Als erstes Bundesland führt das Saarland den Beruf der zweijährigen generalistischen Pflegeassistenz nach Vorgaben des Pflegeberufegesetzes ein

Nach der Regelung der generalistischen Ausbildung zur Pflegefachkraft hat die Landesregierung heute den Weg zur Einführung des Pflegeassistenten und der Pflegeassistentin bereitet. Damit wird die Lücke zwischen der neuen Fachkraft und der alten Helferausbildung geschlossen. Der Pflegeassistent stellt ein modernes und qualitativ hochwertigeres Berufsbild dar, das den Einstieg und Umstieg in den Pflegeberuf verbessern soll. Damit leistet das Saarland einen wichtigen Beitrag, Menschen in den Pflegeberuf zu leiten. Mit der Zusammenführung der Ausbildungen in der Alten-, Kinderkranken- und Krankenpflege zu dem neuen Berufsbild der „Pflegefachfrau“ beziehungsweise des „Pflegefachmannes“, werden die Auszubildenden zur Pflege von Menschen aller Altersstufen und Versorgungsbereiche befähigt.

Diese neue landesrechtlich reglementierte Ausbildung löst die bisherigen Ausbildungen in der Altenpflegehilfe und der Krankenpflegehilfe ab. Um sie ab dem 1. Oktober 2020 flächendeckend anbieten zu können, wird nun dem Landtag des Saarlandes der Entwurf eines Gesetzes über die Einführung der Ausbildung zur Pflegeassistentin beziehungsweise zum Pflegeassistenten vorgelegt.
Die Besonderheit der neuen saarländischen Pflegeassistenz ist, dass die seit 1. Januar 2020 gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben des Pflegefachberufes erstmals auch in einer Assistenzausbildung berücksichtigt werden. „Durch die Ausbildung werden mehr Kompetenzen erlangt und eine größere Verantwortung zugeteilt“, so Gesundheitsministerin Monika Bachmann.
Ein wesentliches Ziel des Gesetzentwurfes der neuen 23-monatigen Pflegeassistenz mit generalistischer Ausrichtung ist die Vermittlung der Kompetenzen des ersten Jahres der Pflegefachkraft in der zweijährigen Pflegeassistenzausbildung. Danach ist ein direkter Einstieg in das zweite Jahr der Pflegefachkraftausbildung möglich.
Hauptschülerinnen und Hauptschüler erhalten so die Möglichkeit einer Grundqualifikation in einem Pflegeberuf und können sich anschließend in zwei Jahren zur Pflegefachkraft weiterqualifizieren.
Um bereits einen ersten Einblick in die Tätigkeiten der Pflegeberufe zu bekommen, müssen die künftigen Auszubildenden vor Ausbildungsbeginn ein vierwöchiges Praktikum in einer Pflegeeinrichtung, einem ambulanten Pflegedienst oder einem Krankenhaus absolvieren. Anstelle des Praktikums können aber auch andere Tätigkeiten angerechnet werden, so beispielsweise ein Freiwilliges Soziales Jahr, die Pflege von Angehörigen zu Hause oder Zeiten für die Erziehung von Kindern. Wer über den Mittleren Bildungsabschluss verfügt kann sogar ganz ohne Vorpraktikum in die neue Ausbildung starten.

Hintergrund:
Auch die Möglichkeit sich weiterzubilden und eine Ausbildung zur Fachkraft zu machen, wird durch die Ausbildung als Pflegeassistent erleichtert. Mit der neuen Assistenzausbildung kann man nicht nur einen generalistischen Berufsabschluss erreichen, sondern man kann auch direkt in das zweite Jahr der Pflegefachkraftausbildung einsteigen. Das ist eine große Chance für junge Menschen, die sich im Bereich der Pflege weiterentwickeln wollen.
Hinter der neuen Ausbildung steht aufgrund der bundesrechtlichen Vorgaben ein komplexes Finanzierungssystem, das zwei wesentliche Ziele verfolgt: Es wird nach wie vor kein Schulgeld von den Auszubildenden im Saarland erhoben und zugleich wird die Bereitschaft in den Einrichtungen auszubilden gesteigert. Sind Auszubildende bei einem Krankenhaus beschäftigt, werden die Kosten über das Krankenhausfinanzierungsgesetz von den Krankenkassen getragen. Ist hingegen eine Pflegeeinrichtung oder ein ambulanter Pflegedienst Träger der praktischen Ausbildung, verteilen sich die Kosten der Ausbildungsvergütung durch die Einführung einer Umlage auf alle Einrichtungen. Dadurch werden Wettbewerbsnachteile für ausbildende Einrichtungen ausgeglichen und zugleich ein Anreiz gesetzt, (mehr) Ausbildungsplätze bereitzustellen. Das Saarland wird gemeinsam mit den Pflegekassen für 200 Ausbildungsplätze ein Volumen von 2,12 Millionen Euro in 2021 sowie von 3,2 Millionen Euro in 2022 zur Verfügung stellen. Gleich mehrere Träger haben Interesse geäußert eine Pflegeassistenzausbildung ab dem 1. Oktober 2020 anzubieten.
2016 wurde mit dem saarländischen Pflegepakt das Ziel gesetzt, die anstehende Novellierung der Gesundheits- und Pflegeberufe als Chance für eine Weiterentwicklung der Pflege zu nutzen und die rechtlichen Rahmenbedingungen an das neue Pflegeberufsbild anzupassen. Hieran beteiligen sich insgesamt 31 Partner. Neben den veränderten Anforderungen in der Pflege und infolge der Umsetzung der Vorgaben der Europäischen Union zur gegenseitigen Anerkennung von Berufsqualifikationen wurde die Ausbildung in der Pflege 2017 auf Bundesebene grundlegend reformiert. Mit einer neuen generalistischen Ausbildung wurde ein neues Berufsbild geschaffen.

Weiterführende Informationen zu Pflegeschulen während der Coronakrise:
Pflegeschulen und Schulen für Gesundheitsfachberufe können ab dem 4. Mai unter Einhaltung der Hygieneregelungen und Richtlinien des RKI den Präsenzunterricht wiederaufnehmen.
Die Durchführung von gesetzlich vorgeschriebenen mündlichen und schriftlichen Prüfungen unter Einhaltung der infektionsschutzrechtlichen Maßgaben sind grundsätzlich zulässig.
Auch praktische Prüfungen können unter Einhaltung der infektionsschutzrechtlichen Maßgaben durchgeführt werden. In Ausnahmefällen kann die praktische Prüfung als Simulationsprüfung nach Absprache mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie durchgeführt werden.