlich ist, in Ruanda ein seltenes Glück darstellt. Der Schulleiter berichtet beispielsweise, dass ihre Mittel sehr beschränkt seien, jeder Schüler lediglich einen Block und einen Stift besitze, die Kinder größtenteils in der Schule übernachten müssten, da keine Infrastruktur vorhanden sei, um die langen Anfahrtswege täglich zu bestreiten. Nehme ein Schüler die Schule nicht ernst, erzählt er weiter, stünden weitere auf einer Warteliste, die es kaum erwarten könnten, seinen Platz einzunehmen. Der ganze Unterricht werde zudem auf Englisch gehalten, um den Kindern und Jugendlichen bessere Möglichkeiten zu bieten.
Wir lernen auch etwas über die verschiedenen Sprachen in Afrika, die regionalen Dialekte und versuchen uns einige Wörter zu merken, allerdings mit mäßigem Erfolg. Umso mehr überrascht uns der Bischof mit einigen deutschen – und saarländischen – Ausdrücken, die er bereits kennt.
Besonders interessant ist es für unsere Besucher, dass auch zwei Schülerinnen des RAB anwesend sind, die Geschäftsführerin Celine Rutz und Natalja Polestschuk, die etwas über das „Rentable Brett“ und unser Sortiment erzählen können, das neben Dingen des täglichen Schulbedarfs Bücher, Deko-Artikel und handgefertigte Produkte aus Ruanda anbietet, die uns Herr Burkhardt von seinen jährlichen Reisen mitbringt. Auf die Frage des Bischofs, was sie dazu bewege, sich ehrenamtlich zu engagieren und ihre Pausen für den Verkauf im RAB zu verbringen, müssen die beiden nicht lange überlegen: „Wir machen das sehr gerne und finden, es ist etwas sehr Wichtiges. Dass wir mit dem Verkauf von Schulmaterialien und sonstigen Dingen Kindern in Ruanda Schulbildung ermöglichen können, ist großartig. Dafür verzichten wir gerne auf unsere Pausen!“ Auch dafür erhalten die beiden wieder ein gemeinsames Händeklatschen mit einem großen Lob und einer herzlichen Umarmung. Beeindruckt sind sie bei einem kleinen Rundgang auch von der Ausstattung unserer Schule in den Fachräumen und von unseren Schülern, die ihnen durchweg freundlich und offen begegnen.
Schließlich haben wir noch eine tolle Überraschung: Wir überreichen einen Spendenbetrag in Höhe von 2000 Euro, der sich aus einem Teil des Erlöses unserer letzten Advents-Spendenaktion, dem Gewinn bei der Aktion „Herzenssache“ des dm-Marktes und einem Beitrag unserer Elternschaft zusammensetzt, die unser Projekt mit 500 Euro unterstützt, den sie über diverse Kuchenaktionen erwirtschaftet hat. Um die Dankbarkeit in Worte zu fassen, möchte der Bischof unsere gesamte Schulgemeinschaft segnen – es wird gesungen, geklatscht und gebetet und es ist die Herzlichkeit, die uns auch ohne Worte alle berührt und zeigt, wie wichtig soziales Engagement ist.

Ein Dank gilt unserer Kollegin Frau Schwarz, die als Englischlehrerin für uns übersetzt und nachgeholfen hat, wenn unsere Sprachfertigkeiten nicht ausreichten, und natürlich allen Mitarbeitern und Unterstützern des „Rentablen Bretts“ aus der gesamten Schulgemeinschaft!
Das Ruanda-Projekt war und ist uns eine Herzensangelegenheit und wir freuen uns weiterhin auf eure und Ihre Unterstützung des „RentAblen Bretts“.
Die Betreuerinnen des Projekts Nadine Bogenschütz, Gabriele Merz und Andrea Schulz

Weitere Informationen zum Gymnasium am Steinwald in Neunkirchen erhalten Sie auch im Internet unter www.gymnasium-am-steinwald.de.                                                                                                                             Albert Stoll