Bislang schon 1.077 erfolgreiche Impfungen
• Gesundheitsministerium richtet Clearingstelle für Impfwillige ein
• Hotline wird weiter personell verstärkt
• Neue Termine werden fortlaufend ab Januar freigegeben
• Impfangebot soll im Januar täglich auf bis zu 1.000 Impfungen in den Impfzentren erhöht werden
• Bis Ende April sollen alle Personen der ersten Priorisierungsgruppe geimpft sein und mit der zweiten Priorisierungsoffensive begonnen werden
„Die Bilanz der ersten beiden Impftage kann sich sehen lassen: Wir haben bislang 1.077 Saarländerinnen und Saarländer geimpft.
Darunter 677 Bewohnerinnen und Bewohner von neun Pflege- und Alteneinrichtungen sowie 400 Besucherinnen und Besucher in den drei Impfzentren. 55 geimpfte Personen waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflege- und Alteneinrichtungen“, so Gesundheitsministerin Monika Bachmann und Staatssekretär Stephan Kolling.

„Bis Ende des Jahres wollen wir 2.500 Impfungen durchgeführt haben. Wir werden auch an Silvester und an Neujahr die Impfzentren zwischen 08:00 Uhr und 14:00 Uhr in Betrieb haben. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind pausenlos im Einsatz und die erste Bilanz ist gut, wenn man bedenkt, dass vor 10 Monaten sich niemand vorstellen konnte, was uns in Sachen COVID-19 alles erwarten würde“, betont Bachmann. „Vieles haben wir auf den Weg gebracht in diesen Wochen und Monaten und vor allem der Aufbau der Impfzentren und der Impflogistik hat uns gefordert. Wir können aber durchaus zufrieden sein“, ergänzt Kolling.

Das Saarland war das erste Bundesland, das die Hotline zur Terminvergabe am 24. Dezember freigeschaltet hat. Dazu Bachmann: „Darauf sind wir schon ein bisschen stolz, auch wenn uns bewusst war, dass die Nachfrage sehr groß sein wird und wir nicht für alle Impfwilligen in den ersten Wochen und Monaten genügend Impfstoff haben werden. Wir wollten aber keine Zeit verlieren, denn das Saarland hat bundesweit anteilig mit die meisten älteren Bewohnerinnen und Bewohner im Ländervergleich und mit einer Quote von 41,7 pro 100.000 Einwohner nach Sachsen und Bayern die meisten an COVID-19 Verstorbene (insgesamt 447 Todesfälle) zu beklagen. Daher sind wir das Risiko eingegangen, von Anfang an mit der Terminvergabe für Impfzentren zu beginnen.“

Erst drei Tage vor dem Impfstart am 21.12.2020 wurden die Länder durch den Bund über die Impfstoffmengen, die Impfstofflieferungen und die Öffentlichkeitskampagne sowie die Anwendbarkeit des Impfstoffes informiert. Alles musste sehr schnell gehen und in den drei Tagen vor Weihnachten wurden intensiv die Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Impfzentren, der mobilen Teams, der Technik und der Prozesse trainiert. Das alles mit einem Team von neuen Personen und einer Buchungssoftware, die erst für das Saarland entwickelt werden musste, da den Ländern keine bundeseinheitliche Lösung zur Verfügung gestellt wurde.

Sowohl der Softwareentwickler als auch der Hotline Dienstleister haben eine gute Arbeit geleistet, denn das Buchungssystem läuft im Wesentlichen reibungslos, Es werden zwei Impftermine vergeben und die Impflinge werden per E-Mail und SMS über ihre Buchung informiert. Auch wurden in der Kürze der Zeit alle Träger der Krankenhäuser und Pflege- und Alteneinrichtungen angeschrieben, über den Ablauf des Impfverfahrens und der Impfungen für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informiert und Anmeldecodes vergeben. Leider wurden diese Anmeldecodes wegen der Feiertage in vielen Fällen nicht an die Bedienstete weitergegeben, so dass sie sich beim Impfstart nicht anmelden konnten. Das war der Kürze der Zeit und den Feiertagen geschuldet.

Dass es wegen einer Überlastung beim Start der saarländischen Corona- und Impfhotline Probleme gab, bedauern Bachmann und Kolling: „Wir haben gleich reagiert und die Mitarbeiterzahl an der Hotline erhöht. Über 50 Personen eines externen Anbieters arbeiten daran. Wir werden in den nächsten Tagen um weitere 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufstocken. Unser Ziel ist es, kurze Wartezeiten am Telefon zu garantieren. Gestern waren wir dabei in einer guten Range: die durchschnittliche Wartezeit lag bei 8 Minuten. Das soll aber noch besser werden. Wir stehen im ständigen Austausch mit dem Dienstleister, der neben Impfterminen auch über Impfabläufe und allgemeine Fragen zu Corona informiert.“

Auch das Buchungssystem soll noch benutzerfreundlicher werden: Die Analyse der letzten Tage hat ergeben, dass viele Buchungsprozesse nicht komplett abgeschlossen waren oder Termine wegen der Vielzahl der Nutzer im Bestätigungsprozess abgebrochen wurden. 40-50 Personen waren im Glauben eines Impftermins, der aber nicht im Buchungssystem hinterlegt war. Diese Impfwilligen konnten wir in Ermangelung der fest reglementierten Tagesdosen von 400 in den drei Impfzentren nicht in den Tagesprozess integrieren. Daher haben wir uns entschlossen, eine Clearingstelle im Gesundheitsministerium einzurichten, die den betroffenen Personen eine Lösung anbieten wird.
Betroffene, deren Buchungsprozesse aufgrund technischer Probleme nicht abgeschlossen und der Termin nicht bestätigt werden konnte, können sich telefonisch bei der Hotline unter der 0681 501 4422 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wenden.

Das Gesundheitsministerium wird im Januar von Biontech/Pfizer voraussichtlich wöchentlich 9.750 Dosen bekommen. Dazu Bachmann: „Wir mussten die Hälfte der Dosen zurückstellen, damit eine Zweitimpfung sichergestellt werden kann, da wir keine Erfahrungen mit der Verlässlichkeit der Lieferkette. Wir erwarten im Land von Moderna, der in diesen Tagen eine Zulassung erhalten soll, keine großen Mengen, zumindest in den ersten Wochen. Wir werden daher nicht versprechen können, schnell alle Anspruchsberechtigten zu impfen.“

„Unser Ziel ist es, aber Mitte Januar weitere Impftermine freizugeben: Auf Rückstellungen kann ab Mitte Januar verzichtet werden, dies erhöht die Tagesplätze auf bis zu 1.000 für alle Zentren. Damit wird es voraussichtlich zusätzliche Termine täglich für die Impfzentren geben können. Wir werden diese zusätzlichen Impfkontingente für den Januar freigeben, sobald Lieferungen eingehen. Auch werden wir aus einer Impfdosis statt der 5 nun auch 6 Impfungen ermöglichen. Dies bedeutet, dass wir weitere Impftermine in Aussicht stellen können. Sobald es mehr Impfstoff von Biontech oder anderen Herstellern gibt, werden wir die Schichten und das Personal in den Impfzentren verdoppeln und natürlich auch die täglichen Impfdosen. Wir fahren derzeit auf 10 Prozent der avisierten Impfmengen. Auch werden wir Ende Januar das vierte Impfzentrum gemeinsam mit der Bundeswehr am Standort Lebach in der dortigen Turnhalle der Kaserne zum Einsatz bringen. Wir sind gerüstet, was fehlt ist der Impfstoff. Hier muss national und international auf EU Ebene dringend nachgeordert werden. Die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger sind groß und es wäre fatal, wenn die Impfbereitschaft durch fehlende Lieferungen leiden würde“, so Bachmann und Kolling.

Die Priorisierung ist von der Ständigen Impfkommission vorgegeben und risikoadjustiert. Auch damit kommen viele Saarländerinnen und Saarländer nicht zurecht und fühlen sich ungerecht behandelt, aber davon abzuweichen ist nicht möglich. Auch das „Windhundprinzip“ sei richtig und werde in allen Bundesländern angewandt. „Was wir brauchen ist jetzt Geduld und Solidarität für die Gruppen, die von einem besonders schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung betroffen sind“, betont Kolling.

Optimieren und besser machen geht immer, daran arbeiten wir täglich, so der. Auftrag aus dem Gesundheitsministerium an die Dienstleister, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Impfzentren. „Wir wollen alle Bevölkerungsgruppen mitnehmen. Mit der bundesweiten Impfkampagne wird sicherlich die Akzeptanz und das Verständnis weiter steigen. Wir und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben alles. Seit Wochen haben wir keine Wochenenden und freien Tage mehr, auch die Weihnachtsfeiertage sind ausgefallen“, so die Ministerin abschließend.