Saarländische Frauenministerin zum Equal Pay Day

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Monika Bachmann fordert Abbau ungleicher Lebensverhältnisse zwischen Frauen und Männern

„Der Equal Pay Day am 17. März 2020 macht uns alljährlich bewusst, wie ungleich die Lebensverhältnisse von Frauen und Männern in Deutschland und auch im Saarland immer noch sind“, erklärt Frauenministerin Monika Bachmann. „Dies lässt sich im Themenfeld Gleichstellung deutlich an verschiedenen sogenannten Gender Gaps ablesen.
Der Gender Pay Gap ermittelt die Differenz zwischen den Bruttoeinkommen von Frauen und Männern. In Deutschland haben Frauen im letzten Jahr demnach 21 Prozent weniger verdient als Männer. Damit ist der Verdienstunterschied zwischen den Geschlechtern nach wie vor einer der größten in Europa.

Eine direkte Folge davon ist der „Gender Pension Gap“, der die Alterssicherungen der beiden Geschlechter vergleicht. Diese sind bei Frauen im Alter um 53 Prozent geringer als bei Männern. Auch die Verteilung der unbezahlten Sorgearbeit, die durch den sogenannte „Gender Care Gap“ definiert wird, ist mit 52 Prozent in Deutschland besonders ungleich.

Lohnunterschiede sind aber nicht nur Folge von traditionellen Rollenstereotypen, vielmehr sind überwiegend strukturelle Gründe verantwortlich: Frauen arbeiten zumeist im schlechter bezahlten Gesundheits- und Sozialwesen, Frauen haben seltener Führungspositionen und arbeiten häufiger in Teilzeit, um die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen zu übernehmen.

„Als Vorsitzende der Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz der Länder begrüße ich ausdrücklich die zentrale Thematisierung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe von Frauen in der von der Europäischen Kommission am 5. März 2020 vorgelegten Gleichstellungsstrategie. Es ist notwendig, den Diskurs auch auf europäischer Ebene zu führen, nur so kann eine Sensibilisierung in Politik, in Unternehmen und in jedem einzelnen Haushalt weiter vorangebracht werden. Die deutschen Bundesländer werden diesen Prozess begleiten“, so die Frauenministerin. „Die aktuelle Krise, in der wir uns seit Ausbruch des Corona-Virus befinden, macht deutlich wie dringend wir eine Aufwertung der sogenannten Care-Berufe brauchen, in denen zu über 80 Prozent Frauen beschäftigt sind. An den Geschlechterverhältnissen am Arbeitsmarkt wird sich wenig ändern, wenn es nicht gelingt, die Gesundheits- und Pflegeberufe aufzuwerten, vor allem durch bessere Löhne, attraktivere Arbeitszeiten und gute Entwicklungsmöglichkeiten im Beruf.“

Bachmann fordert: „Wir müssen weiter für einen Abbau des geschlechtsspezifischen Lohngefälles kämpfen, um die eigenständige Existenzsicherung von Frauen zu ermöglichen und Altersarmut zu vermeiden.“

Hintergrund
Der Equal Pay Day (EPD) veranschaulicht an einem Datum den Unterschied in der durchschnittlichen Bezahlung von Männern und Frauen. Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes anhand von Verdienststrukturerhebungen belegen, dass diese Einkommensdifferenz im Jahr 2019 in der Privatwirtschaft rund 22 Prozent, im öffentlichen Dienst rund neun Prozent des Durchschnittsbruttostundenlohns betrug. Insgesamt belief sie sich in Deutschland auf rund 19 Prozent.