Appell einer Neurologin zum bundesweiten Tag gegen den Schlaganfall
Anlässlich des bundesweiten Tages gegen den Schlaganfall am 10. Mai, ausgerufen von der Deutschen Schlaganfall Hilfe, wendet sich Dr. med. Andrea Teschner, Leiterin der Schlaganfall-Station im Diakonie Klinikum Neunkirchen (DKN), mit einer wichtigen Botschaft an die Bürgerinnen und Bürger: „Ein Schlaganfall ist ein dringender Notfall, der sofort behandelt werden muss – auch während der COVID-19 Pandemie. Bitte alarmieren Sie umgehend den Notruf 112, wenn Sie plötzlich Lähmungserscheinungen, Gefühls- oder Sehstörungen,
ungewohnt heftige Kopfschmerzen feststellen, nicht mehr richtig sehen oder sprechen können, oder gar bewusstlos wurden.“ In den vergangenen Wochen hat die Neurologin einen deutlichen Rückgang an Schlaganfall-Patienten in der Zentralen Notaufnahme und ihrer spezialisierten Abteilung, der sogenannten Stroke Unit, bemerkt: „Dabei haben die Leute ja momentan nicht weniger Schlaganfälle.“ Laut der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft erleiden jährlich 260.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Die Zahl steigt stetig und lässt sich auch von dem neuartigen Coronavirus nicht aufhalten. Den Grund für den Rückgang an Schlaganfall-Patienten sieht Teschner trotzdem der aktuellen Pandemie geschuldet: „Die Menschen scheuen sich, den Notruf zu wählen, aus Angst, der Notarzt komme nicht, oder sie würden in ein überfülltes Krankenhaus gebracht, wo sie sich mit COVID-19 infizieren könnten. Sie holen keine Hilfe, sondern sitzen ihre Schlaganfallsymptome zuhause aus."

Das ist fatal, denn in der Neurologie gilt: Time is brain! Frei übersetzt bedeutet das, jede Sekunde zählt, wenn es um die Rettung des Gehirnes geht. Je länger man wartet, desto schlimmer sind die Folgeschäden. Die ersten Stunden und Tage nach einem Schlaganfall sind hochrisikohaft. Deshalb sollte jeder Schlaganfallpatient schnellstmöglich behandelt und engmaschig überwacht werden. Nur so besteht die Chance, dass die Patienten nach dem Schlaganfall vollständig gesund werden.

Diakonie Klinikum Neunkirchen ist Krankenhaus der Regelversorgung
Das Diakonie Klinikum Neunkirchen der Stiftung kreuznacher diakonie ist kein Teil der COVID-19 Versorgungskette der Landesregierung, sondern ein Krankenhaus der Regelversorgung. Das heißt, dort werden vorwiegend Patienten mit anderen Krankheitsbildern, wie Krebserkrankungen, Herzleiden oder Schlaganfällen, behandelt. Landet trotzdem ein Patient im DKN, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde, wird er strikt von anderen Patienten getrennt: „Die Trennung beginnt schon in unserer Zentralen Notaufnahme. Es gibt spezielle Laufwege und Räumlichkeiten, um COVID-19 Patienten zu isolieren. Die weitere Behandlung findet in einem abgetrennten Gebäudeteil statt. Wir können uns nach wie vor intensiv und uneingeschränkt um Menschen kümmern, die einen Schlaganfall erleiden oder andere behandlungsbedürftige Krankheiten haben. Die gibt es nämlich neben Corona immer noch“, erklärt Teschner.