LSU ruft Länder und Kommunen zur Sicherung der sozialen Infrastruktur für LGBTIQ auf!
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In vielen Länder- und Kommunalparlamenten finden über die kommenden Herbst- und Wintermonate Haushaltsberatungen statt, bei denen die Ausgabeprioritäten für die nächsten ein bis zwei Jahre festgelegt werden. Im Zeichen der Corona-Krise sind in den letzten Monaten viele Zusatzbelastungen für die Länder- und Kommunalfinanzen entstanden, die auch die

Aufnahme neuer Schulden auf beiden Ebenen notwendig machten. Daneben mussten aber auch vielfach neue Prioritäten bei der Finanzierung dringend notwendiger Ausgaben gesetzt werden. Pandemiebedingt könnte damit auch die weitere Förderung und Finanzierung von Projekten, Angeboten (Anlauf- und Beratungsstellen, Treffpunkte) und sozialer Infrastruktur für LGBTIQ unter Druck geraten. Der Bundesverband Lesben und Schwule in der Union (LSU) ruft daher Länder und Kommunen insbesondere zur Sicherung der sozialen Infrastruktur für LGBTIQ auf.

"Uns geht es um eine institutionelle Absicherung, um die Weiterfinanzierung von Austausch- und Erfahrungsräumen, Begegnungsorten, Vereinen, Netzwerken sowie den Erhalt von Unterstützungsangeboten für LGBTIQ-Menschen. Gerade für Jugendliche, die mit dem Thema Coming-out konfrontiert sind, noch in der Findungsphase ihrer eigenen Identität sind und ihre sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität nicht offen zeigen können, werden sonst Rückzugsorte und Möglichkeiten für wichtige Begegnungen weggenommen." ,unterstreicht Alexander Vogt, Bundesvorsitzender der LSU die Dringlichkeit der Weiterfinanzierung und den Erhalt der sozialen Infrastruktur. "Homo-, bi und transsexuelle Menschen sind durch die Corona-Krise besonders von Einsamkeit und Isolation betroffen. Das betrifft alte wie junge Menschen. Treffpunkte wurden in vielen Städten und Regionen geschlossen, Beratungsstellen haben ihre Angebote eingestellt oder auf kontaktlose Beratung umgestellt. Sich mal einfach zu treffen um Erfahrungen auszutauschen ist dadurch für junge wie ältere LGBTIQ immens schwer geworden. Damit sind für Viele wichtige Unterstützungsnetzwerke im Alltag abhanden gekommen. Nicht zuletzt muss man muss sehen, dass es auch heute noch in der Gesellschaft viel Homo- und Transfeindlichkeit gibt. Deshalb darf die Finanzierung der sozialen Infrastruktur für LGBTIQ bei den anstehenden Haushaltsdiskussionen in den Ländern und Kommunen nicht herunterfallen. Auch das ist Ausdruck gesellschaftlichen Zusammenhalts und der ist in der aktuellen Zeit wichtiger denn je!", betont Thomas W. Schmitt, Bundessprecher der LSU mit Nachdruck.