Mehr Perspektiven durch neue Wege in der Pflegeausbildung

„Mit der neuen generalistischen Pflegeausbildung wurde 2020 - trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie - ein neues Kapitel in der Pflege aufgeschlagen: Bessere Strukturen und auch mehr berufliche Perspektiven durch ein neues zeitgemäßes Berufsfeld mit einer hohen Ausbildungsvergütung. Dies macht das Berufsfeld attraktiver! Nachdem 999 Menschen in die neue generalistische Ausbildung zur Pflegefachkraft und 252 Menschen in eine Ausbildung zur generalistischen Pflegeassistenz gestartet sind, gehen 2021 die neuen Pflegeausbildungen in die zweite Runde. Sie lernen Menschen in allen Altersstufen in unterschiedlichen Versorgungssituationen zu pflegen und zu betreuen. Das bedeutet mehr Qualität in der Pflege“, betont Gesundheitsministerin Monika Bachmann.

Aktuell befinden sich insgesamt 3.500 Menschen in der Ausbildung in einem Pflege- oder Gesundheitsfachberuf.

Mit der neuen saarländischen Pflegeassistenz wird ein „qualitativ hochwertiger Ersatz“ für die bisherigen einjährigen Helferausbildungen geschaffen. Nachdem hier die qualifizierte Mitwirkung an der Pflege, die Versorgung und die Betreuung pflegebedürftiger Menschen aller Altersstufen in unterschiedlichen Versorgungsbereichen in 23 Monaten gelernt wird, kann danach direkt in das zweite Jahr der Pflegefachkraftausbildung eingestiegen werden. Dazu Bachmann: „Dies schafft nicht nur Perspektiven für vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen, sondern leistet gleichzeitig einen wesentlichen Beitrag für eine hochwertige Patientenversorgung!“
Unterstützung bei der Gewinnung von Auszubildenden und Pflegekräften leistet die im Saarland ansässige Deutsche Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe (DeFa). Sie begleitet bei der Gewinnung von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Ausland und unterstützt bei allen Genehmigungsverfahren. Damit ist sie Lotse für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Personalserviceagenturen durch die komplexen Antragsverfahren. Dies schafft neue Möglichkeiten!

„Die ersten guten Erfahrungen des Klinikums Winterberg und des Universitätsklinikums des Saarlandes mit dem Einsatz von mexikanischen Fachkräften führen dazu, dass von dort 2021 eine zweite Anwerbephase begonnen hat. Auch dieser Weg führt zu mehr Fachkräften in der Pflege! Ein Anreiz für die Berufswahl ist auch die Ausbildungsvergütung, die in der Pflege vergleichsweise hoch ist. Die Löhne sind nicht nur in der Alten- und Krankenpflege unterschiedlich, sondern auch bei den verschiedenen Trägern. Deshalb ist ein einheitlicher Flächentarifvertrag unverzichtbar. Eine gute Bezahlung und verlässliche Arbeitsbedingungen sind wichtige Anreize für eine Berufswahl“, so Bachmann.

Der in 2016 seitens des Gesundheitsministeriums initiierten „Pflegepakt Saarland“ wurde mit über 30 Partnern begonnen. Gleichzeitig wurden Maßnahmen zur Förderung von Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf auf den Weg gebracht. „Neben diesen weichen Faktoren,“ so Bachmann, „haben wir auch gemeinsam mit unseren Pflegepakt-Partnern die Neuordnung der Pflegeberufe zusammen gestaltet. Dazu ist weiter vorgesehen, im kommenden Jahr die Erstellung einer umfangreichen Ausbildungsstätten-Planung anzugehen. Hier sollen die Neuordnung der Berufsbilder in den Blick genommen und insbesondere die Erfahrungen zum ersten Ausbildungsgang der Pflegeassistenz sowie den ersten beiden Ausbildungsjahren der Pflegefachleute berücksichtigt werden“.