„Ich lasse mich nicht kleinkriegen!“

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Gegen Rohrbach 54 Minuten lang
ein Aktivposten in Borussias Team
Foto: -jf-

Dritte schwere Knieverletzung bei Borussias Mittelfeldspieler Attila Serr

Es war alles so schön geplant, er hatte sich so sehr darauf gefreut. „Ich war davon überzeugt, dass wir gewinnen. Deshalb hatte ich meinen Vater gebeten, mit meiner kleinen Tochter nach dem Spiel runter zu kommen, um mit ihr auf dem Rasen gemeinsam den Sieg zu feiern.“ Attila Serr ist noch drei Tage später traurig, dass er sich diesen Wunsch nicht erfüllen konnte. Die 54. Minute des Spiels gegen den SV Rohrbach hat Borussias Mittelfeld-Terrier einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Bis dahin war er ein Aktivposten im Spiel der Borussia – wie immer ein unermüdlicher Rackerer, der keinen Ball, keinen Zentimeter des Ellenfeld-Rasens kampflos preisgibt, immer wieder Akzente setzt. Mit viel Dynamik hatte der 26jährige auch in jener Szene, die ihm zum Verhängnis werden sollte, zum Dribbling angesetzt, wie Slalomstangen seine Gegenspieler umkurvt. Beim Sprung über einen entgegen gestreckten Fuß passierte es dann: Bei der Landung blieb er im Rasen hängen, verdrehte sich das Knie.

„Ich habe gleich gespürt, dass was kaputt ist, Man kennt schließlich den eigenen Körper am besten“, sagt Attila Serr. Schon sein Aufschrei ließ nichts Gutes ahnen, mit schmerzverzerrtem Gesicht hielt er sich das linke Knie. Auch Rohrbachs Sportvorstand Renzo Ortoleva war auf den Platz geeilt und befürchtete Schlimmeres. „Er habe es krachen hören, hat er gesagt“, hat Attila Serr auf dem Platz schon mitbekommen. Verletzungserprobt ist er ja, was die Knie angeht. 2014 Kreuzbandriss rechts mit anschließender Operation, 2015 Kreuzbandriss links, konservative Behandlung mit Reha-Sport und Muskelaufbau. Das linke Knie ist auch jetzt betroffen. Die niederschmetternde Diagnose: Ein großer Meniskusriss. Bedeutet: Fußballverbot bis Ende des Jahres. Eventuell wird operiert, dann soll das Kreuzband gleich mitgemacht werden. „Aber das muss ich im Detail im Laufe der Woche noch mit Dr. Richter besprechen“, so der augenblickliche Stand der Dinge. „Ich bin schon leicht deprimiert“, gibt Attila Serr freimütig zu, der – ohne zu übertreiben – als regelrechter Pechvogel bezeichnet werden kann. Schon im ersten Saisonspiel gegen die FSG Ottweiler-Steinbach hatte es die „Arbeitsbiene“ in Borussias Team mit einer Schulterverletzung erwischt, mit einer schweren Prellung und drei Wochen Pause war er noch glimpflich davon gekommen „Das konnte ich, weil es nichts mit den Knien zu tun hatte, im wahrsten Sinne des Wortes auf die leichte Schulter nehmen“, blickt er zurück und lacht.
Denn den Humor hat er trotz allem nicht verloren. Trost und Aufmunterung findet er vor allem bei Tochter Emily und der Familie. „Meine Eltern, mein Bruder und die Schwägerin, meine Geschwister – sie alle haben mich immer toll unterstützt und tun es auch in der jetzigen Situation.“ In einer Großfamilie ist er aufgewachsen, hat gelernt, ein absoluter Teamplayer zu sein. „Egoismus ist ein Wort, das bei mir ganz klein geschrieben ist und an ziemlich letzter Stelle kommt.“ Wenn er das so sagt, glaubt man ihm aufs Wort. Denn diese Mentalität zeichnet ihn auch im Borussen-Trikot in jeder Minute sichtbar aus. Einer für alle, alle für einen. „Wir gewinnen zusammen und verlieren zusammen“, lautet sein Credo. Damit trägt er zum gute Teamspirit bei, fühlt sich in der Mannschaft, in der er bereits in der vergangenen Saison einen Einsatz in der Saarlandliga hatte, sehr wohl. „Mister 100 Prozent“ – mit diesem Titel ist sein Identifikationsfaktor gut umschrieben. Denn für Attila Serr ist Borussia nicht nur eine sportliche, sondern auch eine hochemotionale Angelegenheit: „Ich habe mit der Borussia-Jugend ja schon in diesem tollen Stadion gespielt, aber in der ersten Mannschaft hier aufzulaufen und zu wissen, dass die Fans hinter dir stehen, ist was ganz Besonderes“, gibt der Mittelfeldspieler einen Einblick in seine Gefühlswelt.
Genau aus diesem Grund will er sich auch durch die dritte schwere Verletzung seiner Karriere nicht unterkriegen lassen. „Ich werde alles tun, um gestärkt wieder zu kommen. Den notwendigen Willen dazu jedenfalls habe ich“, blickt Attila Serr trotz aller Traurigkeit fast schon trotzig in die nähere Zukunft. Ein Vorbild hat er in den eigenen Reihen: „Man muss sich nur mal den Jens Kirchen anschauen. Was der schon alles wegstecken musste! Und trotzdem ist er immer wieder zurückgekommen“, hat der Mittelfeldmann Respekt vor der Leistung seines Mitspielers und Kapitäns. Und wer weiß: Vielleicht feiern die beiden ja im neuen Jahr sogar gemeinsam ihr Comeback. Gemeinsam kämpfen, gemeinsam die Verletzung besiegen. Attila Serr wie Jens Kirchen ist das von Herzen zu wünschen. Zuzutrauen ist es ihnen ohnehin!

                                                                                                                                                                                       Jo Frisch 


 

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