Feuerwehr kann bei Bauernhofbrand „Feuer aus“ melden
Am späten Mittwochabend, 7. Oktober brach auf einem Bauernhof in Eschweilerhof ein Großbrand in einer Lagerhalle aus. Erst nach fast 24 Stunden konnte die Freiwillige Feuerwehr Neunkirchen am Abend des folgenden Donnerstags „Feuer aus“ melden. Die Suche nach letzten Brandnestern in der eingestürzten Ruine gestaltete sich überaus aufwändig und gelang nur in enger Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk (THW).
Die ganze Nacht hindurch kämpften Feuerwehrleute aus zwei Landkreisen Hand in Hand gegen das in einer Lagerhalle wütende Feuer auf dem Eschweilerhof. Zu Spitzenzeiten befanden sich 160 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Neunkirchen, Kirkel und Homburg sowie
der THW, des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und des Malteser Hilfsdienstes (MHD) im Einsatz.

Auch wenn das Feuer noch in der Nacht unter Kontrolle gebracht und eine Ausbreitung auf einen nahen Kuhstall verhindert werden konnte, gestaltete sich die Brandbekämpfung sehr schwierig. Die durch die enorme Brandhitze geschwächte Dachkonstruktion der Halle stürzte während der Löscharbeiten ein. Ihre Dachbleche legten sich schützend über das Brandgut in der Halle und ließen das Löschwasser teilweise abfließen, ohne dass es seine Wirkung entfalten konnte. Zusätzlich bereitete die große Zahl von in der Halle gelagerten Heu- und Strohballen Probleme. Sie sind so fest gepresst, das Löschwasser fast nicht in sie eindringen kann. Die Ballen müssen erst aufwändig auseinandergezogen und zerkleinert werden, um in sie hineingefressene Glutherde löschen zu können. Nur mit Hilfe schwerer Räumgeräte des THW konnte die Dachkonstruktion Stück für Stück entfernt und Brandgut aus der Ruine hinausgeschafft werden.

Trotz der Probleme konnte die Zahl der Einsatzkräfte bis zum Donnerstagmorgen deutlich reduziert werden, weil es der Feuerwehr gelungen war den Brand immer weiter einzugrenzen. Am Ende war auf dem Eschweilerhof nur noch die Feuerwehr Neunkirchen mit zwei Löschfahrzeugen unterstützt durch das THW Spiesen-Elversberg im Einsatz. In einer Art Schichtwechsel konnten gegen 9 Uhr die letzten Feuerwehrleute, die die ganze Nacht hindurch am Löschen waren, durch frisches Personal abgelöst werden. Über den ganzen Donnerstag hinweg waren die Feuerwehrleute und THW-Helfer damit beschäftigt die Halle immer weiter abzutragen und Reste verbrannter oder brennender Heu- und Strohballen aus ihr hinaus zu bringen. Mit dem Greifer eines großen THW-Radbaggers konnten Dach- und Wandelemente der Halle gezielt entfernt und große Portionen Stroh und Heu ins Freie gehoben werden. Mit einem Radlader des THW wurden Stroh und Heu anschließend auf einer angrenzenden Wiese zum endgültigen Ablöschen verteilt werden. Ein sehr aufwändiger und langsamer Prozess, der es nicht erlaubte auch nur annähernd ein Einsatzende vorherzusagen. Zu groß waren die Unwägbarkeiten und Ungewissheiten wie viele und wie große Brandnester sich in der Halle noch verborgen hielten. Erst nach Einbruch der Dunkelheit konnten die letzten mit Wärmebildkameras aufgespürten Glutnester freigelegt und gelöscht werden. Etwa um 22 Uhr konnte schließlich „Feuer aus“ gemeldet und der Feuerwehreinsatz beendet werden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Feuerwehreinsatz fast 24 Stunden gedauert, begonnen hatte er am Vortag mit dem Alarm um 23:20 Uhr.

Hatte sich noch in der Nacht die Malteser um die Verpflegung der Einsatzkräfte gekümmert, so übernahm am Donnerstag schließlich das DRK diese Aufgabe zusammen mit der medizinischen Absicherung. Im Lauf des Tages löste das DRK aus Ottweiler die seit der Nacht im Einsatz befindlichen Helfer aus Illingen ab. Der nahegelegene Kaufland-Supermarkt unterstützte den großen und lang andauernden Feuerwehreinsatz und spendete großzügig Getränke und Lebensmittel für die Verpflegung der Einsatzkräfte.

Mit dem Einsatzende der Feuerwehr wurde die Brandruine wieder an den Besitzer übergeben. Ein durch diesen beauftragtes Abrissunternehmens begann schon während des Abrückens der Feuerwehr damit die noch vorhandene Hallenruine weiter abzutragen.